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Fazit / Archiv | Beitrag vom 10.02.2020

Rückzug von Kramp-KarrenbauerAllein gelassen von den Männerbünden

Marlene Streeruwitz im Gespräch mit Eckhard Roelcke

Die Fotomontage zeigt die CDU-Politiker Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet. (picture alliance / dpa / Frank Hoermann / Sven Simon )
Annegret Kramp-Karrenbauer in einer Fotomontage: Beiden Männern im Hintergrund werden Ambitionen auf ihren Stuhl nachgesagt. (picture alliance / dpa / Frank Hoermann / Sven Simon )

Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren den Rückzug vom Parteivorsitz und den Verzicht auf die Kanzlerkandidatur bekannt gegeben. Sie sei auch an der fehlenden Unterstützung der Männer in ihrer Partei gescheitert, meint die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz.

Als Annegret Kramp-Karrenbauer im Dezember 2018 zur CDU-Parteivorsitzenden gewählt wurde, sagte die österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz in unserem Programm, Kramp-Karrenbauer müsse "einen großen Schirm aufspannen", um die verschiedenen Strömungen der Partei darunter zu vereinen. Das ist ihr – wie das Beispiel Thüringen zeigt - nicht gelungen.

Den angekündigten Rückzug von Kramp-Karrenbauer hält Streeruwitz nun für richtig: "Sie sieht sich nicht in der Lage durchzuführen, was sie sich vorgenommen hat, und zieht die Konsequenzen."

Friedrich Merz weiß immer alles

Kramp-Karrenbauer habe nie die Statur von Angela Merkel erreicht, meint die Schriftstellerin: "Ich denke, dass Kramp-Karrenbauer einfach nicht das ersetzen kann, was Merkel aufgebaut hat." Das sei eine Frage des eigenen Machtanspruchs.

Die österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz. (imago images / Rudolf Gigler)Marlene Streeruwitz: eine Frage des eigenen Machtanspruchs. (imago images / Rudolf Gigler)

Aber auch die "Männerbünde der bürgerlichen Mitte" hätten eine Rolle gespielt, betont Streeruwitz: Kramp-Karrenbauer habe keine Unterstützung durch die Männer in der Partei erhalten. "Sie konnte auf niemanden rechnen."

Friedrich Merz hingegen sei eher das Modell "Hausvater": "Der weiß immer alles." Das sei der Stil-Unterschied, der die Partei innerlich zerreiße: "Dass es welche gibt, die glauben, dass sie alles wissen und andere, die sich was fragen."

(beb)

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