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Konzert / Archiv | Beitrag vom 10.04.2013

"Roundhouse Reverb"

Kafka-Fragmente von Kurtág

Nurit Stark und Caroline Melzer (Robson/Vincenz)
Nurit Stark und Caroline Melzer (Robson/Vincenz)

Zwei Frauen reisen von Berlin in Richtung Osten, im Gepäck eine Geige und die Noten der "Kafka-Fragmente" des ungarischen Komponisten György Kurtág. In einem verlassenen Rundlokschuppen entlang der Bahnlinie entdecken sie einen Resonanzraum für Kurtágs Musik.

Die Filmaufnahmen begleiten die Sängerin Caroline Melzer und die Geigerin Nurit Stark auf weiteren Stationen über Polen bis Russland. Doch der Osten, den die Protagonistinnen bereisen, löst sich ab von konkreten Orten und driftet ins Imaginäre. Die beiden Musikerinnen werden zu Figuren, die mal aus dem postsowjetischen Alltag, mal aus der Lebenswelt Kafkas zu stammen scheinen.

Die Kafka-Fragmente op. 24 (1985-87) gehören zu den bedeutenden Werken zeitgenössischer Kammermusik. Kurtág verwendete für seine Komposition Satzsplitter und Aphorismen Franz Kafkas, in denen das Motiv der Reise und des Weges auftaucht. Der Komponist träumte davon, das Werk außerhalb des Konzertsaals spielen zu lassen, in Schulen, Universitäten und Clubs. Die Fragmente sollten Flugblättern gleichen, die den Passanten entgegen wehen.

Kurtágs Zyklus ist in eine filmische Installation im Jüdischen Museum eingegangen, die das absurde Potenzial der Kafkaschen Textfragmente erforscht. Die kreisförmige Anordnung von Projektionsflächen wird, wie der Rundlokschuppen, zur Drehscheibe durch die Zeit.

Live aus dem Großen Saal des Jüdischen Museums Berlin

György Kurtág
Kafka-Fragmente op. 24
für Sopran und Violine

Caroline Melzer, Sopran
Nurit Stark, Violine

Im Anschluss: Christine Anderson im Gespräch mit den Musikerinnen

Ausstellung "Roundhouse Reverb" im Jüdischen Museum

Projekt Roundhouse Reverb

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