Roth ist "der Balzac der amerikanischen Nachkriegszeit"

19.03.2013
Der Geschäftsführer des Hanser-Verlages und deutsche Verleger von Philip Roth, Michael Krüger, hat den US-Autor zu dessen 80. Geburtstag gewürdigt. Stilistisch sei Roth über die 50 Jahre seines Schreibens unerhört gleich geblieben.
Krüger sagte, Philip Roth sei "ein großer Erzähler" und sein Charakter sei "für einen 80-Jährigen unglaublich heiter, aufgeräumt, neugierig auf die Welt". Den Vorwurf des Sexismus, der den Büchern Philip Roth‘ immer wieder gemacht wurde, wies Krüger als "spießig" zurück: So sei zum Beispiel "Die Brust" ein "hochinteressanter Text, der im Zusammenhang eines Tages mit der Frauenemanzipation als ein vollkommen eigenständiges, wunderbares Buch gelesen werden wird".

Dass Roth bisher keinen Literaturnobelpreis erhalten habe, scheint den Schriftsteller Krüger zu Folge offenbar nicht sehr zu schmerzen: "Er ist mit dem Nobelpreis nicht ‚cross‘, weil er den viel größeren Nobelpreis erhalten hat: nämlich die Aufnahme seiner sämtlichen Werke in die Library of America. (…) Das ist die größte Ehre, die einem Schriftsteller zu Lebzeiten zu Teil werden kann."

Das vollständige Gespräch mit Michael Krüger können Sie bis zum 19. August 2013 als MP3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Angebot nachhören.