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Mittwoch, 12.08.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 1. August 2020

Roth beklagt Lücken in deutscher Erinnerungskultur

Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, beklagt Lücken in der deutschen Erinnerungskultur. "Es ist nach wie vor beschämend, dass wir in Deutschland viel zu wenig darüber wissen, was wir den Sinti und Roma während des Nationalsozialismus angetan haben", sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel" anlässlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma an diesem Sonntag. Sinti und Roma seien weiterhin den üblichen Stereotypen und Klischees ausgesetzt, fügte Roth hinzu. Sie hätten "nach wie vor zu wenig Zugang zu Bildung, Wohnen, Gesundheitsvorsorge, gut bezahlter Arbeit und sozialer Teilhabe".

"Frankfurter Rundschau" wird 75 Jahre alt

Die Tageszeitung "Frankfurter Rundschau" feiert am Samstag den 75. Jahrestag ihres Bestehens. Das Blatt war 1945 kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet worden - dem Verlag zufolge als dritte deutsche Tageszeitung der Nachkriegsgeschichte überhaupt. Der Medienforscher Horst Röper würdigte die "Frankfurter Rundschau" im Deutschlandfunk Kultur als "eine sehr eigenständige Zeitung, und auch eine besondere, insofern, als dass sie bei den überwiegend konservativen Tageszeitungen in Deutschland eine linksliberale Stimme war." Diese Stellung habe sie aber verspielt, nicht zuletzt aufgrund betriebswirtschaftlichen Versagens, so Röper. Inzwischen habe sich das Blatt als Regionalzeitung für den Frankfurter Raum und Umgebung wieder etabliert. "Aber die bundesweite Stimme im publizistischen Bereich fehlt uns da etwas. Da ist nichts nachgekommen, was der alten FR in ihrer Bedeutung heute entsprechen könnte", betonte Röper.

Salzburger Festspiele haben begonnen

Mit der Aufführung von Richard Strauss' Oper "Elektra" haben am Samstag die Salzburger Festspiele begonnen. Am Abend folgt die Wiederaufnahme von Michael Sturmingers moderner Inszenierung von Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel "Jedermann" auf dem Salzburger Domplatz. Als eines der wenigen großen Musik- und Theaterfestivals in Europa wurden die Salzburger Festspiele nicht wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Allerdings wurde das Programm verkleinert und modifiziert. Zudem gelten strikte Hygienebestimmungen vor und hinter der Bühne.

Neue Leitung der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück

Die promovierte Politikwissenschaftlerin Andrea Genest hat am Samstag die Leitung der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück in Brandenburg übernommen. Zugleich wurde die bisherige Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach nach 15 Jahren im Amt in den Ruhestand verabschiedet. Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle dankte Eschebach, die ihr Amt mit viel Kompetenz, Umsicht und großem Engagement ausgefüllt habe. Sie freue sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit mit der neuen Gedenkstättenleiterin. Die 1970 in Berlin geborene Andrea Genest bringe durch ihre Arbeit mit unterschiedlichen Gedenkstätten und in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur einen großen Erfahrungsschatz mit nach Ravensbrück, so Schüle weiter.

Sommerliche Musiktage Hitzacker gestartet

Mit einem corona-gerechten Jubiläumsprogramm haben die Sommerlichen Musiktage im niedersächsischen Hitzacker am Samstag die 75. Saison eröffnet. Beim Auftaktkonzert "Drei nach Drei" erklangen Werke von Debussy, Carter, Boulanger, Webern und Schönberg. Das nach Veranstalterangaben älteste deutsche Kammermusikfestival bietet in den kommenden zwei Wochen zeitgenössische und alte Musik in klassischen und aktuellen Formaten - vielfach mit renommierten Künstlern. In diesem Sommer wird das eigens zum Jubiläum komponierte Werk zum Thema "Orpheus" von Manfred Trojahn uraufgeführt.

Staatsrechtler Battis gegen Umstrukturierung der SPK

Der Berliner Staats- und Verwaltungsrechtler Ulrich Battis hält die vom Wissenschaftsrat vorgeschlagene Umstrukturierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für falsch. In einem vor wenigen Wochen vorgestellten Gutachten hatte das Gremium eine Aufteilung der SPK in vier Sparten vorgeschlagen. "Wenn ich vier neue Institutionen gründe, kostet das ein Unmenge mehr", sagte er der "Berliner Morgenpost" am Samstag. Battis schlägt stattdessen vor, bei dem jetzigen Stiftungsmodell zu bleiben und die innere Organisation der Stiftung zu verbessern. Dafür müsse zunächst ein richtiges Kulturministerium des Bundes geschaffen werden. Das sei ein längst überfälliger Schritt und verfassungsrechtliche Normalität. Kulturstaatsministerin Grütters nehme nach außen hin ganz eindeutig die Funktion einer amtierenden Ministerin wahr. Ohne es bisher zu sein, so Battis.

Musik für Opfer des Unglücks von Genua uraufgeführt

Im Opernhaus in Genua ist im Gedenken an die Toten des Brückeneinsturzes von 2018 eines der letzten Werke des italienischen Komponisten Ennio Morricone uraufgeführt worden. Morricone war am 6. Juli in Rom gestorben. Anlässlich der Einweihung des Brückenneubaus, die für den kommenden Montag geplant ist, hatte der Filmkomponist das Stück "Tante pietre a ricordare" - auf deutsch: Viele Steine zum Erinnern - geschaffen. Es soll an die 43 Toten und das Leid ihrer Familien erinnern. Die Morandi-Brücke war im August 2018 vermutlich wegen Baumängeln eingestürzt. Der Neubau wurde vom italienischen Stararchitekten Renzo Piano entworfen.

Trump will Videoplattform TikTok in den USA verbieten

US-Präsident Donald Trump will die internationale Videoplattform TikTok in seinem Land verbieten. "Wir verbannen sie aus den USA", sagte er am Samstag in seinem Dienstflugzeug Air Force One. Damit droht der Plattform die Abspaltung von dem chinesischen Mutterkonzern ByteDance. Das vor allem bei Jugendlichen beliebte Netzwerk ist bereits seit längerem wegen nationaler Sicherheitsbedenken im Visier der US-Behörden. Dabei geht es um Bedenken, dass die persönlichen Daten der monatlich bis zu 80 Millionen Nutzer in den Vereinigten Staaten bei TikTok nicht sicher sein könnten. US-Abgeordnete befürchten eine Zusammenarbeit mit Chinas Geheimdiensten. Trumps Vorgehen gegen TikTok dürfte die Spannungen zwischen Washington und Peking weiter verstärken.

Brandanschlag auf Kathedrale in Managua

Bei einem Brandanschlag in der Kathedrale von Nicaraguas Hauptstadt Managua ist am Samstag ein 400 Jahre altes Kruzifix fast völlig verbrannt. Wie das Portal Vatican News unter Berufung auf die Erzdiözese berichtete, hatte ein Mann einen Molotow-Cocktail in die Sakramentskapelle der Kirche geworfen. Managuas Weihbischof Silvio Jose Baez sprach von einem terroristischen Akt gegen den Glauben des katholischen Volkes von Nicaragua.

Britischer Filmemacher Alan Parker gestorben

Der britische Filmemacher Alan Parker ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Nach Angaben seiner Familie starb Parker am Freitag in London nach einer langen Krankheit. Parker war vor allem in den 1970er und 80er Jahren mit Filmen wie "12 Uhr Nachts - Midnight Express", "Bugsy Malone»" "Angel Heart", "Evita" und "Mississippi Burning - Die Wurzel des Hasses" erfolgreich. Sein Schaffen umfasste viele Genres; ebenfalls großen Erfolg hatte er mit "Fame", "The Commmitments", und "Pink Floyd - The Wall". Insgesamt wurde er für seine Filme mit zehn Oscars und 19 British Academy Film Awards ausgezeichnet.

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