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Sonntagmorgen | Beitrag vom 23.07.2017

Rosen, Tulpen, Nelken"Sag mir, wo die Blumen sind"

Von Olga Hochweis

Eine bunte Sommerwiese mit vielen Blumen. (Imago/Chromorange)
Der Sommer ist da. (Imago/Chromorange)

Sie sind schön und wohlriechend, leuchten in allen denkbaren Farben und Formen und erfreuen Gartenfreunde ebenso wie eingefleischte Städter - ob in der Erde verwurzelt oder abgepflückt. Blumen lassen Orte und Menschen erstrahlen. Und neben Optik und Duft transportieren sie sehr viel Symbolik.

"Das Äußere einer Pflanze ist nur die eine Hälfte der Wirklichkeit" wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Allein die Rose füllt, je nach Farbe, seit Jahrhunderten ganze Kulturgeschichten. Sie ist geradezu zum Klischee von Liebes-und Frauen-Symbolik geworden und hat entsprechend auch den Bildersturm provoziert, etwa durch Gertrude Steins beschwörenden Satz "A rose is a rose is a rose".

Andere Blumen wie das Vergissmeinnicht erzählen bereits im Namen eine kleine Geschichte von Abschied und Treue oder sind zu geflügelten Worten für bestimmte menschliche Eigenschaften geworden wie das Stiefmütterchen als personifizierte Bescheidenheit.

Die Bedeutung von Blumen ist kulturabhängig

Der Flieder symbolisiert erste zarte Bande zwischen zwei Liebenden, die gelbe Butterblume steht für Wohlstand und als Blume der Weissagung, zu deren Zwecke man, wie beim Gänseblümchen, die Blätter abzupft. Je nach Land und Kultur können Blumen ganz gegensätzliche Bedeutungen tragen.

Universell eindeutig verständlich sind dagegen die Kapitel, die Blumen in der Pop-Geschichte geschrieben haben. 1967 haben die Blumen der Hippie-Bewegung im kalifornischen "Summer of  love" ihr Gesicht gegeben: "If you´re goin´ to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair" sang damals Scott McKenzie.

Und die zeitlose Anti-Kriegs-Hymne "Sag mir, wo die Blumen sind" hat in allen Sprachen ihren Siegeszug um die Welt angetreten:

Musikalische Histörchen

Auflösung:

1971 in Decatur, Illinois, geboren, gehört Alison Krauss heute zu den Stars von Bluegrass, Americana und AOR. Mit ihrer Band Union Station setzte sie in der traditionellen Bluegrass-Szene ab Mitte der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts neue Maßstäbe. Im Alter von 5 Jahren begann sie Geige zu spielen, erkannte aber schnell, Klassik langweilt sie. Schon damals entdeckte sie Bluegrass und Blues. Sie gewann mit 13 die "Illinois State Fiddle Championship" und wurde vom Vater des Bluegrass, Bill Monroe, gefördert.

Ihr erstes Album, "Too Late To Cry", erschien 1987, da war sie gerade 16 Jahre alt. Dreizehn Jahre später wird sie auch in Europa zum Begriff. Auslöser war der Film "Brother, Where Art Thou", in dem sie ihrer Leidenschaft zum Bluegrass frönen konnte. 2007 lernte sie Robert Plant (Led Zeppelin) kennen und die beiden nahmen das Album "Raising Sand" auf. 2009 wurde dieses Album mit insgesamt fünf Grammys ausgezeichnet. Für Alison Krauss ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, denn bis heute hat sie 27 des begehrten Preises bei sich zu Hause stehen, wobei sie immerhin 42 Mal nominiert war! Nur Quincy Jones kann da noch mithalten.

Und Alison Krauss ist nicht nur im Bluegrass und in der Countrymusik heimisch. Wann immer möglich wagt sie auch den Schritt über die Grenze und so sind Songs von ihr in Filmen wie "Mona Lisa Smile", "Bambi II", "Unterwegs nach Cold Mountain" und "Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern" zu hören.

2012 wurde ihr der Ehrendoktor des Berklee College of Music verliehen und ihr letzten Album ("Windy City", 2017) in den USA und in England Platz 1 der Country-Charts, in Deutschland kletterte es immerhin auf Platz 66 der Top 100.

Rätsel

Auflösung:

Die gehörten Filmausschnitte stammen aus dem Drama "Wüstenblume". 2009 setzte Regiseurin Sherry Hormann den gleichnamigen autobiografischen Roman von Waris Dirie in Szene. Aufgewachsen in der Somalias Wüste wurde Dirie in einem Londoner Imbiss entdeckt und schnell zu einem weltweit erfolgreichen Modell. Erst spät öffnet sich Waris Dirie der Öffentlichkeit und erzählte die grausame Wahrheit ihrer Kindheit in Somalia. Sie erzählte von der Tradition der Genitalverstümmelung an kleinen Mädchen in ihrem Heimatland, die sie auch selbst erleiden musste. Ein weltweiter Proteststurm setzte nach der Veröffentlichung ein, der allerdings bis heute leider kaum etwas bewirkt hat. Seit Jahren kämpft Waris nun gegen diese unmenschliche Tradition.

Brillant oder Bullshit!? Das Wochenchaos #29-2017 Sicherheitshalber

Es läuft für die Freunde der gepflegten Überwachung. In den USA patrouillieren in der Shopping-Mall Sicherheitsroboter voller Kameras, Radar, Laser und Mikrofonen. In Russland soll die Zensur der Sozialen Netzwerke gesetzlich ausgeweitet werden. Nur Deutschland ist ein internationales Vorbild an Rechtsstaatlichkeit... - wenn auch auf etwas andere Art und Weise als gehofft. Es läuft eben.

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Stichwort: Sonntagmorgen

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