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Kulturnachrichten

Montag, 7. August 2017

Roger Vontobel inszeniert Nibelungen-Festspiele 2018

Der Schweizer folgt auf Nuran David Calis

Feridun Zaimoglu und Günter Senkel arbeiten an ihrer Version des Nibelung-Mythos. Roger Vontobel wird sie nächstes Jahr in Worms "mit großer Ensemblebesetzung" auf die Bühne bringen. Das hat die Festspiel-Leitung bekannt gegeben. Der 1977 geborene Schweizer gelte "als ein Regisseur, der im großen Format Geschichten erzählen kann und dabei immer nach einer klaren gesellschaftspolitischen und gegenwartsbezogenen Lesart sucht", heißt es über den "Faust"-Preisträger.

Gourmet-Stern-Erfinder Millau ist tot

Der Franzose starb im Alter von 88 Jahren

1969 hatte er den Restaurantführer "Gault&Millau" zusammen mit dem Journalistenkollegen Henri Gault erfunden. Am 5. August ist der Gastronomiekritiker Christian Millau gestorben, teilte heute sein Verlag mit. Millau und Gault prägten in den 70er Jahren den Begriff "Nouvelle Cuisine" und machten sowohl ihren Leitfaden "Gault-Millau" als auch die Punktebewertung von Koch und Küche weltbekannt. Bis dahin hatte Christian Dubois-Millot, wie Millau mit bürgerlichem Namen hieß, für das innenpolitische Ressort von "Le Monde" und "Paris-Presse gearbeitet, wo er Henri Gault kennenlernte. Über die kulinarischen Themen in der französischen Abendzeitung entwicklten sie bereits 1962 einen Restaurantführer für Paris. Henri
Gault war im Jahr 2000 gestorben.

Bundespräsident kondoliert zum Tod von Martin Roth

Der 62-jährige war am Sonntag im Alter von 62 Jahren gestorben

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Museumsdirektor und Kulturmanager als herausragende Persönlichkeit und kulturpolitischen Visionär gewürdigt. In einem Kondolenzschreiben an die Witwe von Martin Roth betont Steinmeier, dass er "einen hoch geschätzten Freund" verloren hat. Roth hatte lange Jahre die Dresdner Kunstsammlungen geleitet und der erste deutsche Direktor des Londoner Victoria and Albert Museums. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte Roth als "eine der markantesten und auch streitbarsten Persönlichkeiten" der deutschen und internationalen Museumswelt gewürdigt. "Seine Rolle in der Kultur verstand Martin Roth immer auch als politische Intervention", so Grütters. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, wertete seinen Tod als "niederschmetternde Nachricht". Roth sei "ein Ermöglicher, ein Geldbesorger, ein Antreiber" gewesen. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Roth seinen Posten in London niedergelegt. Grund war die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen. Den Brexit empfinde er als persönliche Niederlage, sagte damals.

Medienpreis für Natalja Sindejewa von Doschd

Die russische Journalistin erhält den M100

Die seit 2005 verliehene Auszeichnung würdigt Menschen, die "Fußspuren" in der Welt hinterlassen und sich für Demokratie einsetzen. In diesem Jahr wird die Gründerin und Leiterin des regierungskritischen Fernsehsenders "Doschd" in Russland geehrt. Der vor sieben Jahren gestartete Kanal ist inzwischen nur noch im Internet abrufbar. Die Auszeichnung wird am 14. September im Rahmen der internationalen Medienkonferenz M100 in Potsdam-Sanscouci im Beisein von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel überreicht. Die Laudatio hält "Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch. Die 46-jährige Natalja Sindejewa folgt als Preisträgerin auf den italienischen Mafiareporter Roberto Saviano.

"Selfie" und "Flüchtlingskrise" - der neue Duden erscheint

Die 27. Auflage des Nachschlagewerks enthält rund 5.000 neue Begriffe

Der Duden, das Nachschlagewerk der deutschen Sprache, wird in seiner neuen Ausgabe zusätzliche 5.000 neue Wörter enthalten. Das teilte die Duden-Redaktion in Berlin zwei Tage vor dem Erscheinen der 27. Auflage mit. Deutlich schlagen sich dabei die aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklung nieder. Beispiele seien Begriffe wie "Flüchtlingskrise", "Fake News", "Tablet" oder "Selfie". Gerade bei technischen Entwicklungen würden sich im täglichen Sprachgebrauch vielfach Wörter durchsetzen, die aus dem anglo-amerikanischen Raum kommen, sagte Redaktionsleiterin Kathrin Kunkel-Razum. Aber auch regionalsprachliche Begriffe wie "Späti" (in Berlin für noch spät geöffnete Einkaufsstellen verwendet) haben Eingang gefunden. Die letzte Ausgabe des Duden war 2013 erschienen, dabei ist sein Umfang ständig gewachsen. Während die erste Auflage 1880 etwa 27.000 Begriffe enthielt, sind es inzwischen rund 145.000. Weggefallen ist eine geringe Zahl eingedeutschter Schreibweisen, die sich nicht durchgesetzt haben. Statt "Majonäse" wird jetzt zum Beispiel nur noch "Mayonnaise" aufgeführt.

Sky mit "Twin Peaks" der Zeit voraus

In Deutschland lief schon Folge 14

Sky Deutschland hatte sie als 13. Teil gekennzeichnet, zeigte aber den darauf folgenden 14. der von David Lynch fortgesetzten Mystery-Serie. So sind die Zuschauer hierzulande den TV-Guckern in den USA nun eine Woche voraus. Am Vormittag entfernte Sky Deutschland den Stream mit dem Satz "Tut uns leid, da ist leider etwas schief gelaufen". Die korrekte Folge 13 war zunächst nicht verfügbar. Bei Twitter sorgte das für sehr viel Aufregung, auch weil Regisseur David Lynch und Produktionsfirma auf strengste Geheimhaltung achten. Schon bei der Ausstrahlung der ersten beiden Staffeln in Deutschland hatte es eine noch schwerwiegendere Panne gegeben: Deutlich vor der Auflösung wurde damals allerdings verraten, wer der Täter war.

Die deutsche Bühne kürt die Besten 2017

Umfrage des Fachmagazins unter 68 Theaterkritikern

Die "überzeugendste Gesamtleistung" boten ; das Theater Basel und die Bühnen Frankfurt. Ebenfalls weit oben landete die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. "Bemerkenswerte Theaterarbeit" jenseits der Leuchttürme wurde dem Theater Altenburg-Gera attestiert. Dahinter folgen in dieser Kategorie das Theater Augsburg und das Theater Hagen. Die Liste der besten Regisseure umfasst Claudia Bauer, Frank Castorf, Simone Stone und Milo Rau. Ersan Mondtag ist mit sechs Nennungen der meistgenannte Bühnenbildner des Jahres 2017 und damit auch der Gewinner dieser Kategorie. Das Theater im Pumpenhaus in Münster, das Metropoltheater in München und Das letzte Kleinod aus Schiffdorf in Niedersachsen wurden als beste Off-Theater genannt.

Deutscher Journalistin drohen bis zu 15 Jahre Haft

Mesale Tolu sitzt in Istanbul in Untersuchungshaft

Der in der Türkei inhaftierten deutschen Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Das meldete die regierungskritische Nachrichtenagentur ETHA in Berufung auf Tolus Anwältin. Laut "Bild" sei die Anklageschrift bereits von einem Gericht angenommen worden. Tolu soll mit 17 weiteren Journalisten vor Gericht gestellt werden. Der in Istanbul in Untersuchungshaft sitzenden Journalistin wird Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. Sie war am 30. April festgenommen worden, als Polizisten einer Anti-Terror-Einheit ihre Wohnung stürmten. Tolu besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft - anders als der ebenfalls in der Türkei inhaftierte "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, der sowohl deutscher als auch türkischer Staatsbürger ist. Tolu arbeitete als Journalistin und Übersetzerin für Etha in Istanbul. Der Prozess gegen sie soll am 11. Oktober beginnen. Die Etha-Internetseite ist in der Türkei seit 2015 per Gerichtsbeschluss gesperrt, die Agentur arbeitet aber weiter.

Rolling-Stones-Gitarrist outet seinen Lungenkrebs

Ronnie Wood ließ sich Teil der Lunge entfernen

Rolling-Stones-Gitarrist Ronnie Wood hat sich wegen einer möglicherweise lebensbedrohlichen Krebsläsion einen Teil der Lunge entfernen lassen. Der britischen Zeitung "Mail on Sunday" sagte er, den Kampf gegen den Krebs habe er vorläufig gewonnen. Allerdings gehe er jetzt alle drei Monate zum Check-up beim Arzt. Der Krebsverdacht kam Wood zufolge im Mai bei einer Routineuntersuchung vor dem Beginn einer Tournee der Band auf. "Ganz ehrlich, überrascht war ich nicht", sagte der langjährige Kettenraucher. Schließlich ergaben Tests, dass die Krebsläsion, ein Rundherd im Lungengewebe, nicht weiter wuchs. Daraufhin erfolgte die Operation. "Ich hatte verdammtes Glück", sagte der 70-jährige Rockmusiker. Kurz nach der Geburt seiner Zwillingsmädchen im Mai 2016 hatte Wood das Rauchen und den Alkohol aufgegeben.

Bad Dürkheimer NS-Kunst bleibt unter Verschluss

Damit verbundenes Ermittlungsverfahren wegen Hehlerei dauert an

Die vor gut zwei Jahren in einer Bad Dürkheimer Lagerhalle entdeckte NS-Kunst bleibt vorerst unter Verschluss. Das damit verbundene Ermittlungsverfahren wegen Hehlerei laufe noch, sagte ein Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft auf Anfrage. Wie lange es noch dauern werde, wisse er nicht. Auch zur aktuellen Zahl der Verdächtigen machte er keine Angaben. Im Mai 2015 waren Fahnder bei einer Razzia wegen des Verdachts der Hehlerei an rechtswidrig erlangtem Bundesvermögen auf die Stücke gestoßen: In der Lagerhalle fanden sie mehrere monumentale Objekte, darunter die "Schreitenden Pferde" von Josef Thorak sowie Werke der NS-Bildhauer Arno Breker und Fritz Klimsch. Nach damaligen Angaben der Berliner Polizei wurden acht Verdächtige ermittelt. Sie sollen die Skulpturen und Reliefs gestohlen und den Weiterverkauf ausgehandelt haben. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte, die NS-Kunst aus Adolf Hitlers einstiger Reichskanzlei solle ausgestellt werden, um eine kritische Auseinandersetzung damit zu ermöglichen. Voraussetzung für die Ausstellung ist aber die Freigabe.

Elbphilharmonie führt Nachbesserungen aus

Akustische Optimierungen und bessere Sichtbarkeit von Treppenstufen

Nach dreiwöchiger Sommerpause startet die Elbphilharmonie mit zahlreichen Nachbesserungen in die neue Spielzeit. Etliche Besucher des neuen Hamburger Wahrzeichens hatten sich über die verwinkelten Treppenstufen des Konzerthauses beschwert, die teilweise nur schwer zu erkennen waren. Es kam sogar zu einigen Stürzen. Seit ihrer Eröffnung im Januar gab es immer wieder Kritik an den Treppenstufen in der Elbphilharmonie. Jetzt wurde an zahlreichen Stellen nachgebessert. In Absprache mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg hat die Kulturbehörde nun für eine bessere Sichtbarkeit der Treppenstufen in den Foyers und im Großen Saal gesorgt. Zudem wurde die Sommerpause genutzt, um wie geplant auf Empfehlungen des Akustikers Yasuhisa Toyota im Kleinen Saal die akustischen Optimierungen abzuschließen. Dort werden noch bis zum 11. September die Holzpaneele der östlichen Saalwand überarbeitet.

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