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Literatur | Beitrag vom 29.08.2021

Rocko Schamoni kommt zum "Buchbesuch""Man muss die Worte sagen, die man sich nicht zu sagen traut"

Rocko Schamoni im Gespräch mit Wiebke Porombka

Rocko Schamoni (Kerstin Behrendt)
Der Romanautor und Sänger Rocko Schamoni (Kerstin Behrendt)

Rocko Schamonis Roman "Der Jaeger und sein Meister" erzählt die tragische Lebensgeschichte des genialen, aber auch tragischen Hamburger Künstlers Heino Jaeger. In der Küche unserer Literaturredakteurin stellt der Autor sein neues Buch vor.

Mit seinem Roman "Dorfpunks" wurde Rocko Schamoni im Jahr 2004 berühmt. Wer diesen witzigen, ebenso selbstironischen wie doch im Kern existenziellen Roman über ein Aufwachsen in der norddeutschen Provinz, über Aus- und Aufbruchsversuche gelesen hat, der weiß, wie Schamoni zu seinem Künstlernamen gekommen ist. Wer das nicht weiß, erfährt es beim "Buchbesuch", zu dem Schamoni in die Berliner Küche von Literaturredakteurin Wiebke Porombka gekommen ist.
 
"Buchbesuch" ist eine Gesprächs- und Lesungsreihe, die auf Deutschlandfunk Kultur ins Leben gerufen wurde, als wegen Corona Lesungen und Festivals ausfallen mussten, also jene Ereignisse, auf denen man Schriftstellerinnen und Schriftsteller und ihre Bücher noch einmal ganz anders, überraschender oder auch näher kennenlernt. Statt großer Bühne also Küche, denn da plaudert man bekanntlich am liebsten über Tiefsinniges und Leichtfüßiges.

Verbotene Türen öffnen

Rocko Schamoni nennt sein neues Buch "Der Jaeger und sein Meister" eine Romanbiografie. Er erzählt darin die Lebensgeschichte des genialen, aber auch tragischen Hamburger Künstlers Heino Jaeger (1938 bis 1997), Maler und grandioser Stimmenimitator, der seine letzten Lebensjahre in der Psychiatrie verbringen musste. Eine Ausnahmeerscheinung in einer faszinierenden Zeit: Im Hamburger Kiez der 1960er und 1970er trafen Halb- und Kulturwelt, Hedonismus und Politik aufeinander.
 
Bei Käsebrot und Pfefferminztee erzählt Schamoni, was Jaeger, der als Kind die Bombardierung Dresdens miterlebte, mit seinem eigenen Vater verbindet – einem Lehrer aus dem Lütjenburg, das man aus Schamonis "Dorfpunks" kennt. Und vor allem erklärt Schamoni, warum man verbotene Türen öffnen und das vermeintlich Unsagbare aussprechen muss. 

Rocko Schamoni: "Der Jaeger und sein Meister"
Hanserblau, Berlin 2021
288 Seiten, 22 Euro

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