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Konzert / Archiv | Beitrag vom 24.02.2019

Robin Ticciati mit dem DSO BerlinLetzter Weg zu Brahms

Moderation: Volker Michael

Der Chefdirigent des DSO Berlin, Robin Ticciati, am 17.2.2019 in der Philharmonie Berlin bei der Eröffnung des Festivals "Brahms-Perspektiven" (Peter Adamik/DSO Berlin)
Der Chefdirigent des DSO Berlin, Robin Ticciati, am 17.2.2019 in der Philharmonie Berlin bei der Eröffnung des Festivals "Brahms-Perspektiven" (Peter Adamik/DSO Berlin)

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und sein Chefdirigent Robin Ticciati präsentieren bei ihrem Festival "Brahms-Perspektiven" die vier Symphonien des Komponisten. Musik vom großen Bach ist mit dabei, und auch von Aribert Reimann.

Jeder Komponist bedient sich bei seinen Vorgängern und verehrt sie gleichermaßen. Bei Johannes Brahms war das fast schon eine Obsession, seine Verehrung für Ludwig van Beethoven hinderte ihn beinahe überhaupt daran, Sinfonien zu schreiben. Am Ende wurden es vier Werke dieser Gattung, ebensoviele wie bei seinem Freund und Förderer Robert Schumann. Diese vier Sinfonien bewegen die Menschen bis heute, Zuhörende wie Interpreten.

Brahms bewegt die Leute bis heute

Um diese vier Sinfonien des Hamburgers und Wahlwieners drehte sich bis zum 23. Februar 2019 das Festival "Brahms-Perspektiven". Darin wollte Chefdirigent Robin Ticciati zeigen, in welchen Kontexten der Spätromantiker stand, und wie seine Musik auch heute noch viel heller und eindrücklicher strahlen kann, wenn ein Orchester wie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin offenlegt, aus welchen Quellen Brahms geschöpft und welche seiner Nachfolger er inspiriert hat.

Dazu Chefdirigent Robin Ticciati im Gespräch mit Volker Michael:

Bach war Brahms' A und O

Begonnen hat das Festival "Brahms-Perspektiven" Mitte des Monats mit einem A-Cappella-Psalm von Heinrich Schütz, gesungen vom RIAS Kammerchor Berlin. Dieses Konzert haben wir live übertragen. Nun treffen im Finale am letzten Februarwochenende ein Präludium und ein Klavierkonzert von Johann Sebastian Bach, dessen Musik auch für Brahms das A und O gewesen ist, die vierte Sinfonie des Festivalmeisters und ein neues Werk von Aribert Reimann aufeinander. Der Pianist Kristian Bezuidenhout (Marco Borggreve/DSO Berlin)Der Pianist Kristian Bezuidenhout (Marco Borggreve/DSO Berlin)

Kristian Bezuidenhout, der Fachmann für spätbarocke und klassische Musik auf historischen Tasteninstrumenten, eröffnet dieses Programm mit einem Präludium Bachs aus der Sammlung "Das Wohltemperierte Klavier", das in derselben Tonart, nämlich E-Dur, steht wie das nachfolgende Konzert für Klavier, Streicher und b.c. mit der Verzeichnisnummer 1053.

Reimanns Rilke-Fragmente

Der 82 Jahre alte Berliner Komponist Aribert Reimann, bekannt für seine Klavierlieder und modern-sanglichen Opern zu meistens antiken Themen, hat "Fragments de Rilke" für Sopran und Orchester geschrieben - die Sopranistin Sarah Aristidou wird sie singen. Sie ist kurzfristig für die erkrankte Kollegin Rachel Harnisch eingesprungen. Neue Perspektiven möchten Ticciati und sein Deutsches Symphonie-Orchester Berlin aufzeigen: Perspektiven auf die Wurzeln, die die allzeit beliebten Brahms-Sinfonien besitzen. Zugleich aber sollen auch die Nachwirkungen seiner Musik aufscheinen, die sie auf die Kreativen von gestern und heute gehabt haben.

Die Sopranistin Sarah Aristidou (SASHBERG (Sash Seurat Samson)/Website Sarah Aristidou)Die Sopranistin Sarah Aristidou (SASHBERG (Sash Seurat Samson)/Website Sarah Aristidou)

Aribert Reimann über Brahms und sein eigenes neues Werk im Gespräch mit Mascha Drost:

Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom 23. Februar 2019

Brahms-Perspektiven IV

Johann Sebastian Bach
Präludium E-Dur aus "Das Wohltemperierte Klavier II" BWV 878 für Klavier solo
Konzert für Klavier, Streicher und Basso continuo E-Dur BWV 1053

Aribert Reimann
"Fragments de Rilke" für Sopran und Orchester (Uraufführung)

Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Kristian Bezuidenhout, Klavier
Sarah Aristidou, Sopran
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Robin Ticciati

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