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Fazit / Archiv | Beitrag vom 17.04.2019

Robert-Bosch-StiftungKein Geld mehr für die "Grenzgänger"

Atje Drexler im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Eine Illustration zeigt stilisierte Porträts unterschiedlicher Menschen. (imago images / Panthermedia / scusi)
Bedrohte Stipendien-Vielfalt: Die Robert-Bosch-Stiftung kappt ihre Förderprogramme im Bereich Völkerverständigung. (imago images / Panthermedia / scusi)

Eine strategische Neuausrichtung ihrer Förderung plant die Robert-Bosch-Stiftung. Betroffen ist der Bereich Völkerverständigung. Damit stehen so erfolgreiche Projekte wie die "Grenzgänger"-Stipendien für Rechercheaufenthalte wohl vor dem Aus.

Die Robert-Bosch-Stiftung beendet sämtliche Förderprogramme im Bereich Völkerverständigung. Angesichts der globalen Entwicklungen habe man sich entschieden, die "Förderung in der Völkerverständigung grundlegend zu überprüfen, strategisch neu auszurichten und sich stärker zu fokussieren", heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Welt sei volatiler, komplexer und ambivalenter geworden, begründet Atje Drexler, Bereichsleiterin "Völkerverständigung Europa und seine Nachbarn" in der Robert-Bosch-Stiftung, diesen Schritt im Deutschlandfunk Kultur. Angesichts dessen müsse man sich die Zeit nehmen, zu prüfen, wie man künftig mit der Förderung am besten Wirkung erzielen könne. "Die Völkerverständigung bleibt für uns wichtig", betont Drexler. "Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass wir in der Kultur weiterarbeiten."

"Sinnvolle Übergangszeit"

Von der Neuausrichtung betroffen sind Programme wie etwa das "Grenzgänger"-Stipendium. Dieses ermöglicht Autoren, Filmemachern und Fotografen internationale Rechercheaufenthalte. Mit den daraus hervorgehenden publizistischen oder künstlerischen Werken sollten einem breiten Publikum neue Perspektiven auf die Vielfalt und Vielschichtigkeit anderer Gesellschaften eröffnet werden.

Die Stiftung sei sich bewusst, dass das Ende der Förderung für manche einen großen Einschnitt bedeute, räumt Drexler ein. "Deswegen wollen wir das auch möglichst verantwortlich gestalten mit einer sinnvollen Übergangszeit. Natürlich halten wir unsere vertraglichen Verpflichtungen ein und sind auch im Gespräch mit unseren Partnern, wie wir das Erreichte sichern – und in vielen Fällen auch, wie es denn weitergehen könnte."

Der Stiftung zufolge wird das Kuratorium im Sommer 2019 über die künftigen Themen in der Völkerverständigung entscheiden und dann die Förderung entsprechend neu ausgestalten.

(uko)

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