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Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. April 2016

Richtfest für Eingangsgebäude zur Museumsinsel

Fünf Jahre zu spät und fast doppelt so teuer wie geplant

Die James-Simon-Galerie, das neue Empfangsgebäude der Museumsinsel, hat fünf Jahre später als geplant Richtfest gefeiert. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) nannte die Verzögerungen und Mehrkosten bei dem Projekt "alles andere als erfreulich". "Mich bestärkt das Beispiel in meiner festen Überzeugung, dass wir bei Bauten des Bundes besser und verlässlicher werden müssen", sagte sie. Die sogenannte James-Simon-Galerie soll den Zugang zu den fünf Häusern der Museumsinsel zentral regeln. Ursprünglich hatte sie schon 2013 eröffnen sollen, jetzt ist 2018 geplant. Die Kosten haben sich von 71 auf inzwischen 134 Millionen Euro fast verdoppelt. Grund waren Schwierigkeiten mit dem schlammigen Boden und Pfusch am Bau.

Haushaltsausschuss stoppt Berliner Einheitsdenkmal

Denkmal sollte an Revolution von 1989 und Wiedervereinigung erinnern

Das Berliner Einheitsdenkmal wird trotz jahrelanger Vorplanung nicht gebaut. Das beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags einstimmig, wie der zuständige Berichterstatter Rüdiger Kruse (CDU) mitteilte. Die große begehbare Wippe sollte an die friedliche Revolution von 1989 und die deutsche Wiedervereinigung erinnern. Mit dem einstimmig verabschiedeten Beschluss wird die Bundesregierung aufgefordert, den Bau nicht weiterzuverfolgen. Damit ist laut Kruse das Projekt gestoppt. Eine weitere Entscheidung etwa im Plenum sei nicht nötig. Mit dem Denkmal hatte es wiederholt Schwierigkeiten gegeben, die Eröffnung verschob sich um fünf Jahre, die Kosten stiegen von 10 auf 15 Millionen Euro. "Jetzt war noch Zeit, die Sache zu stoppen. Und das haben wir getan", so Kruse.

Kulturgutschutzgesetz unter Experten umstritten

Geteiltes Echo bei Anhörung im Bundestag

Das geplante Gesetz zum Schutz von Kulturgütern ist bei einer Anhörung im Bundestag auf ein geteiltes Echo gestoßen. Mehrere Experten begrüßten das Vorhaben, nur wirklich einzigartige Kunstwerke mit einem Ausfuhrverbot zu belegen. Umstritten waren dagegen die neuen Sorgfaltspflichten für Kunsthändler. "Der wirtschaftliche Aufwand ist untragbar", sagte etwa Markus Eisenbeis vom Kölner Auktionshaus Van Ham. Bei der Anhörung waren 14 Experten geladen, jeweils zu 30 Einzelfragen Stellung zu nehmen. "Das Gesetz ist gut, notwendig und überfällig", fasste Geschäftsführer Olaf Zimmermann für den Deutschen Kulturrat zusammen.

Szenografen-Bund äußert sich zu Schmähgedicht-Affäre

Aufruf an Kanzlerin sich gegen Verfahren gegen Böhmermann auszusprechen

Der Bund der Szenografen, ein Berufsverband der Kostüm- und Bühnenbildner, hat in einer Stellungnahme Bundeskanzlerin Merkel und die Bundesregierung dazu aufgefordert, sich nicht der Forderung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu beugen und sich ganz klar gegen ein Verfahren gegen Jan Böhmermann auszusprechen. Jedes Staatsoberhaupt müsse Negativpresse und Satire aushalten, heißt es in dem Papier. Und weiter: Sehr geübt sei darin Angela Merkel, die immer wieder Hitler-Vergleiche von Seiten europäischer Medien aushalten müsse. Umso verwunderlicher sei es, dass ausgerechnet sie nun dieses Gedicht als „verletzend" eingeordnet hätte.

Britischer Dramatiker Wesker gestorben

Arnold Wesker schrieb mehr als 40 Stücke, die in 18 Sprachen übersetzt wurden

Der britische Dramatiker Arnold Wesker ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Das teilte sein Sohn Lindsay mit. Wesker, dessen gesellschaftskritische Werke das Leben der Arbeiterklasse beschrieben, litt in den letzten Jahren an der Parkinson-Krankheit. Ende der 50er Jahre wurde Wesker mit einer Trilogie bekannt: "Chicken Soup With Barley" ("Hühnersuppe mit Graupen"), "Roots" und "I'm Talking About Jerusalem" ("Nächstes Jahr in Jerusalem"). Sie handelten von einer kommunistischen Familie, deren Ideologie in den 1930er Jahren zerfiel. Wesker schrieb mehr als 40 Stücke, die in 18 Sprachen übersetzt wurden. 2006 wurde er in Anerkennung seines Lebenswerks in den Ritterstand erhoben.

Ruhrtriennale lotet europäische Werte aus

Intendant Johan Simons stellt diesjähriges Programm vor

Die Ruhrtriennale wird angesichts der Flüchtlingskrise in diesem Jahr politisch. Im zweiten Jahr seiner Intendanz will der Niederländer Johan Simons die Bedeutung der europäischen Werte "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ausloten. "Wir können das Nachdenken über unsere Zeit nicht nur Politikern überlassen", sagte Simons bei der Vorstellung des Programms des experimentellen Musik-, Theater- und Kunstfestivals in Duisburg. Vom 12. August bis 24. September bringt die Ruhrtriennale 120 Veranstaltungen mit 32 Produktionen an zahlreichen Orten des Ruhrgebiets heraus, darunter 20 Uraufführungen. Eröffnet wird das Festival in der Jahrhunderthalle Bochum mit Willibald Glucks Barockoper "Alceste". Simons führt selbst Regie. Neu und spektakulär ist die Spielstätte: die Kohlenmischhalle der im Dezember 2015 stillgelegten Zeche Auguste Victoria in Marl.

SWR setzt zur Orchester-Fusion weiter auf Avantgarde

Grund für Fusion waren Sparzwänge beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Nach seiner umstrittenen Orchesterfusion will der Südwestrundfunk (SWR) seine international bedeutende Position in der musikalischen Avantgarde behaupten. Das neue SWR-Symphonieorchester spiele in der kommenden Saison 13 Uraufführungen, sagte Orchestermanager Johannes Bultmann in Stuttgart. Die Neue Musik gehöre klar zum Profil des Orchesters, das am 22. September sein erstes Konzert gibt - in Stuttgart, dem Standort des neuen Klangkörpers. Durch die Fusion des Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg (SO) mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart (RSO) verlieren die Ensembles nach 70 Jahren ihre Eigenständigkeit. Die beiden Traditionsensembles zusammenzuführen gilt als große Herausforderung. Gegen die Verschmelzung der Orchester hatte es Proteste von Musikfreunden sowie heftige Kritik aus Politik und Kultur gegeben.

Mögliche Absage des Einheitsdenkmals überrascht Milla

Architekt bezweifelt zudem den genannten Kostenanstieg

Der Architekt des Berliner Einheitsdenkmals, Johannes Milla, ist von dem geplanten Projektstopp "völlig überrascht". Er sei über die Absicht von Union und SPD nicht informiert worden, sagte der Stuttgarter Architekt. "Wenn es wirklich zu dieser Entscheidung kommt, würde der Bundestag 3,2 Millionen Euro versenken - abgesehen davon, dass es kein Einheitsdenkmal gibt." Millas Angaben zufolge sind nämlich bisher nicht nur Kosten von 1,7 Millionen Euro für seine Arbeit entstanden. Für das Entfernen, Sichern und Einlagern der Mosaike seien weitere 1,5 Millionen Euro angefallen. Auch den vom Finanzministerium genannten Kostenanstieg von 10 auf 15 Millionen Euro für das Gesamtprojekt bezweifelt er. "Das ist eine offensiv hochgerechnete Zahl, die nicht erklärlich ist", sagte er. Der Haushaltsausschuss des Bundestags will am Nachmittag über eine Beschlussvorlage entscheiden, wonach das seit 2007 geplante Projekt gestoppt werden soll.

Zeitschriftenverleger wollen digitales Angebot ausbauen

Print bleibt aber nach wie vor das Kerngeschäft

Die Zeitschriftenverlage in Deutschland engagieren sich immer stärker im Digitalgeschäft. Auch die Nutzung solcher Angebote nehme entsprechend zu, teilte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in Berlin mit. Einen besonders deutlichen Zuwachs gibt es beim mobilen Zugriff auf Zeitschriftenwebsites. Hier sei die Zahl der User von 17,2 in 2014 auf 27,3 Millionen in 2015 gestiegen. Das Digitalgeschäft soll 2016/2017 weiter ausgebaut werden. So gaben bei einer Erhebung im Auftrag des VDZ 89 Prozent der befragten Verlage an, die Investitionen in Mobile-Angebote steigern zu wollen, 71 Prozent sagten das für den Online-Bereich. Print ist aner nach wie vor das Kerngeschäft: Die Verlage erwarten, mit Zeitschriften in diesem Jahr 60 Prozent ihrer Umsätze zu machen, mit dem Digitalgeschäft 18 Prozent.

Jan Böhmermann unter Polizeischutz

Nächste "Neo Magazin Royale"-Sendung abgesagt

Nach seinem umstrittenen Schmähgedicht über den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan steht der ZDF-Moderator Jan Böhmermann unter Polizeischutz. "Vorsorglich steht ein Streifenwagen vor dem Haus", sagte ein Sprecher der Polizei in Böhmermanns Wohnort Köln. Die Polizei beobachte die Lage fortlaufend und stehe mit anderen Sicherheitsbehörden in Kontakt. Derweil sagte Böhmermann seine nächste, für Donnerstag geplante Sendung ab.

Musikproduzent David Gest gestorben

Todesursache unklar

Der Musikproduzent und Ex-Mann von Liza Minnelli, David Gest, ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Er sei in einem Hotel in London tot aufgefunden worden, sagte ein Freund Gests, Imad Handi, der Nachrichtenagentur AP. Die Londoner Polizei bestätigte, dass sie wegen eines ungeklärten Todesfalls in das Four Seasons Hotel im Londoner Stadtteil Canary Wharf gerufen worden sei. Eine Autopsie der Leiche sei geplant.

World Heritage Watch: Mehr Schutz für Kulturgüter

Geplantes Kulturgutschutzgesetz reiche nicht aus

Die Organisation World Heritage Watch (WHW) hat eine Ausweitung des Kulturgutschutzes gefordert. Er ermutige die Bundesregierung, "gegenüber dem Druck kommerzieller Interessen nach Aufweichung des Gesetzes standhaft zu bleiben", erklärte der WHW-Vorsitzende Stephan Dömpke in Berlin. Einzelne Punkte des umstrittenen deutschen Gesetzentwurfs zum Kulturgutschutz befinden sich derzeit noch in der Abstimmung. Diese Neuregelung werde "den Abfluss von Kulturgütern aus ihren Herkunftsländern" nur begrenzt unterbinden, so WHW.

Höchste Sicherheitsstufe für Filmfestspiele in Cannes

Verschärfte Kontrollen und bessere Koordination

Für die weltberühmten Filmfestspiele in Cannes will die französische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen zusätzlich verschärfen. Vor dem Hintergrund der Gefahr von Terroranschlägen werde die Sicherheit für die erwarteten Prominenten und die rund 200 000 Besucher der Spiele auf die höchste Stufe gestellt, teilte Innenminister Bernard Cazeneuve mit. Zuvor war er mit dem Bürgermeister von Cannes zusammengetroffen. Die für Cannes gedachten Maßnahmen werden unter anderem verschärfte Sicherheitskontrollen sowie bessere Koordination zwischen der Polizei und den Leibwächtern der Prominenten umfassen.

Erinnerung an Günter Grass

Anlässlich seines ersten Todestages

Freunde und Weggefährten haben im Lübecker Günter-Grass-Haus an den vor einem Jahr gestorbenen Literaturnobelpreisträger erinnert. Zur Langen Nacht für Günter Grass waren unter anderem der Kritiker Hanjo Kesting, der Autor Christof Siemes, die Theaterverlegerin Maria Sommer und Benjamin Lebert, Stammgast des von Grass gegründeten Lübecker Autorentreffens, anwesend. In Vorträgen und Gesprächen wurden die unterschiedlichen Facetten der Persönlichkeit von Grass beleuchten. Die Lange Nacht soll nach Angaben der Veranstalter künftig jedes Jahr am Todestag des Schriftstellers stattfinden. Grass war am 13. April 2015 im Alter von 87 Jahren gestorben.

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