Dienstag, 22.10.2019
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. Mai 2019

Ricarda-Huch-Poetikdozentur für Thomas Meinecke

Der Schriftsteller Thomas Meinecke erhält am 16. Mai die Braunschweiger Ricarda-Huch-Poetikdozentur für Gender in der literarischen Welt. Meineckes Werk befasse sich mit Utopien des Miteinanders, teilte die Stadt mit. Seine Romanfiguren suchten nach Menschen, die Geschlechtergrenzen überwänden. Die mit 7.000 Euro dotierte Auszeichnung ist mit einem anschließenden Lehrauftrag im Sommersemester 2019 an der Technischen Universität Braunschweig verbunden. Thomas Meinecke veröffentlichte Erzählungen und Romane, zuletzt "Selbst" im Suhrkamp Verlag. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Düsseldorfer Literaturpreis 2003 und dem Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst 2008.

James Cameron gratuliert zu "Avengers"-Kinoerfolg

"Titanic"-Regisseur James Cameron hat den Machern des Blockbusters "Avengers: Endgame" zum Riesenerfolg an den Kinokassen gratuliert. "Ein Eisberg hat die echte Titanic versenkt. Es erforderte die Avengers, um meine Titanic zu versenken", schrieb der kanadische Oscar-Preisträger auf Twitter. Dazu veröffentlichte er ein Foto des "Avengers"-Logos, auf dem die Spitze des Buchstabens "A" den Bug eines Schiffes rammt. Mit Einnahmen von mehr als 2,2 Milliarden Dollar rangiert das Superhelden-Epos "Avengers: Endgame" nach kurzer Laufzeit schon auf Platz zwei der Weltrangliste der umsatzstärksten Filme. Am Wochenende hatte sich der Marvel-Film mit einer Star-Besetzung um Robert Downey Jr. und Scarlett Johansson vor den Blockbuster "Titanic" von 1997 geschoben. In der Liste der kommerziell erfolgreichsten Filme steht allerdings seit 2009 ein weiterer Film Camerons an der Spitze: der Science-Fiction-Film "Avatar - Aufbruch nach Pandora" mit Einnahmen von rund 2,8 Milliaren Dollar.

Bürgerrechtler Schorlemmer für neue Nationalhymne

Der frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer hat sich dafür ausgesprochen, die Kinderhymne von Bertolt Brecht zur neuen Nationalhymne zu machen. Schorlemmer sagte im Mitteldeutschen Rundfunk, es sei ein großer Fehler gewesen, nach der Wiedervereinigung diesen Vorschlag des Runden Tischs nicht aufzugreifen. Er sei dafür, "dass wir diese Debatte ruhig nochmal anfangen, obwohl wir sie damals leider verloren haben", so der Theologe. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte sich für eine neue Hymne ausgesprochen. Schorlemmer zufolge wurden drei große Kriege mit dem "schrecklichen Pathos" des Textes von Hoffmann von Fallerslebens "Deutschland, Deutschland über alles..." geführt. Es sei gut, sich die 1949 von Brechts entstandene Hymne anzuschauen. Dieses Lied lasse sich sehr gut singen und fasse alles zusammen, worauf sich die Deutschen verständigen könnten und wo sie ihre Identität suchten.

Nominerte für Bachmann-Preis stehen fest

Am Wettlesen von 14 Schriftstellern um den diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis nehmen zum ersten Mal mehr Frauen als Männer teil. Aus Deutschland sind fünf Autoren dabei: Martin Beyer aus Bamberg, Yannic Han Biao Federer aus Köln, Ronya Othmann, die am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert, sowie die in Berlin lebende Katharina Schultens. Während diese Kandidaten mehr oder weniger zahlreiche Veröffentlichungen aufzuweisen haben, geht mit Daniel Heitzler ein Mann ohne Veröffentlichungen ins Rennen. Der Literatur-Student aus Germersheim in Rheinland-Pfalz arbeitet den Angaben zufolge in Berlin als Barkeeper. Bei den 43. Tagen der deutschsprachigen Literatur vom 26. bis 30. Juni in Klagenfurt sind der mit 25 000 Euro dotierte Bachmann-Preis sowie vier weitere Preise zu vergeben.

Theaterprojekt für eine bessere Zukunft

In rund 80 deutschen Städten findet am Samstag die Aktion "Theater der 10.000" statt. Sie soll "in ganz Deutschland ein Zeichen für eine bessere Zukunft" setzen, wie das Kinderhilfswerk Unicef in Köln ankündigte. Zeitgleich startet um 12.19 Uhr ein Mitmachtheater, das sich mit dem Thema "Kindheit im Krieg und auf der Flucht" beschäftigt.

Wissenschaftspreis für Ashis Nandy

Der indische Sozialtheoretiker und Psychoanalytiker Ashis Nandy ist mit dem Wissenschaftspreis der Köhler-Stiftung ausgezeichnet worden. Nandy nahm die Auszeichnung in der Ruhr-Uni in Bochum entgegen. Nandy, geboren 1937, ist einer der führenden Intellektuellen Indiens und Mitbegründer der weltweiten Postcolonial Studies zu Entwicklung der indischen Gesellschaft und ihrer nachwirkenden Kolonialerfahrungen. Der Preis ist mit 80.000 Euro dotiert.

Ulm plant Dauerausstellung über Einstein

Der Schöpfer der Relativitätstheorie soll in seiner Geburtsstadt Ulm mit einer Dauerausstellung geehrt werden. Für die Einrichtung der Schau "Albert Einstein und seine Ulmer Familie" stellt die Stadt ein wertvolles altes Gebäude und rund eine Million Euro sowie jährliche Folgekosten von 300 000 Euro zur Verfügung. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Die Ausstellung soll Anfang 2022 eröffnet werden. Rechtzeitig zum 100. Jahrestag der Verleihung des Nobelpreises für Physik an den Mann, den viele Ulmer als den "größten Sohn der Stadt" ansehen.

Mitgründer fordert Zerschlagung von Facebook

Der Mitgründer von Facebook, Chris Hughes, hat sich für eine Aufspaltung des Facebook Konzerns ausgesprochen. In den USA gebe es die Tradition, Monopole einzuschränken, egal wie gut es das Management meint, so Hughes in einem Kommentar in der "New York Times". Facebook ist mit über zwei Milliarden Nutzern das weltgrößte soziale Netzwerk. Zu dem Unternehmen gehören auch die Plattformen Whatsapp und Instagram, die jeweils von einer Milliarde Menschen genutzt werden. Zuckerberg habe bei seinem Streben nach Wachstum Sicherheit und Höflichkeit für mehr Clicks aufgegeben, so Hughes weiter. Er sehe die Gefahr, dass Zuckerberg nur Menschen um sich geschart habe, die seine Ziele teilten und ihm nicht widersprächen. Facebook war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen. Der Konzern war wegen mehrerer Datenschutz-Pannen in Europa und den USA in die Kritik geraten.

Netzwerk erforscht Folgen der Digitalisierung

Ein neues baden-württembergisches Forschungsprojekt befasst sich mit den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Beteiligt sind unter anderem die Universitäten Mannheim und Tübingen und das Karlsruher Institut für Technologie.Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fördert das Forschernetzwerk "Gesellschaft im Digitalen Wandel" mit rund 2,1 Millionen Euro für die Dauer von drei Jahren. Ziel sei es, technologischen Wandel, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz unter möglichst verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren und gleichzeitig "Gestaltungsoptionen" zu entwickeln, hieß es. Es gehe etwa um Risikoeinschätzungen und ethische Fragen.

SWR-Jazzpreis für Liz Kosack

Die amerikanische Keyboarderin Liz Kosack erhält in diesem Jahr den mit 15.000 Euro dotierten "SWR Jazzpreis". Die 35-jährige Musikerin habe eigene Akzente in der Jazzszene Deutschlands gesetzt, so die Jury. Bei ihren Auftritten, bei denen sie stets mit selbst angefertigten Masken auf die Bühne kommt, überschreite sie die Grenzen musikalischer Genres. Kosack wurde im US-Bundesstaat Maine geboren und lebt seit 2013 in Berlin.

Cristina Nord wird Leiterin des Berlinale Forum

Die Filmkritikerin, Autorin und Kuratorin Cristina Nord übernimmt ab dem 1. August 2019 die Leitung des Berlinale Forum. Die Sektion findet seit 1971 im Rahmen der Berlinale statt und wird vom Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. kuratiert und organisiert. Cristina Nord war von 2002 bis 2015 Filmredakteurin im Kulturressort der Berliner "taz". Sie ist außerdem als Dozentin und Kuratorin tätig. Nach ihrem Wechsel zum Goethe-Institut im Jahr 2015 verantwortete Cristina Nord die Leitung der Programmarbeit mit regionalem Fachauftrag für Südwesteuropa in Brüssel.

Turin: Verlag von Buchmesse ausgeschlossen

Nach Protesten von Autoren und Holocaust-Überlebenden ist ein Verlag von Italiens wichtigster Buchmesse in Turin ausgeschlossen worden, weil er einer neofaschistischen Partei nahe steht. Der Gründer des Verlags Altaforte hatte sich offen zum Faschismus bekannt und gesagt, dass der Antifaschismus Italiens größtes Übel sei. Die Stadt Turin und die Region Piemont forderten die Messeorganisatoren daher auf, dass der Verlag nicht teilnehmen dürfe, weil er die Werte, zu denen der "Salone del Libro" bekennt, angegriffen habe. Zur Messeeröffnung wurde der Stand nach Angaben italienischer Medien abgebaut.Das Museum des ehemaligen Konzentrationslagers in Auschwitz hatte mit der Absage der Teilnahme an der Messe gedroht, sollte der Verlag dabei sein. Auch andere Autoren und Intellektuelle hatten mit einem Boykott gedroht.

Grammy-Organisation bekommt erstmals eine Chefin

Die für die Vergabe der Grammy Awards zuständige Recording Academy bekommt erstmals eine Chefin. Deborah Dugan sei zur Präsidentin und Geschäftsführerin der Recording Academy ernannt worden, so die Organisation. Sie folgt auf Neil Portnow, der die Grammys seit 2002 führte. Er hatte sich gegen eine Verlängerung seines Vertrags entschieden. Am scheidenden Recording-Academy-Chef hatte es bei der Verleihung der begehrten Musikpreise 2018 scharfe Kritik gegeben. Auf den Mangel an weiblichen Preisträgern angesprochen, entgegnete Portnow damals im Backstage-Interview, Frauen müssten sich "mehr anstrengen". Später entschuldigte er sich für die Aussage. Dugan tritt ihren neuen Posten zum 1. August an. Bisher leitet sie die Organisation von Popstar Bono, die sich für den Kampf gegen Aids stark macht.

Kleist-Preis für Ilma Rakusa

Die Schweizer Schriftstellerin Ima Rakusa (73) wird mit dem Kleist-Preis 2019 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert. Die geborene Kosmopolitin und Europäerin sei Dichterin, Literaturwissenschaftlerin, Übersetzerin aus vier Sprachen, Kritikerin und polyglotte Intellektuelle in einer Person, teilte die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft in Köln mit. Rakusa wurde 1946 als Tochter eines Slowenen und einer Ungarin geboren. Sie wuchs in Budapest, Ljubljana, Triest und Zürich auf. Als Schriftstellerin sei sie sowohl mit Gedichten als auch mit Prosa hervorgetreten. Mit ihrem Werk zähle sie zur europäischen Avantgarde der Gegenwart, hieß es. Der Preis soll am 24. November im Deutschen Theater in Berlin übergeben werden. Die Laudatio halte die Schriftstellerin Yoko Tawada, die 2016 selbst mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet worden war.

46 Millionen australische Geldscheine mit Tippfehler

Australiens Zentralbank hat beim Drucken der 50-Dollar-Scheine einen Fehler im Kleingedruckten gemacht. 46 Millionen Scheine haben einen Fehler im Wort "responsibility" (Verantwortung). Der Fehler fiel erst nach sechs Monaten auf. Zuerst hatte der Radiosender Triple M darüber berichtet und ein Foto der winzig kleinen Schrift auf der Fotoplattform Instagram gepostet. Das Wort "responsibility" erscheint dreimal auf der Banknote, jedes Mal fehlt das dritte "i". Der Fehler soll beim nächsten Druckvorgang im Laufe dieses Jahres behoben werden. Das Wort stammt aus einem Zitat der ersten Rede von Edith Cowan vor dem Parlament von Western Australia. Cowan wurde 1921 als erste Frau in ein australisches Parlament gewählt. Australiens Polymer-Scheine gehören zu den am schwersten zu fälschenden Banknoten der Welt. Sie sind außerordentlich detailliert. Die Technologie wurde auch in andere Länder exportiert. Der Fünfziger wird wegen seiner gelben Farbe auch als Ananas bezeichnet.

Thüringens Ministerpräsident für neue Nationalhymne

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine neue Nationalhymne ausgesprochen. "Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden", sagte der Linke-Politiker der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall würden viele Ostdeutsche die Hymne nicht mitsingen, sagte Ramelow weiter. "Ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten. Bisher hat dieser Wunsch leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt." Er plädierte für einen neuen Text, "der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins".

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