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Dienstag, 25.02.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Rheingold-Musiker Bodo Staiger gestorben

Der Musiker, Schauspieler und Musikproduzent Bodo Staiger ist tot. Das bestätigte sein Tonstudio "3klangrecords" auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Staiger landete mit der Popband Rheingold und dem Stück "Dreiklangdimensionen" seinen größten Hit. Davor spielte er zunächst mit Marius Müller-Westernhagen und dem späteren „Kraftwerk"-Musiker Karl Bartos in der Band, bevor er 1980 die Pop-Gruppe Rheingold gründete. Diese wurde später der Neuen Deutschen Welle zugerechnet. Aufgrund seiner Popularität war Staiger zwei Jahre später zusammen mit Desirée Nosbusch in einer Hauptrolle auch im Kinofilm "Der Fan" zu sehen. Bodo Staiger starb im Alter von 70 Jahren in seiner Heimatstadt Düsseldorf.

Bayreuther Festspielsprecher Emmerich ist tot

Der langjährige Sprecher der Bayreuther Festspiele, Peter Emmerich, ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Das bestätigte Katharina Wagner der Deutschen Presse-Agentur. Emmerich hatte die Öffentlichkeitsarbeit der Richard-Wagner-Festspiele drei Jahrzehnte lang geprägt. Festspiel-Patriarch Wolfgang Wagner hatte ihn kurz vor dem Mauerfall 1989 aus Dresden nach Bayreuth geholt.

Kosovo erklärt Peter Handke zur Persona non grata

Literaturnobelpreisträger Peter Handke ist im Kosovo nicht willkommen. Das teilte Außenminister Behgjet Pacolli auf Facebook mit. Sein Land habe ihn zur Persona non grata erklärt. "Die Verbrechen zu leugnen und Verbrecher zu unterstützen ist ein schreckliches Verbrechen." Neben dem kosovarischen Botschafter hatten auch die Botschafter Albaniens, Bosniens, Nordmazedoniens, der Türkei und Kroatiens die Verleihung des Literaturnobelpreises boykottiert.

Auch "Ommegang" ist Immaterielles Unesco-Weltkulturerbe

Die Weltkulturorganisation Unesco hat bei ihrer Konferenz in Kolumbien die Liste des weltweiten Immateriellen Kulturerbes erweitert: Die historische Brüsseler Prozession "Ommegang", der byzantinische Gesang auf Zypern und das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit in Boliviens Hauptstadt La Paz zählen nun dazu. Bereits am Dienstag stufte die Organisation den Seperu-Volkstanz in Botswana, das Erntedankfest der Subanen auf den Philippinen sowie Rituale um den kenianischen Kit-Mikayi-Schrein als gefährdete Immateriellen Kulturerbe ein. Insgesamt berät der Zwischenstaatliche Ausschuss mit Vertretern aus 24 Vertragsstaaten bis Samstag über 41 nominierte Kulturformen.

Klage gegen Berufung des Gründungsdirektors der Berliner Bauakademie

Der Streit um die Leitung der Berliner Bauakademie wird jetzt juristisch ausgetragen. Nachdem an die 500 Architekten und Museumsfachleute in einem Offenen Protestbrief darauf hinwiesen, dass der zum Gründungsdirektor ernannte SPD-Politiker Florian Pronold keines der Kriterien der Stellenausschreibung erfüllt, klagen zwei unterlegene Mitbewerber nun vor Gericht. Am 9. Januar soll in Berlin über den Eilantrag entschieden werden, teilte das Landesarbeitsgericht mit. Das für die Bundesstiftung Bauakademie zuständige Innenministerium äußerte sich nicht. In dem Offenen Brief heißt es unter anderem, der 46-Jährige Jurist sei in der Welt des Bauens nahezu unbekannt. Damit werde eine Chance vergeben, die Bauakademie als Architekturzentrum mit internationaler Ausstrahlung zu etablieren.

Ungarn billigt Gesetz für mehr Kontrolle über die Kultur

Im Eilverfahren und unter Protesten der Opposition hat die rechte Regierungsmehrheit im ungarischen Parlament ein umstrittenes Gesetz für eine stärkere Kontrolle der Kultur verabschiedet. Während der Abstimmung am Mittwoch standen die Oppositionsabgeordneten und hielten sich schwarze Theatermasken vors Gesicht, wie das Portal "444.hu" berichtete. Das neue Gesetz sieht die Schaffung eines Nationalen Kulturrates vor, der die "strategische Lenkung der kulturellen Sektoren durch die Regierung" ermöglichen soll. Bei der Bestellung von Intendanten von staatlich geförderten Stadttheatern muss künftig mit dem zuständigen Minister eine Einigung erzielt werden. Bisher haben die Gemeinden allein entschieden, wer die von ihnen betriebenen Theater leitet. Am Montag hatten im Zentrum von Budapest mehrere Tausend Bürger gegen das Gesetz demonstriert. Mehr als 50 000 Menschen unterzeichneten eine Online-Petition gegen das Gesetz.

Die Kunstmesse art berlin wird eingestellt

Bis auf Weiteres wird die Durchführung der Kunstmesse art berlin eingestellt, wie der Veranstalter Koelnmesse mitteilte. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien die aktuellen Rahmenbedingungen in Berlin, die insbesondere Planungssicherheit vermissen ließen, kommentierte Gerald Böse, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Koelnmesse. So sei die Nutzung des Standorts Tempelhof, wo die Messe bisher drei mal stattgefunden hat - ab 2020 nicht garantiert und das finanzielle Ergebnis der Kunstmesse nicht befriedigend gewesen. Man wolle sich jetzt wieder verstärkt den Kunstmessen am Standort Köln konzentrieren, so Böse. Die Koelnmesse organisiert und betreut jedes Jahr rund 80 Messen, Gastveranstaltungen und Special Events in Köln und in den wichtigsten Märkten weltweit. Mit ihrem Portfolio erreicht sie über 55.000 Aussteller und mehr als drei Millionen Besucher.

"Time Magazine" kürt Thunberg zur "Person des Jahres"

Das "Time Magazine" hat die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zur "Person des Jahres" gekürt. Der 16-Jährigen sei es gelungen, Sorgen über den Planeten in eine weltweite Bewegung zu verwandeln, die einen globalen Wandel verlange, erklärte die US-Zeitschrift zur Begründung. Das "Time Magazine" würdigt seit 1927 einflussreiche Persönlichkeiten des Weltgeschehens, darunter Kanzlerin Merkel und Friedensnobelpreisträger Mandela. Greta Thunberg ist die bisher jüngste Persönlichkeit, die vom Magazin zur Person des Jahres gekürt wurde.

Berliner Jazzpreis geht an die Musikerin Silke Eberhard

Die Musikerin Silke Eberhard wird mit dem Jazzpreis Berlin ausgezeichnet. Sie präge seit vielen Jahren die Jazzszene der Hauptstadt und genieße große internationale Wertschätzung, teilten der Rundfunk Berlin-Brandenburg und die Kulturverwaltung des Senats zur Begründung mit. Eberhard studierte an der Berliner Hanns Eisler Musikhochschule, ihre Hauptinstrumente sind Bassklarinette und Altsaxofon. Mehrere Jahre spielte sie mit der japanischen Pianistin Aki Takase in verschiedenen Formationen und konzertierte auch mit anderen Jazz-Größen wie David Liebman und David Burrell. Seit 2014 ist sie Vorstandsmitglied der Union Deutscher Jazzmusiker. Im August wird Silke Eberhard den mit 15 000 Euro dotierten Jazzpreis Berlin im Rahmen eines Konzertes entgegennehmen.

Neuer Digital-Chefredakteur für "Berliner Zeitung"

Der Co-Chefredakteur der "Frankfurter Neuen Presse", Matthias Thieme, wechselt in die Chefredaktion der "Berliner Zeitung". Ab Februar werde der 45-Jährige dort als Chefredakteur mit Schwerpunkt für digitale Produkte des Berliner Verlags anfangen, wie das Medienhaus in der Hauptstadt mitteilte. Vom Berliner Verlag hieß es, Thieme werde Chefredakteur neben Jochen Arntz, Elmar Jehn und Margit J. Mayer. Der Herausgeber der Zeitung, Michael Maier, sagte, Thieme werde der Berliner Zeitung entscheidende Impulse geben, um sie in die digitale Zukunft zu führen. Thieme selbst wurde mit den Worten zitiert, dass das Ziel sei, die Zeitung im "entscheidenden Feld des Digitalen zur Nummer 1 in der Hauptstadt" zu machen.

José Carreras kündigt Ende seiner Sängerkarriere an

Der spanische Star-Tenor José Carreras hat angekündigt, dass er seine Sängerkarriere beenden will. "Ich denke, ich werde noch zwei Jahre singen", sagte der 73-jährige Mitbegründer der legendären "Drei Tenöre" der Deutschen Presse-Agentur. Danach wolle er sich ganz der Familie und Freunden, aber vor allem seiner Leukämie-Stiftung widmen. Carreras hatte vor drei Jahrzehnten eine Leukämie-Erkrankung überwunden und unterstützt seitdem unter anderem die Förderung der klinischen Forschung über die Leukämie. Zur Sammlung von Spenden wird er am Donnerstag in Leipzig zum 25. Mal die José Carreras Gala moderieren. Nach Angaben der Stiftung wurden in den vergangenen 25 Jahren mehr als 1000 Projekte mit mehr als 220 Millionen Euro gefördert.

Kohls Witwe erringt Teilerfolg um strittige Zitate

Im Prozess um die Veröffentlichung von Zitaten des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl hat dessen Frau Maike Kohl-Richter einen Teilerfolg erzielt. Das Kölner Landgericht untersagte dem Biografen Heribert Schwan unter anderem die wörtliche oder sinngemäße Wiedergabe von Äußerungen des Altkanzlers. Zudem muss Schwan der Witwe Auskunft über Einnahmen aus dem Verkauf des Buches erteilen. Diese soll der Entscheidung über den zustehenden "Ersatzanspruch" für Kohl-Richter dienen. Welche Summe Schwan zahlen muss, will das Gericht erst später klären. Kohl-Richters parallel gegen den "Spiegel"-Verlag erhobene Klage wegen der Berichterstattung zum Buch wies das Gericht größtenteils zurück. Die Witwe hat demnach nur bei vier von 132 beanstandeten Zitaten einen Unterlassungsanspruch. Der Streit um Schwans Kohl-Biografie "Vermächtnis" beschäftigt die Gerichte seit Jahren. Bereits frühere Urteile stellten fest, dass im Buch unautorisierte Zitate von Kohl veröffentlicht wurden, darunter auch drastische Äußerungen über andere Politiker.

Weltweit mindestens 250 Journalisten in Haft

Weltweit sind nach Angaben der US-Journalistenorganisation Committee to Protect Journalists (CPJ) mindestens 250 Journalisten in Haft. Die meisten davon befinden sich in China im Gefängnis, dort seien es mindestens 48 Medienschaffende. An zweiter Stelle folgt die Türkei mit mindestens 47 Inhaftierten, teilte CPJ in New York mit. In der Türkei liefen zudem noch Prozesse gegen dutzende weitere Journalisten. Den dritten Platz teilen sich den Angaben zufolge Saudi-Arabien und Ägypten, wo jeweils mindestens 26 Journalisten inhaftiert sind. Die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten ist im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen (2018: 255; 2016: 273). Trotzdem sei sie weiterhin viel zu hoch, betonte das CPJ.

Grütters wirbt für mehr Höflichkeit im Internet

Ein zunehmend aggressiver Sprachgebrauch im Internet beschädigt nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die demokratische Debattenkultur. "Die verrohte Art und Weise in der digitalen Kommunikation, wie wir sie heute immer häufiger erleben, zerrüttet das Miteinander unserer Gesellschaft", sagte Grütters in Berlin beim Auftakt der Diskussionsreihe "#anstanddigital", einem gemeinsamen Projekt der Katholischen Akademie in Berlin und des Kulturbüros der Evangelischen Kirche in Deutschland. Deshalb brauche es einen Verständigungsprozess über den Umgang im digitalen Raum, so die Staatsministerin. Ziel müsse sein, dass Debatten im Netz den Diskurs fördern statt die Spaltung der Gesellschaft zu vertiefen. Sie werbe auch für Höflichkeit als "digitale Währung".

Bild von Gustav Klimt möglicherweise wiedergefunden

Ein vor fast 23 Jahren aus einem Museum in Italien gestohlenes Gemälde von Gustav Klimt hat das Gebäude womöglich nie verlassen. Ein Gärtner in der Galerie in Piacenza sagte dem italienischen Fernsehen, er habe in einem Versteck in einer Außenmauer ein Gemälde gefunden. Es könnte sich dabei um Klimts "Porträt einer Frau" handeln, das bei Renovierungsarbeiten in der Galerie im Februar 1997 verschwand. Der Polizeichef von Piacenza sagte, das Gemälde werde an einem sicheren Ort aufbewahrt. Experten würden prüfen, ob es sich um das Original oder eine Kopie handele.

Künstlerkollektiv muss Stahlsäule entfernen

Nach Angaben des Bezirksamtes Berlin-Mitte muss die vom Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" vor dem Reichstag aufgestellte Stahlsäule bis zum 20. Dezember entfernt werden. Grund sei die nicht genehmigte Einbetonierung. Nach Angaben des Künstlerkollektivs war die Säule in ein Stahl-Beton-Fundament gegossen worden. Zuvor habe man die umstrittene Stele überarbeitet und die angeblich enthaltene Asche von Holocaust-Opfern entnommen. Diese sei der orthodoxen Rabbiner-Konferenz übergeben worden.

Gericht bestätigt Haftstrafe gegen Bill Cosby

Der frühere US-Fernsehstar Bill Cosby hat das Berufungsverfahren gegen seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs verloren. Ein Gericht im Bundesstaat Pennsylvania bestätigte das Urteil der ersten Instanz und hielt an der dreieinhalbjährigen Haftstrafe fest. Cosby war 2018 schuldig gesprochen worden, eine Frau 2004 sexuell missbraucht zu haben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 82-Jährige sein Opfer unter Drogen gesetzt und sich an ihr vergangen hatte. Ob Cosby nun vor den Obersten Gerichtshof von Pennsylvania zieht, ließen seine Anwälte offen. Insgesamt werfen ihm etwa 60 Frauen sexuellen Missbrauch vor, die meisten Fälle sind aber verjährt.

Nobelpreise in Stockholm und Oslo überreicht

In Stockholm und Oslo sind die Nobelpreise für Frieden und Literatur, für Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaft verliehen worden. Der Literaturnobelpreis für das Jahr 2018 geht an die Polin Olga Tokarczuk, der für dieses Jahr an den Österreicher Peter Handke. Wegen seiner pro-serbischen Haltung im Jugoslawien-Krieg und der Zeit danach ist die Auszeichnung für Handke umstritten. In der Nähe des Konzerthaues versammelten sich etwa 200 Menschen, um gegen die Verleihung zu protestieren. Die Nobel-Akademie hatte ihre Entscheidung verteidigt. Man müsse zwischen einer Person und ihrem literarischen Werk unterscheiden, hatte sie erklärt.

Banksy zeigt Obdachlosen in Rentierschlitten

Ein weihnachtliches Graffiti des britischen Street-Art-Künstler Banksy ist in Birmingham aufgetaucht - und wurde bemalt. Das Werk zeigt zwei fliegende Rentiere auf einer Backsteinmauer, die eine danebenstehende echte Parkbank zu ziehen scheinen. Auf einem Video, das Banksy auf Instagram postete, liegt ein offenbar obdachloser Mann namens Ryan auf der Bank. Nur wenig Stunden später hat ein unbekannter Sprayer den Rentieren rote Nasen verpasst, berichteten britische Medien.Banksys Video wurde schon millionenfach abgerufen. Fans feiern Banksy für das sozialkritische Werk. In einem Kommentar unter dem Post hieß es: "Schönes Geschenk zu Weihnachten. Danke, Banksy."

Kulturstiftung erhält Verantwortung für Domschatz

Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt übernimmt zu Beginn des kommenden Jahres die Verantwortung für den Domschatz von Halbstadt und damit für eine der wertvollsten sakralen Kunstsammlungen in Deutschland. Die Stiftung ist dann für den musealen Betrieb, die Präsentation und die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenschatzes zuständig, teilte Sachsen-Anhalts Kulturministerium in Magdeburg mit. Bislang trägt die evangelische Kirchengemeinde die Verantwortung für den Domschatz. Zu dem Schatz gehören romanische und gotische Wandteppiche, Messgewänder, Altarbilder, Möbel und Gottesdienst-Utensilien wie Kelche oder Leuchter.

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