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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.09.2015

Reproduktionsmedizin"Die deutschen Gesetze sind zu streng"

Martin Spiewack im Gespräch mit Anke Schäfer und Christopher Ricke

Das Monitorfoto zeigt das Einbringen einer Samenzelle in eine Eizelle mittels Mikropipette unter dem Mikroskop. (Hubert Link, dpa)
Künstliche Befruchtung: In Deutschland gibt es weit über 100 Kinderwunschzentren. (Hubert Link, dpa)

Seit heute steht in Bayern ein Arzt vor Gericht: Er soll einer Frau fremde Eizellen eingesetzt und so gegen das Embryonenschutzgesetz verstoßen haben. Der Wissenschaftsjournalist Martin Spiewack meint, Eizellspenden sollten liberaler gehandhabt werden.

Wenn eine Frau mit Kinderwunsch nicht mit eigenen Eizellen schwanger werden kann, reist sie heutzutage oft nach Skandinavien oder in osteuropäische Länder. Dort ist erlaubt, was in Deutschland verboten ist: die Eizellspende. Der Wissenschaftsjournalist Martin Spiewack findet derlei Kinderwunschtourismus im Grunde überflüssig. Es sei nicht richtig, die Frauen letztlich zu zwingen, ins Ausland zu gehen: "Die deutschen Gesetze sind zu streng."

"Eizellspende ist verboten, Samenspende erlaubt"

Das Embryonenschutzgesetz im Besonderen dürfte nach Einschätzung Spiewacks sogar "das strengste Gesetz weltweit auf dem Feld" sein. Es erlege nur den Frauen Restriktionen auf: "Eizellspende ist verboten, die Samenspende ist erlaubt." Er fände es besser, so Spiewack, wenn Frauen sicher sein könnten, in Deutschland behandelt zu werden - zumal im Ausland nicht die Regel gelte, dass das Kind später erfahren könne, wer seine genetische Mutter sei. Doch gerade das sei unglaublich wichtig.

 

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