Seit 12:05 Uhr Aktuelles 12-13

Mittwoch, 08.04.2020
 
Seit 12:05 Uhr Aktuelles 12-13

Interview / Archiv | Beitrag vom 23.03.2018

Reparieren und Selbermachen"Ein Zeichen gegen die Wegwerf-Gesellschaft"

Wolfgang Heckl im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke

Podcast abonnieren
Wolfgang M. Heckl auf einem roten Drehstuhl in seiner vollen Werkstatt. (privat)
Wolfgang Heckl beim Werkeln: "Es kann nicht so weitergehen auf dieser Erde. " (privat)

Ja, Selbermachen macht glücklich! Diese Ansicht vertritt der Generaldirektor des Deutschen Museums in München, Wolfgang Heckl. Er selbst geht mit bestem Beispiel voran und repariert Jukeboxen, Radios oder Solarthermen.

Für jeden Einzelnen sei es ein großer Gewinn, "das Glück einer erfolgreichen Reparatur" zu erleben, sagt Wolfgang Heckl im Deutschlandfunk Kultur. Zugleich gehe es natürlich auch darum, ein Zeichen gegen die Wegwerf-Gesellschaft zu setzen, weshalb das Deutsche Museum in Müchen etwa sogenannte Repair Cafés für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbiete. 

"Es kann nicht so weitergehen auf dieser Erde, mit dieser Wegwerf-Gesellschaft", sagt Heckl, der hofft, dass sich viele Menschen für den Trend des Wiederverwertens und Reparierens begeistern.

Die Sehnsucht, etwas gestalten zu können

Heckl selbst repariert mit Leidenschaft: "Wenn ich ein Gerät zerbastle, dann hebe ich alles auf: jede Schraube, jede Röhre, jeden Kondensator, jeden Widerstand und jedes Stück Holz und jedes Stück, das man mal wieder brauchen kann."

Den Wunsch, sich durch eigene Fähigkeiten von der Industrie unabhängig zu machen, erkennt Heckl jedoch auch bei anderen:

"Ich glaube, es hat was zu tun mit der Sehnsucht der Menschen innerhalb der Globalisierung selber doch noch etwas gestalten zu können. Also der Globalisierung sozusagen ein Schnippchen zu schlagen: Ich selbst kann etwas tun!"

Interview

Fernsehfilm "Die Getriebenen" 2015 haben alle verloren
Szene aus dem Film "Die Getriebenen". (rbb/carte blanche/Volker Roloff)

Der Fernsehfilm "Die Getriebenen" arbeitet den Umgang mit den Fluchtbewegungen von 2015 auf. Regisseur Stephan Wagner glaubt mit Blick auf das Management der Coronapandemie, dass die Politik aus den damaligen Ereignissen gelernt habe.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur