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Donnerstag, 19.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 19. August 2019

Renovierungsarbeiten an Notre-Dame gehen weiter

Die Renovierungsarbeiten an der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind wieder gestartet. Aufgrund der hohen Bleikonzentration müssen Bauarbeiter nun einen besonderen Schutzanzug, einen Helm, Handschuhe und eine Maske tragen, wie der Sender Franceinfo in Paris berichtete. Die Renovierungsarbeiten waren am 25. Juli unterbrochen worden, um die Sicherheitsmaßnahmen für die Arbeiter zu erhöhen. Die Bleikonzentration nach dem Großbrand an der Pariser Kathedrale Notre-Dame soll um das bis 800-Fache über dem erlaubten Grenzwert gelegen haben. Das berichtete die französische Internet-Zeitung "Mediapart" Anfang Juli unter Berufung auf Einsicht in offizielle Laborwerte. Blei gilt als krebserregend und fortpflanzungsgefährdend. Die Pariser Kathedrale war durch einen Großbrand Mitte April stark beschädigt worden.

Branche feiert Gamescom-Auftakt

In Köln hat die weltgrößte Computer- und Videospielmesse Gamescom begonnen.
Bei der "Opening Night Live" feierten Spiele Weltpremiere, wurden also live vor Publikum gespielt, die erst in den kommenden Monaten in den Handel kommen. Morgen wird die Gamescom offiziell mit einem Tag für Presse und Fachleute im Beisein unter anderem von Digitalminister Scheuer eröffnet. Übermorgen haben alle Interessierten Zutritt zur Messe.

Götz George Preis für Schauspielerin Margit Carstensen

Der Götz George Preis 2019 geht an die Theater- und Filmschauspielerin Margit Carstensen (79). Sie sei eine "Ausnahmeerscheinung in der deutschen Theater- und Filmlandschaft", zwinge das Publikum zum Zuhören und ziehe ausnahmslos in ihren Bann, hieß es am Montag zur Preisverleihung in Berlin. Carstensen spielte unter anderem in Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" und "Die bitteren Tränen der Petra von Kant". Der nach dem 2016 verstorbenen Götz George benannte Preis soll vor allem ältere Schauspielerinnen und Schauspieler würdigen und ist mit 10 000 Euro dotiert.

Plagiatsvorwürfe gegen Mode von Billie Eilish

Die US-Sängerin Billie Eilish hat nach Plagiatsvorwürfen T-Shirts und Kapuzenpullis aus dem Angebot ihres Webshops entfernt. Ein Twitter-User hatte auf die Ähnlichkeit der Prints zur Anime-Figur Nozomi Tojo aus der Serie "Long Live!" verwiesen. Die Vorlagen für die Prints stammen aber nicht direkt aus der japanischen Serie, sondern von Zeichnungen eines Fans. Das russische Modelabel Siberia Hills, mit dem Eilish für die Capsule-Kollektion zusammengearbeitet hatte, entschuldigte sich und stellte klar, dass die Sängerin nichts von den Vorlagen gewusst habe.

Berlin: Mauerfalljubiläum mit Festivalwoche

Mit einer großen Kunstinstallation und mehr als hundert Veranstaltungen begeht Berlin im November den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Das gab der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) bekannt. An verschiedenen Originalschauplätzen wie der ehemaligen Stasizentrale und der East Side Gallery werden großflächige 3D-Videoprojektionen mit Bildern, Animationen und Soundeffekten installiert. Darüber hinaus sind sieben Ausstellungen unter freiem Himmel geplant sowie mehr als hundert weitere Veranstaltungen, zum Beispiel Gespräche mit Zeitzeugen und Filmreihen. Am 5. November soll die US-Musikerin Patti Smith in der Gethsemanekirche auftreten. Teil der großen Bühnenshow am Brandenburger Tor zum Jahrestag des Mauerfalls am 9. November soll die Staatskapelle unter Leitung von Daniel Barenboim sein.

Osteuropäische Medien für Unabhängigkeit gewürdigt

Für ihren Einsatz für die Pressefreiheit werden an vier osteuropäische Medien und einen Journalisten 75 000 Euro ausgelobt. Sie erhalten von der Hamburger Zeit-Stiftung und der norwegischen Fritt-Ord-Stiftung die "Free Media Awards - Supporting Independent Journalism in Eastern Europe", wie die Stiftungen mitteilten. Angesichts einer zunehmenden Bedrohung der Pressefreiheit sowie wachsenden Repressionen gegenüber osteuropäischen Journalisten werden erstmals fünf Auszeichnungen mit einem Preisgeld von je 15 000 Euro vergeben, im Vorjahr waren es drei. Die Verleihung erfolgt bei der "Free Media Awards Konferenz" in Vilnius (Litauen) im November.

Blitzeinschlag: "FAZ" nur im Netz zu lesen

Nach einem Blitzeinschlag bei der hessischen Druckerei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) hat das Blatt seine digitale Ausgabe am Montag komplett freigeschaltet. Das Lesen war ohne Login möglich, wie faz.net nach dem Unwetterschaden am Sonntagabend berichtete. Teile der Produktion in Mörfelden-Walldorf nahe Frankfurt waren zuvor lahmgelegt worden. Der Blitzeinschlag beschädigte zudem mehrere Druckmaschinen. Tausende von Haushalten im Rhein-Main-Gebiet bekamen am Montag keine gedruckte Tageszeitung. Betroffen waren neben der "FAZ" die "Frankfurter Rundschau" und die "Frankfurter Neue Presse". Auch deren Verlage stellten ihre Ausgaben im Netz kostenlos als Download zur Verfügung.

Kündigung von Wuppertaler Intendantin vor Gericht

Die Kündigung der früheren Intendantin des Wuppertaler Tanztheaters Pina Bausch, Adolphe Binder, beschäftigt ab Dienstag das Landesarbeitsgericht Düsseldorf. Binder klagt gegen ihre fristlose Kündigung im Juli 2018, die das Tanztheater unter anderem damit begründet hatte, dass sie angeblich keinen umsetzbaren Spielplan vorgelegt habe. Das Arbeitsgericht Wuppertal hatte die Kündigung im Dezember als unwirksam gewertet. Das Landesarbeitsgericht verhandelt nun über die Berufung des Tanztheaters. Seit knapp einem Jahr hat die Kompagnie mit der Kulturmanagerin Bettina Wagner-Bergelt eine neue künstlerische Leiterin.

SciFi-Preis für Mary Robinette Kowal

Mit dem wichtigsten Preis für Scinece Fiction-Literatur, dem Hugo Award ist gestern die US-amerikanische Schriftstellerin Mary Robinette Kowal in Dublin ausgezeichnet worden. "The Calculating Stars" gewann in der Kategorie Roman. Der Hugo wird in vielfältigen Kategorien vergeben, unter anderen auch für Kurzgeschichten, Fanzines oder Illustrationen. Benannt ist der Hugo, der offiziell eigentlich Science Fiction Achievement Award heißt, nach Hugo Gernsbeck, dem Verleger und Wegbegründer der Science-Fiction-Literatur.

Kairos Tahrir-Platz soll Touristenattraktion werden

Kairos Tahrir-Platz soll künftig mehr Touristen aus aller Welt anziehen. Die Umgestaltung des bekannten Platzes ist Teil der Regierungspläne zur Entwicklung der historischen Viertel Kairos, wie ägyptische Medien berichteten. Erneuert werden sollen die Straßenbeläge, die Begrünung und die Beleuchtung des Platzes. Ferner soll der Platz einen 19 Meter hohen Obelisken erhalten. Der Tahrir-Platz sei einer der berühmtesten Plätze des Landes und weltweit bekannt, sagte Ministerpräsident Mustafa Madbuli laut Medien. Als solcher habe er erhebliches touristisches Potential. Während des sogenannten Arabischen Frühlings wurde der Tahrir-Platz als Kundgebungsplatz für und gegen den damaligen Präsidenten Husni Mubarak erneut zum Symbol der ägyptischen Revolution.

Garnisonkirche: Künstler fordern Umdenken

Künstler, Wissenschaftler und Architekten haben ein Umdenken beim Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche gefordert. Das Projekt ziehe keinen deutlichen Trennstrich zu Kaiserreich und Nationalsozialismus und knüpfe kritiklos an die Geschichte der Kirche als zentralen Identitätsort in der NS-Zeit und der Zeit der deutschen Kolonialkriege an, heißt es in einem Offenen Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Zu den Unterzeichnern gehören die Künstler Thomas Demand, Monika Bonvicini, Hans Haacke und Klaus Staeck, der Galerist Kasper König sowie die Architekten Peter Kulka, Matthias Sauerbruch und Philipp Oswalt. In der Erklärung wird der Abriss des 1991 gestifteten Glockenspiels mit seinen "revisionistischen, rechtsradikalen und militaristischen Widmungen" gefordert. Der Turm der Garnisonkirche wird derzeit wieder aufgebaut.

Dokumentarfilmregisseurin erhält Konrad-Wolf-Preis

Die Schweizer Dokumentarfilmregisseurin Heidi Specogna (60) erhält in diesem Jahr den Konrad-Wolf-Preis der Berliner Akademie der Künste. Die Jury würdigte in ihrer Begründung Specognas Beharrungsvermögen, das es ihr ermögliche, "in ganz außerordentlicher Weise die persönliche Geschichte ihrer Protagonisten vor dem politischen Hintergrund ihrer Länder - hauptsächlich Lateinamerika und Afrika - aufzufächern". Specogna verstehe es besonders, die Schicksale der Frauen zu beleuchten. 1991 drehte sie den Film "Tania La Guerrillera" über Tamara Bunke, eine Weggefährtin Che Guevaras. Zuletzt verlagerte sie ihre Aufmerksamkeit auf Afrika, etwa mit "Carte Blanche" (2011) oder "Cahier Africain" (2016), für den sie im vergangenen Jahr mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 20. Oktober in Berlin übergeben werden.

Preis für Ausstellungsdesign im Residenzmuseum

Die Wittelsbacher Porzellan-, Silber- und Miniaturensammlung im Königsbau der Residenz München hat eine Auszeichnung erhalten. Sie wurde vom Rat für Formgebung mit einem "Iconic Award: Innovative Architecture 2019" in der Kategorie "Architecture" prämiert, wie das Finanz- und Heimatministerium in München mitteilte. Laut Begründung legten die Gestalter besonderen Wert auf ein fein abgestimmtes Farbkonzept, den sorgfältigen Einsatz von Materialien in den Vitrinen sowie auf Lichtinszenierungen. Die Bayerische Schlösserverwaltung hatte damit das Gestaltungsbüro SPACE4 beauftragt. Nach rund zehnjähriger Restaurierung und Sanierung war der Königsbau der Residenz München 2018 wiedereröffnet worden.

Goethe-Institut würdigt Hongkonger Kulturszene

Künstler und Kreative sind von Anfang an besonders aktive Unterstützer der Protestbewegung in Hongkong gewesen. Das sagte die Leiterin des Goethe Instituts in Hongkong, Almuth Meyer-Zollitsch, im Deutschlandfunk Kultur. Filmemacher seien rund um die Uhr mit den Demonstranten unterwegs, um die gestiegene Polizeigewalt zu dokumentieren. Täglich erschienen professionell produzierte Filme mit Kommentaren im Netz, damit die Welt erfahre, was in Hongkong passiere. Allein gestern demostrierten über eine Millionen Menschen gegen den zunehmenden Einfluss Chinas und für die Demokratie.

Früherer WDR-Chefdirigent Froschauer gestorben

Der ehemalige Chefdirigent des WDR Rundfunkorchesters, Helmuth Froschauer, ist tot. Der österreichische Chorspezialist sei im Alter von 85 Jahren gestorben, bestätigte das Pressebüro der Wiener Philharmoniker. Froschauer begann seine Karriere in den 1950er Jahren als Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. In seiner weiteren Laufbahn arbeitete er unter anderem als Chorleiter der Wiener Staatsoper, sowie der Salzburger Festspiele unter Herbert von Karajan. Im Jahr 1992 wurde er Direktor des Kölner Rundfunkchors. Fünf Jahre später übernahm er auch als Chefdirigent das WDR Rundfunkorchester, das er bis 2003 leitete, und dem er danach als Ehrendirigent verbunden blieb.

Island beerdigt ersten abgeschmolzenen Gletscher

Beerdigung für eine Masse Eis: Island hat offiziell Abschied vom Gletscher Okjökull genommen. Mit Gedichten, Schweigeminuten und flammenden politischen Appellen zum Kampf gegen den Klimawandel erinnerten Aktivisten, Regierungsvertreter und andere Teilnehmer an den ersten abgeschmolzenen Eisriesen auf der Insel im Nordatlantik. Kinder brachten dort eine Gedenktafel an, auf der sich auch eine Botschaft an die zukünftigen Generationen: "Dieses Ehrenmal soll anerkennen, dass wir wissen, was vor sich geht und was getan werden muss. Nur ihr werdet wissen, ob wir es getan haben."

Iran schickt Dokumentarfilm ins Oscar-Rennen

Der Iran schickt einen Dokumentarfilm ins Oscar-Rennen für den besten fremdsprachigen Film. Die für die Auswahl zuständige Cinema-Stiftung entschied sich für den Film "Auf der Suche nach Farideh" der Regisseurin Asadeh Mussawi und ihres Kollegen Kurosch Attaei. Er handelt vom Leben der des Mädchens Farideh, das als Baby von ihren leiblichen Eltern im Nordosten des Iran ausgesetzt worden ist. Das Kind wurde von einem niederländischen Ehepaar adoptiert. 40 Jahre später will Farideh ihre Wurzeln erkunden und fliegt in den Iran. Dort trifft sie auf drei Familien, die behaupten, ihre leiblichen Eltern zu sein. Der Iran hat in der Oscar-Kategorie für den besten ausländischen Film bereits zweimal gewonnen. Beide Male gewann der Regisseur Asghar Farhadi: 2012 mit dem Film "Nader und Simin - Eine Trennung" und 2016 mit "Salesman".

Cem Özdemir erhält Ignatz-Bubis-Preis

Der langjährige Grünen-Parteichef Cem Özdemir ist in der Frankfurter Paulskirche mit dem Ignatz-Bubis-Preis ausgezeichnet worden. Der Politiker erhielt den mit 50 000 Euro dotierten Preis für "außergewöhnliches Engagement und ein stets zukunftsorientiertes Handeln zum Aufbau einer friedlichen Welt mit Offenheit und Toleranz", hieß es in der Begründung. Özdemir sagte in seiner Dankesrede, Bubis und der rechtsradikale Brandanschlag auf das Haus einer türkischen Familie in Solingen hätten ihn 1993 in die Politik geführt. Dass Bubis damals deutliche Worte fand, habe ihn tief beeindruckt. Der Preis wird seit 2001 alle drei Jahre vergeben und ehrt Menschen oder Organisationen, deren öffentliches Wirken "im Sinne der von Ignatz Bubis vertretenen Werte gekennzeichnet" sei. Bubis (1927-1999) war Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und seit 1992 Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Kulturrat fordert Freifahrten auch für Ehrenamtliche

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, fordert Freifahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln auch für ehrenamtlich engagierte Menschen. Hintergrund ist ein aktueller Vorstoß, nach dem Soldaten der Bundeswehr in Uniform ab 1. Januar nächsten Jahres kostenlos Zug fahren können. "Die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich und freiwillig engagieren, haben wie die Soldatinnen und Soldaten Anerkennung und Respekt verdient", betonte Zimmermann. Bürgerschaftliches Engagement sei "gelebte Demokratie" und leiste einen "unverzichtbaren Beitrag" zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, so Zimmermann weiter.

Streit um Arnautoff Wandgemälde in San Francisco

13 große Wandgemälde des russischen Künstlers Victor Arnautoff, die seit über 80 Jahren in der George Washington High School in San Francisco hängen, haben eine heftige Debatte ausgelöst. Kritiker stoßen sich an der Darstellung über das Leben des ersten US-Präsidenten George Washington vor allem an der Abbildung von Sklaven und getöteten Ureinwohnern. Einige Schüler hatten bekundet, die Bilder von schwarzen und indigenen Unterdrückten zu sehen, sei für sie traumatisierend. Arnautoff (1896-1979), der die Fresken 1936 schuf, habe als Künstler der Neuen Sachlichkeit die Gesellschaft in realistischer und kritischer Weise dargestellt, sagt Robert Cherny, Historiker und Experte für Arnautoffs Kunst. Ein Entschluss der Schulbehörde im Juni, die "Life of Washington"-Fresken zu übermalen, hatte Proteste ausgelöst. Daraufhin stimmte das Gremium nun mit knapper Mehrheit dafür, die Malereien zu erhalten, sie aber abzudecken. Zu den Verfechtern der Wandfresken gehört unter anderem der afroamerikanische Schauspieler und Aktivist Danny Glover, der als Jugendlicher die Schule besucht hatte. Die umstrittenen Darstellungen seien eine mahnende Erinnerung an die Unterdrückung von Menschen, sagte er dem Sender KPIX.

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