Seit 17:05 Uhr Studio 9 kompakt

Samstag, 15.12.2018
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9 kompakt

Kulturnachrichten

Dienstag, 10. Juli 2018

Rekorderlös für Buchillustration

Winnie-Puuh-Landkarte für rund eine halbe Million Euro versteigert

Die "Hundert-Morgen-Wald"-Landkarte von Pu, dem Bären (Winnie Puh), wurde für rund eine halbe Million versteigert, ein Rekorderlös für eine Buchillustration. Die Karte ist eine Handzeichnung des Illustratoren E. H. Shephard aus dem Jahr 1926. Damit liegt der Kaufpreis drei Mal über dem geschätzten Wert. 1970 wurde die Karte das letzte Mal verkauft - damals für einen Preis von 1.700 Pfund (rund 2.000 Euro). Der "Hundert-Morgen-Wald" ist der Ort, an dem viele der Handlungen des Kinderbuches "Pu der Bär" und der verschiedenen Filme um die Figur "Winnie Puuh" und seine Freunde spielen.

Widerstand gegen Verkauf von Weinsteins Filmstudio

Hollywood-Größen befürchten hohe Verluste

Eine Reihe prominenter Schauspieler, Regisseure und Produzenten will den geplanten Verkauf des Filmstudios von Harvey Weinstein stoppen. Sie beklagen ausstehende Zahlungen der Weinstein Company für bereits produzierte Filme und TV-Serien und bezweifeln, dass der potenzielle Käufer - die Kapitalgesellschaft Lantern Capital mit Sitz im texanischen Dallas - sie auszahlen wird. Unter den Betroffenen sind dem Portal "Deadline" zufolge unter anderem die Schauspieler Brad Pitt, George Clooney, Jake Gyllenhaal, Julia Roberts, Meryl Streep und Robert De Niro. Auch Regisseur Quentin Tarantino ("Kill Bill") wehrt sich einem Medienbericht zufolge gegen den geplanten Verkauf. Grund seien nicht gezahlte Lizenzgebühren in Höhe von 3,7 Mio Euro, berichtete die Website "The Blast" unter Berufung auf Dokumente aus dem Insolvenzverfahren. Demnach stünden unter anderem Zahlungen für Tarantinos Filme "Inglourious Basterds", "Django Unchained" und "The Hateful Eight" aus.

Thailändisches Höhlendrama bald im Kino?

Filmproduktionsfirma bereits vor Ort

Das Schicksal der thailändischen Jugendfußballmannschaft, die tagelang in einer Höhle eingeschlossen war und nun endlich gerettet werden konnte, soll verfilmt werden. Wie AAP berichtet, soll die Produktionsfirma „Pure Flix - ein Filmstudio, das sich auf christliche und Familienfilme spezialisiert hat - bereits vor Ort sein, um erste Interviews für einen potentiellen Film zu führen. Der geschäftsführende Gesellschafter Michael Scott sagte der Nachrichtenagentur AAP: „Ich sehe hier einen großen Hollywood-Film mit A-Stars. Wie das Magazin „Stern berichtet, soll zudem ein Drehbuchautor eingeflogen werden. Außerdem wird Michael Scott zum Vorwurf des unpassenden Timings mit folgenden Worten zitiert: "Es wären andere Produktionsfirmen gekommen. Wir mussten schnell sein." Auch soll niemand zu Interviews gedrängt worden sein: "Ich sagte ihnen: Wenn sich alles beruhigt hat, sollten wir uns zusammensetzen und ein detaillierteres Interview darüber führen, was wirklich geschehen ist.

Liu Xia in Berlin eingetroffen

Friedensnobelpreisträgerwitwe lässt sich in Deutschland medizinisch behandeln

Liu Xia, chinesische Dichterin und Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, ist in Deutschland eingetroffen. Liu Xia landete am Nachmittag auf dem Flughafen Berlin-Tegel, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die 57-Jährige hatte in Peking acht Jahre unter de-facto-Hausarrest gestanden, internationale Appelle zu ihrer Freilassung wurden von der Führung in Peking lange Zeit ignoriert. Westliche Regierungen und Aktivisten hatten seit Jahren auf ihre Freilassung gepocht und darauf verwiesen, dass sie nie wegen eines Verbrechens angeklagt worden sei. 2010 war Liu in Hausarrest gekommen, nachdem das Nobelkomitee in Norwegen ihrem inhaftierten Mann den Friedensnobelpreis zugesprochen hatte. Dies hatte die Führung in Peking verärgert. Ein Jahr zuvor war Liu Xiaobo wegen Anstiftung zum Umsturz der Staatsmacht zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Im Juli 2017 starb er in Gewahrsam an Leberkrebs. Sein Tod befeuerte internationale Forderungen nach einer Freilassung von Liu Xia.

ARD und Produzenten erweitern Zusammenarbeit

MeToo: Leitlinien für Transparenz und Antikorruption angepasst

Die ARD und die Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen erweitern im Hinblick auf die öffentliche "MeToo"-Debatte ihre Zusammenarbeit. So wurden die bereits 2013 beschlossenen gemeinsamen Leitlinien für Transparenz und Antikorruption um eine Passage gegen sexuelle Gewalt, Missbrauch und Belästigung erweitert, wie der MDR in Leipzig mitteilte. Eine entsprechende Klausel finde zukünftig Eingang in die Produktionsverträge. Wörtlich heißt es nun: "Die ARD-Landesrundfunkanstalten und die Produzenten werden jeglicher Form von sexueller Gewalt, Missbrauch und sexualisierter Belästigung entgegenwirken und jeweils erforderliche Maßnahmen zum Schutz Betroffener sowie zur Aufarbeitung und Prävention sicherstellen." Beide Seiten wollten begründete Verdachtsmomente umgehend prüfen und im Einzelfall zum Schutz der Betroffenen handeln, hieß es. Die zuständigen Anlaufstellen bei ARD und Produzenten arbeiteten dabei künftig in geeigneter Form zusammen.

Tontafel mit Homers Odyssee-Versen entdeckt

Älteste Fund niedergeschriebener Odyssee-Verse

Deutsche und griechische Archäologen haben bei Ausgrabungen in der antiken Stätte von Olympia eine Tontafel mit Versen von Homers Odyssee gefunden. Die Tafel stamme aus dem dritten nachchristlichen Jahrhundert. Sie sei damit der älteste Fund niedergeschriebener Odyssee-Verse, teilte das Kulturministerium in Athen mit. In die Tafel eingeritzt seien 13 Verse. Beschrieben werde das erste Treffen des Odysseus nach seiner Rückkehr auf die Insel Ithaka mit seinem treuen Hirten Eumaios, hieß es.

Steinmeier vergibt Preise für kulturelle Bildung

Bundespräsident: "Jeder kann einen Zugang zur Kunst und zur Kultur finden"

Die Stiftung Brandenburger Tor in Berlin und die Integrierte Gesamtschule Herder in Frankfurt am Main sind mit dem Zukunftspreis für Kulturbildung "Der Olymp" ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief als Schirmherr des Wettbewerbs dazu auf, möglichst vielen jungen Menschen kulturelle Bildung zu ermöglichen. "Ich glaube, jeder kann einen Zugang zur Kunst und zur Kultur finden, wenn er ihm nur eröffnet und nicht verstellt wird", sagte Steinmeier. Die Stiftung Brandenburger Tor überzeugte die Jury mit ihrem Programm "Max", bei dem Künstler für mindestens ein Jahr einen Atelierraum an einer von acht Grundschulen im Raum Berlin-Brandenburg zur Verfügung gestellt bekommen. An der Gesamtschule Herder gibt es vierzehn Wochenstunden "Kulturelle Praxis". Unter dem Motto "Eine Kunst für jeden" sollen die rund 650 Schüler ihr eigenes künstlerisches Potenzial entdecken - in Film oder Theater, Tanz oder Performance, Design oder Schreiben.

Kunstinstallation zur Urteilsverkündung im NSU-Prozess

Vier lebensgroße "Wölfe" vor dem Oberlandesgericht München

Zur Urteilsverkündung im NSU-Prozess in München finden sich vor dem Oberlandesgericht München vier lebensgroße "Wölfe" ein. Dabei handelt es sich um eine Kunstinstallation von Rainer Opolka, wie dessen Agentur mitteilte. Die vier Bronzewölfe halten eine Pistole in der Hand und stehen vor einem Transparent mit der Aufschrift "Wölfe bitte nicht füttern. Nationalismus gebiert Gewalt. Europa sei wachsam". Außerdem werden zehn kleinere "Wolfsmenschen" präsentiert, die symbolisch für jeden von der Terrorgruppe verübten Mordanschlag stehen sollen. Mit seiner Wanderausstellung unter dem Titel "Die Wölfe sind zurück?" wolle Opolka die Gesellschaft über die Gefahren von Rechtsextremismus aufklären und fremdenfeindlichen Entwicklungen entgegenwirken, heißt es in der Ankündigung.

Geoffrey Rush zieht sich von Theaterproduktion zurück

Oscar-Preisträger spielt nicht in "Was ihr wollt" der Melbourne Theatre Company

Der australische Schauspieler und Oscar-Preisträger Geoffrey Rush zieht sich im Streit um Belästigungsvorwürfe von einer Produktion des Shakespeare-Stücks "Was ihr wollt" der Melbourne Theatre Company zurück. Zur Begründung nannte der 67-Jährige seine "derzeitige Situation und ärztlichen Rat", wie die Theatergruppe mitteilte. Der Schauspieler geht derzeit gerichtlich gegen die australische Tageszeitung "Daily Telegraph" vor. Das Blatt hatte ihm vorgeworfen, sich bei einer Produktion von Shakespeares "König Lear" im Jahr 2015 unangemessen gegenüber einer Schauspielerin verhalten zu haben. Was genau er getan haben soll, ist nicht bekannt. Rush bestreitet die Vorwürfe. Sein Anwalt hatte dem Gericht im April mitgeteilt, sein Klient leide seit den Vorwürfen an Angstzuständen.

Dix-Gemälde jetzt dauerhaft in Kunstsammlung NRW

"Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey" wurde angekauft

Eines der bedeutendsten Porträts des Malers Otto Dix ist für die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen dauerhaft gesichert. Das "Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey" aus den 1920er Jahren war zuvor lediglich als Leihgabe in dem vom Land Nordrhein-Westfalen getragenen Museum zu sehen. Mit finanzieller Hilfe der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und des Landes NRW wurde der Ankauf zu einem nicht genannten Betrag möglich. Das 1924 entstandene Gemälde zeigt das Düsseldorfer Original Johanna Ey. "Mutter Ey" hatte in der Nähe der Düsseldorfer Kunstakademie eine Bäckerei und wurde als Seiteneinsteigerin Kunsthändlerin. Von ihr gefördert wurden auch damals noch ziemlich unbekannte Künstler wie Dix oder Max Ernst.

Rapper Drake bricht Beatles-Rekord

Sieben Songs gleichzeitig in den Top Ten der US-Charts

Der kanadische Rapper Drake bricht mit seinem neuen Album "Scorpion" sämtliche Rekorde und hat jetzt sogar die "Fab Four" und den "King of Pop" übertrumpft. Sieben seiner neuen Songs befinden sich derzeit in den Top Ten der US-Charts, die Beatles brachten es 1964 auf fünf Lieder. Das berichtete das US-Musikblatt "Billboard". Insgesamt hatte der 31-jährige Rapper in seiner Karriere nun schon 31 Top-Ten-Songs in den Charts - das schaffte zuvor als männlicher Sänger nicht mal Michael Jackson. Berichten zufolge wurde "Scorpion" innerhalb einer Woche über eine Milliarde Mal über Streaming-Plattformen abgespielt - auch das ein neuer Rekord.

Johnny Depp soll Mitarbeiter am Set geschlagen haben

US-Schauspieler wird auf Schadensersatz verklagt

Der US-Schauspieler Johnny Depp ist wegen eines Vorfalls an einem Filmset auf Schadenersatz in nicht genannter Höhe verklagt worden. Wie US-Medien berichten werfe ein Mitarbeiter eines Filmteams Depp vor, ihm zweimal in die Rippen geschlagen zu haben. Depp hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Er ist derzeit auch in eine Klage mit seinem früheren Management-Unternehmen wegen Misswirtschaft von Millionen-Beträgen verwickelt.

Literaturpreise für Wolfgang Kemp und Martin Pollack

Preise werden zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis verliehen

Der Lüneburger Kunsthistoriker und Publizist Wolfgang Kemp (72) erhält den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2018. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Der diesjährige Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geht an den österreichischen Autor und Übersetzer Martin Pollack (74). Beide Preise sind mit je 20.000 Euro dotiert und werden zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 27. Oktober in Darmstadt verliehen.

Schauspieler Tab Hunter mit 86 Jahren gestorben

Hunter wurde nach seinem Outing zur Schwulen-Ikone

Der amerikanische Schauspieler Tab Hunter, der in den 50er-Jahren seine größten Erfolge feierte, ist gestorben. Wie Hunters langjähriger Partner, der Produzent Allan Glaser, dem US-Blatt "Variety" mitteilte, starb er am Sonntag im kalifornischen Santa Barbara an den Folgen eines Blutgerinnsels. Er wurde 86 Jahre alt. Stars wie Elton John, Zachary Quinto, William Shatner und Bo Derek trauerten um den einstigen Frauenschwarm, der nach seinem Outing zur Schwulen-Ikone wurde. Elton John beschrieb Hunter auf Twitter als "den schönsten und besonderen Mann". Es sei eine Ehre gewesen, ihn zu kennen, schrieb Schauspieler Quinto auf Instagram zu einem Foto des jungen blonden Stars. Er würdigte Hunter als "Pionier der Selbstakzeptanz".

Linguistikprofessor: Trendworte halten sich nur kurz

"Seehofern" und "neymaring" werden bald wieder verschwinden

Neue Wortschöpfungen wie "seehofern" und "neymaring" werden nach Ansicht des hannoverschen Linguistikprofessors Peter Schlobinski kaum in den allgemeinen Sprachgebrauch eingehen. Diese Begriffe stünden für singuläre politische und öffentliche Handlungen, sagte Schlobinski dem Evangelischen Pressedienst. Internetnutzer hatten jüngst das Verb "seehofern" in Anspielung auf die Politik von Innenminister Horst Seehofer verbreitet. Sie hatten für Spott im Internet gesorgt, in dem sie es unter anderem mit "permanent zunehmenden populistischen Drohungen und Forderungen bei gleichzeitigem Nicht-Handeln" gleichsetzten und eine Aufnahme in den "Duden" forderten. Fußballfans veralberten mit "neymaring" den brasilianischen Fußballstar Neymar für seinen übertrieben zur Schau gestellten Schmerz beim WM-Spiel gegen Serbien.

SKD geben Objekte an Polen zurück

Sammlung des Museums für Archäologie und Ethnologie zurück in Lodz

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) haben Polen 124 ethnografische Objekte und 14 historische Fotografien zurückgegeben. Damit sind nach 78 Jahren einige der letzten Teile der einst umfangreichen Sammlung des Museums für Archäologie und Ethnologie in Lodz zurückgekehrt. "Mit der Übergabe wollen wir ein kleines Stück des Unrechts wiedergutmachen, das Deutsche während der NS-Zeit in Polen verübt haben", erklärte Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange in Dresden.

Kulturnachrichten hören

Juli 2018
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

"Staatssicherheitstheater"Ein Ventil für Gegenwartsekel
Drei Männer lesen einen Stadtplan Berlin, den sie auf den Rücken eines vierten Mannes gelegt haben, der vor ihnen sitzt. (Harald Hauswald/Volksbühne Berlin)

In Leander Haußmanns "Staatssicherheitstheater" sieht unser Kritiker viele Männer mit Handtäschchen in krustigen Klamotten. Deren Stasi-Tätigkeit taugt Haußmann, um Abscheu über die Gegenwart auszudrücken. Doch mit dem Jahr 2018 hat das wenig zu tun.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur