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Kulturnachrichten

Sonntag, 10. April 2016

Rekordbesuch bei "8. Usedomer Literaturtagen"

Festival unter dem Motto "(Nächsten)liebe" ging gestern zu Ende

Mit 1.700 Besuchern haben die "8. Usedomer Literaturtage" einen neuen Rekordbesuch verzeichnet. Im Jahr davor seien es 800 gewesen, teilten die Veranstalter mit. Höhepunkt des Festivals war die Verleihung des Usedomer Literaturpreises an die Husumer Autorin Dörte Hansen für ihren Debütroman "Altes Land". Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro und einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf der Insel Usedom dotiert. Der Intendant der Usedomer Literaturtage, Thomas Hummel, zog ein positives Fazit. Das Konzept, in der Grenzregion zu Polen mit Donna Leon, Martin Walser, Dörte Hansen, Stefan Chwin und Peter Sloterdijk Namen von Weltrang zu präsentieren und dabei den länderübergreifenden Dialog zu den Nachbarn nicht aus den Augen zu verlieren, sei "voll und ganz aufgegangen", sagte er.

Türkei fordert Strafverfolgung Böhmermanns

Bundesregierung will Verbalnote des türkischen Botschafters prüfen

Die türkische Regierung erwartet einem Medienbericht zufolge eine Strafverfolgung des ZDF-Moderators Jan Böhmermann in Deutschland wegen seiner umstrittenen Satire über den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Das habe der türkische Botschafter in einer Verbalnote an das Auswärtige Amt deutlich gemacht, berichtete der "Tagesspiegel" heute auf seiner Internetseite unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach will die Bundesregierung den Inhalt der Verbalnote "sorgfältig und so zügig wie möglich prüfen" und dann entscheiden, wie damit weiter zu verfahren sei. Morgen sollen deswegen Mitarbeiter des Bundeskanzleramts, des Außenministeriums und des Justizressorts zusammenkommen. Wie der "Tagesspiegel" weiter berichtete, habe die Bundesregierung den türkischen Erwartungen bisher nicht unter Verweis auf die Presse-, Meinungs- und Kunstfreiheit widersprochen.

Springer-Chef ergreift Partei für Böhmermann

Böhmermanns Schmähgedicht sei "ein Kunstwerk"

In der Debatte um das Erdogan-Gedicht von Jan Böhmermann ergreift Springer-Chef Mathias Döpfner Partei für den Satiriker. "Ich finde Ihr Gedicht gelungen. Ich habe laut gelacht", schreibt der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses in einem offenen Brief in der "Welt am Sonntag". "Ein Kunstwerk", urteilt Döpfner über Böhmermanns Aktion und schließt seinen offenen Brief mit den Worten: "Ich möchte mich, Herr Böhmermann, vorsichtshalber allen ihren Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz anschließen und sie mir in jeder juristischen Form zu eigen machen. Vielleicht lernen wir uns auf diese Weise vor Gericht kennen." Böhmermann hat für eine andere Satire über den ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis den diesjährigen Grimme-Preis erhalten. Nach der Kritik an seinem Erdogan-Gedicht blieb er der Preisverleihung jedoch fern. Vom Deutschen Volkshochschul-Verband erhielt er zudem die "Besondere Ehrung" für seine Verdienste um die Entwicklung des Fernsehens in der digitalen Welt.

Bibliotheken fordern Hilfe bei Flüchtlingsintegration

Bibliotheksverband sieht die Politik gefragt

Deutsche Bibliotheken sehen sich als wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Integration von Flüchtlingen. Barbara Lison, neue Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes, fordert für diese Aufgaben mehr Geld: "Die Politik sollte unsere wichtige Funktion bei der Integration von Flüchtlingen anerkennen und uns entsprechend unterstützen", sagte sie in Bremen. Viele Bibliotheken müssten Zuwandererprojekte aus dem eigenen Budget stemmen oder Spenden einwerben. Nach ihren Worten spielen die Bibliotheken eine immer größere Rolle bei der Integration von Flüchtlingen. So gewährten in Berlin die öffentlichen Bibliotheken auch Flüchtlingen ohne amtliche Meldebescheinigung oder Aufenthaltserlaubnis drei Monate lang kostenfreie Bibliotheksausweise. Auch in Bremen haben etwa 1000 erwachsene Zuwanderer kostenlose Nutzerausweise erhalten. Diesen Menschen würden online mehr als 2000 aktuelle Tagezeitungen aus mehr als 80 Ländern wie Syrien, Afghanistan und Indien angeboten.

Demonstration gegen Kieler Konzert der Band "Frei.Wild"

Demonstranten werfen der Band Fremdenfeindlichkeit vor

Etwa 150 Menschen haben nach Polizeiangaben gestern Abend gegen ein Konzert der umstrittenen Deutschrock-Band "Frei.Wild" in Kiel demonstriert. Dabei habe es Provokationen sowohl von Fans der Band als auch von Demonstranten gegeben, sagte Polizei-Einsatzleiter Kay Kramm. Nach rund 90 Minuten löste sich die Demonstration auf. 50 Polizisten waren im Einsatz. Im Sommer hatte sich die Deutschrock-Band auf ihrer Internetseite gegen Fremdenhass ausgesprochen. Ihr war immer wieder vorgeworfen worden, deutschtümelnde und gewaltverherrlichende Texte zu verbreiten. Die Gruppe war am Donnerstag mit dem Musikpreis Echo in der Sparte Rock Alternative National ausgezeichnet worden. 2013 waren die Südtiroler beim Echo noch von der Nominierungsliste gestrichen worden, nachdem andere Gruppen wie Kraftklub mit einem Boykott gedroht hatten.

Galeristen kritisieren Auswahl zur Art Cologne

Das Auswahlverfahren sei intransparent

Mehrere rheinische Galeristen haben das Auswahlverfahren zur wichtigsten deutschen Kunstmesse Art Cologne scharf kritisiert. "Das ist alles andere als transparent", sagte der Kölner Galerist Franz van der Grinten. Es sei bedenklich, dass in der Auswahljury Galerien säßen, die selbst Stände auf der Messe hätten. Art-Cologne-Direktor Daniel Hug wies die Kritik zurück. "Diese Entscheidung wird von einem unabhängigen internationalen Beirat getroffen", sagte er in einem Interview. Die aktuelle Kritik sei vor allem eine "Folge des Erfolgs der Messe". Jedes Jahr gebe es mehr Anfragen für einen Messestand und somit auch mehr Ablehnungen. Die Vorstellung, die Art Cologne sei eine Messe von rheinischen Galeristen für rheinische Sammler, sei völlig falsch, sagte Hug: "Wir sind eine internationale Messe. Die Hälfte unserer Aussteller kommt aus dem Ausland, bei den Besuchern ist es jeder dritte." Die 50. Art Cologne findet vom 14. bis 17. April statt.

Millionenkredit für Potsdamer Garnisonkirche

Turmbau der Kirche bekommt Unterstützung

Die evangelische Kirche unterstützt den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche mit einem Darlehen in Höhe von 3,25 Millionen Euro. Die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bewilligte die Hilfe für den Wiederaufbau des Kirchturms zinsfrei. Das Geld soll jedoch erst ausgezahlt werden, wenn die Finanzierung des ersten Bauabschnitts in Höhe von rund 26 Millionen Euro gesichert ist. Dafür will die EKD voraussichtlich weitere 1,5 Millionen Euro bereitstellen. Die Stiftung Garnisonkirche sprach nach dem Beschluss des Kirchenparlaments von einem "großartigen Zeichen" und einer "guten Grundlage, um die Finanzierungslücke so schnell wie möglich zu schließen". Die Gesamtkosten liegen bei 37,8 Millionen. Die Synode bezieht sich in ihrem Beschluss explizit auf den Aufbau des Turms, nicht auf eine mögliche Rekonstruktion des Kirchenschiffs. Die Förderer des Wiederaufbaus hatten zuletzt klargestellt, dass es nur noch für den Turm der 1968 gesprengten Kirche konkrete Pläne gibt. Damit waren sie Gegnern des Projekts entgegengekommen, die bei mehr Raumbedarf den Abriss benachbarter DDR-Architektur fürchten.

Trump-Gemälde nach US-Verbot in London ausgestellt

Galerie zeigt umstrittenes Gemälde eines nackten Trump

Ein wenig schmeichelhaftes Gemälde eines nackten Donald Trump, das in den USA zensiert worden war, ist nun in einer Londoner Galerie zu sehen. Die 24-jährige Künstlerin Illma Gore kam mit ihrem Bild in der Maddox Gallery unter, nachdem sie nach eigenen Angaben Todesdrohungen von Anhängern des umstrittenen US-Präsidentschaftsanwärters bekommen hatte. In der Galerie steht das Gemälde nun für umgerechnet 1,2 Millionen Euro zum Verkauf. Gore malte den republikanischen Politiker so, wie sie sich ihn nackt vorstellte. - Trump ist darauf mit unvorteilhafter Figur und winzigem Penis zu sehen. Auch seine typische Frisur fehlt nicht. Die 24-jährige in Los Angeles arbeitende Künstlerin benannte ihr Werk schließlich nach Trumps Wahlkampfslogan: "Make America Great Again". In den USA darf das Gemälde nicht öffentlich gezeigt werden, auch aus sozialen Netzwerken wurde es verbannt. Die Malerin freute sich daher nun über die Ausstellung in London. Dies beweise, dass Großbritannien "einen echten Geschmack für Kunst und genug Erfahrung hat, um die Idee dahinter zu erkennen".

"Star Wars" räumt bei MTV Movie Awards ab

Science-Fiction-Abenteuer erhält Auszeichnung als bester Film

Die siebte Episode der Star-Wars-Saga "Star Wars: Das Erwachen der Macht" hat bei den diesjährigen MTV Movie Awards abgeräumt. Der Film wurde bei der Gala, die in der Nacht zu heute im kalifornischen Burbank aufgezeichnet wurde und heute Abend (Ortszeit) im US-Fernsehen ausgestrahlt wird, als bester Film ausgezeichnet. Zudem wurde Darstellerin Daisy Ridley für die "beste Durchbruchsperformance" ausgezeichnet und Adam Driver als "bester Bösewicht". Schauspielerin Charlize Theron gewann den Preis in Form eines goldenen Popcornbechers als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in dem Action-Spektakel "Mad Max: Fury Road", Leonardo DiCaprio wurde für seine Rolle in "The Revenant - Der Rückkehrer" bester Hauptdarsteller.

Europäischer Museumspreis 2016 geht nach Warschau

Insgesamt waren 49 Museen aus 24 Ländern nominiert

Das "Museum der Geschichte der polnischen Juden" in Warschau ist der Gewinner des diesjährigen Europäischen Museumspreises. Das teilten die Veranstalter gestern Abend mit. Die Auszeichnung wurde in der nordspanischen Stadt Tolosa vom Europäischen Museums-Forum vergeben. Unter den insgesamt 49 nominierten Einrichtungen aus 24 Ländern waren auch das Ludwigsburg Museum in Ludwigsburg bei Stuttgart, das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin, die thüringischen Porzellanwelten bei Jena sowie das Staatliche Museum für Archäologie in Chemnitz vertreten. Sven-Erik Hitzer, Vorstand der Stiftung Leuchtenburg, sagte nach der Entscheidung, allein durch die Nominierung könnten sich die Nominierten zur Spitzengruppe der Museen in Europa zählen.

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