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Kulturnachrichten

Freitag, 11. Mai 2018

Rekord-Versteigerung bei Rockefeller-Auktion

Kunstsammlung erzielt Erlös von mehr als 830 Millionen Dollar

Die mehrtägige Versteigerung der Kunstsammlung des verstorbenen US-Milliardärs David Rockefeller und seiner Frau Peggy im New Yorker Auktionshaus Christie’s ist beendet. Mehr als 1500 Kunst- und Gebrauchsgegenstände wurden versteigert, darunter Gemälde von Picasso, Matisse und Gauguin. Mit einem Erlös von mehr als 830 Millionen Dollar handelt es sich um die bisher teuerste versteigerte Privatkollektion. Der Rockefeller-Besitz brach einen 2009 aufgestellten Rekord aus Paris. Dort hatte die Sammlung des französischen Modeschöpfers Yves Saint Laurent 373 Millionen Euro eingebracht. Rockefeller war 2017 im Alter von 101 Jahren gestorben. Er hatte schon zu Lebzeiten Hunderte Millionen Dollar für Zwecke wie Kunst, Medizin und Bildung gestiftet. Auch der Erlös der Auktion bei Christie's soll Rockefellers Willen nach gespendet werden, u.a. an das Kunstmuseum MoMA und die Harvard-Universität.

Trauer um Literaturwissenschaftler Gérard Genette

Genette war ein Vordenker der modernen Erzähltheorie

Frankreich trauert um einen seiner führenden Literaturwissenschaftler: Gérard Genette. Als ein einflussreicher Vordenker prägte er vor allem die moderne Erzähltheorie. 1967 war er als Professor für französische Literatur an die Sorbonne berufen worden und gehörte wenige Jahre später zu den Gründern der einflussreichen Zeitschrift "Poétique". Anerkannt und weltweit beachtet wurden vor allem Genettes Arbeiten der Textanalyse. Nach Mitteilung der Neuen Zürcher Zeitung ist Genette nun im Alter von 87 Jahren gestorben.

Kunst aus Portigon-Bestand hängt nun in Museen

Häuser erhielten Werke als Dauerleihgaben des Landes

Nahezu alle Kunstwerke, die das Land NRW von der WestLB-Nachfolgerin Portigon gekauft hat, sind nun als Dauerleihgaben in den Museen des Landes. Der Kunstschatz sei - vor allem mit Blick auf die Schwerpunkte der Museen - auf 42 Häuser verteilt. Das teilte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen mit. Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln etwa kann in seiner Impressionismus-Abteilung nun eine Arbeit von Paul Signac vorweisen. Das Kunstmuseum Bonn, das bereits zahlreiche Bilder von August Macke in der Sammlung hat, bekommt nun auch Mackes "Gartenbild". Das Land hatte 2016 für knapp 30 Millionen Euro den wertvollsten Teil der Portigon-Kunstsammlung mit 277 Werken angekauft.

Schriftstellerin Rosemarie Schuder ist tot

Autorin gehörte zu den meistgelesenen Schriftstellerinnen in der DDR

Die Schriftstellerin Rosemarie Schuder ist tot. Sie starb bereits am 5. Mai im Alter von 89 Jahren in Berlin, wie die Tageszeitung "Neues deutschland" am Freitag unter Berufung auf ihren Verleger meldete. Schuders Bücher erlebten eine Millionenauflage, darunter ihre Künstler-Romane über Michelangelo und Botticelli. Sie gehörte zu den meist gelesenen und beliebtesten Schriftstellerinnen in der DDR. In ihren letzten Lebensjahren trat Rosemarie Schuder mit Biografien über zu Unrecht vergessene Akteure des 19. Jahrhunderts hervor, so über Bismarcks Gegenspieler und Streiter gegen Antisemitismus Eduard Lasker und Ludwig Bamberger.

Junot Diaz lässt Pulitzer-Preis-Vorsitz ruhen

Autor sieht sich mit Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens konfrontiert

Das Komitee zur Verleihung des Pulitzer Preises hat angekündigt eine unabhängige Untersuchung in Auftrag zu geben, die die Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen den Autor Junot Diaz zum Gegenstand hat. Junot Diaz habe indes mitgeteilt, seinen Vorsitz innerhalb des Komitees ruhen lassen. Er bleibe jedoch Mitglied und habe mitgeteilt, dass er die Untersuchung begrüße und in vollem Umfang kooperien werde. Diaz wird von mehreren Autorinnen der sexuellen Belästigung oder Nötigung beschuldigt.

Indie-Musiker Scott Hutchison gestorben

Frontmann der Band Frightened Rabbit soll unter Depressionen gelitten haben

Der Sänger der schottischen Indie-Rock-Band, Scott Hutchison, ist tot. Das teilte die Polizei in Schottland mit. Seine Leiche war bereits am Donnerstag in der Nähe von Edinburgh entdeckt worden. Nun wurde bestätigt, dass es sich dabei um Hutchison handelt. Seine Familie würdigte den Sänger als einen, der «sein Herz auf der Zunge getragen hat». Das sei in seinen Songtexten und den Beiträgen in sozialen Medien zum Ausdruck gekommen. Er habe aber auch unter Depressionen gelitten. "Wir sind als Familie zutiefst getroffen vom Verlust unseres geliebten Scott", hieß es in einer Mitteilung. Hutchison galt bereits seit Mittwoch als vermisst. Über die Todesursache machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Verleihung des Echo Jazz entfällt

Veranstaltung auf Kampnagel gestrichen

Nach dem Eklat um den Musikpreis Echo soll jetzt auch die Verleihung des Echo Jazz entfallen. Der in Berlin ansässige Bundesverband Musikindustrie teilt auf seiner Homepage mit, die Veranstaltung am 31. Mai auf dem Kampnagel-Gelände in Hamburg werde nicht stattfinden. "Angesichts der bevorstehenden Neupositionierung der deutschen Musikpreise ist es konsequent, die diesjährige Verleihung ausfallen zu lassen und sich ganz auf einen positiven Neubeginn der Musikpreise zu konzentrieren", hieß es auf der Seite. Die bereits im März von der Jury gewählten Preisträger würden auf Wunsch ihre Auszeichnungen persönlich erhalten. Nach der umstrittenen Ehrung der Rapper Kollegah und Farid Bang hatte der Musikverband angekündigt, den auf Verkaufszahlen beruhenden Echo ganz abzuschaffen und auch den Echo Jazz sowie den Echo Klassik zu überarbeiten. Zu den dieses Jahr gekürten Jazz-Preisträgern gehören Ambrose Akinmusire, Norah Jones, das Omer Klein Trio und Markus Stockhausen.

ESC schließt chinesischen Fernsehsender aus

Mango TV soll Auftritte zensiert haben

Die Organisatoren des Eurovision Song Contests haben dem chinesischen Fernsehsender Mango TV die Übertragungsrechte entzogen, weil dieser zwei Auftritte zensiert haben soll. Die European Broadcasting Union, ein Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Sender, erklärte, Zensur entspreche "nicht unseren Werten der Universalität und der Inklusivität und unserer stolzen Tradition, Vielfalt durch Musik zu feiern". Aus der Erklärung ging nicht hervor, welche Darbietungen Mango TV geschnitten haben soll. Der Vertrag sei mit sofortiger Wirkung gekündigt worden. Damit könne Mango TV nicht mehr das Finale am Samstag aus Lissabon übertragen.

Italiens Polizei stellt Kulturgüter sicher

Immobilienmakler aus Rom hatte illegales Museum eingerichtet

Italiens Polizei hat Kulturgüter im Wert von fast einer Million Euro sichergestellt. Bei einem Immobilienmakler aus Rom seien neben Vasen unter anderem ein Pferde- und ein Bullenkopf aus Ton gefunden worden, teilten die Carabinieri mit. Der Mann soll ohne das Wissen der Behörden ein kleines Museum eingerichtet haben, in dem er die Schätze aus dem 4. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr. ausstellte. Es werde ermittelt, ob der Verdächtige Komplizen habe und woher die Kulturgüter ursprünglich stammen. Einen anderen Fund machten die Ermittler der Kulturpolizei auf Facebook: Dort war ein Teil einer römischen Säule aus Tuffstein illegal zum Kauf angeboten worden.

Tony Marshall Ehrenbürger von Baden-Baden

Ehrenbürgerbrief bei Feierstunde im Rathaus vergeben

Sänger Tony Marshall ist neuer Ehrenbürger seiner Heimatstadt Baden-Baden. Der 80-Jährige erhielt den Ehrenbürgerbrief bei einer Feierstunde im Rathaus von Oberbürgermeisterin Margret Mergen. "Dies alles mit 80 Jahren miterleben zu dürfen, diese wunderbare Ehrung, die sie mir haben zuteil werden lassen, das haut auch den Tony um", sagte Marshall nach Angaben seiner Sprecherin. Der Gemeinderat hatte die Entscheidung zur Ehrung mit den langjährigen und zahlreichen Verdiensten des gebürtigen Baden-Badeners sowie seiner beispielhaften Lebensleistung begründet. Als musikalischer Botschafter und großer Künstler habe sich Marshall weltweit einen Namen gemacht und sich stets zu seiner Heimatstadt bekannt.

Spotify löscht Musik von R. Kelly aus Playlisten

Hintergrund ist neue Richtlinie des Streamingdienstes

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen R. Kelly löscht der Streamingdienst Spotify die Musik des R&B-Sängers aus seinen Playlisten. Seit heute tauchen seine Titel nicht mehr in den von Spotify gepflegten Listen auf, wie das Magazin "Billboard" unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher berichtete. Verfügbar bleibe die Musik des dreifachen Grammy-Gewinners aber weiterhin. R. Kelly hat weltweit mehr als 40 Millionen Alben verkauft. Hintergrund des Schritts ist eine neue Richtlinie bei Spotify zu Hassinhalten und gewalttätigem Verhalten der Künstler. Danach kann sexuelle Gewalt oder Gewalt gegen Kinder eines Künstlers "beeinträchtigen, wie wir mit diesem Künstler zusammenarbeiten", heißt es darin. In bestimmten Playlisten soll die Musik von R. Kelly nicht mehr auftauchen. Die Auswahl des Spotify-Programms solle "unsere Werte reflektieren", eine Zensur solle es aber nicht geben. Seit 1994 haben mehrere Frauen dem 51-Jährigen vorgeworfen, sie sexuell genötigt oder emotional missbraucht zu haben.

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