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Lesart / Archiv | Beitrag vom 17.03.2015

ReisetagebuchNoémi Kiss' Erkundungen in Osteuropa

Moderation: Maike Albath

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Die ungarische Schriftstellerin Noémi Kiss im Studio von Deutschlandradio Kultur, aufgenommen 2015 (Deutschlandradio / Cara Wuchold)
Die ungarische Schriftstellerin Noémi Kiss im Studio von Deutschlandradio Kultur, aufgenommen 2015 (Deutschlandradio / Cara Wuchold)

Die ungarische Schriftstellerin Noémi Kiss hat eine Reise an die Ränder des ehemaligen Habsburger Reiches unternommen: "Schäbiges Schmuckkästchen" heißt ihr Buch darüber. Im Interview sprach sie über ihren Reisedrang und Konfrontationen mit aktuellen Krisen - in der Ukraine und anderswo.

"Schäbiges Kästchen" ist eine Reisetagebuch der ganz eigenen Art. Die Autorin tritt immer in ein Zwiegespräch mit den Orten, die sie besucht. Durch Siebenbürgen oder nach Serbien ist Noémi Kiss meist mit dem Bus gereist. Sie berichtet von vielen Begegnungen und schildert die Menschen und Landschaften aus einer sehr persönlichen Perspektive.

Im Gespräch mit Maike Albath drückte Noémi Kiss ihre Verwunderung aus, als sie durch die Bukowina reiste - einige Bewohner dort sprechen noch immer Deutsch. In den Gebieten, die sie bereist hat, sei sie auf Bemühungen gestoßen, eine neue Erinnerungskultur aufzubauen. Doch der Ukraine-Konflikt blockiere den Versuch, sich neu an die alten Kriege zu erinnern und sich der europäischen Gesellschaft anzuschließen. "Ich finde das sehr traurig", sagte Kiss in der "Lesart".

Außerdem erzählte die ungarische Autorin von Begegnungen mit Soldaten in der Ukraine, Erinnerungen an die eigene Großmutter und ihrer Sicht auf die Kulturpolitik der Regierung in Ungarn.

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