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Fazit | Beitrag vom 07.06.2019

Rein Wolfs wird neuer Leiter des Stedelijk Museums AmsterdamDas Museum muss näher ran an die gesellschaftliche Debatte

Rein Wolfs im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Das Bild zeigt den Intendanten der Bundeskunsthalle in Bonn, Rein Wolfs. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Rein Wolfs findet die Diversitätsdebatte wichtig: Der Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn auf dem Dach des Museums. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Der Intendant der Bonner Bundeskunsthalle, Rein Wolfs, wird ab Dezember neuer Leiter des Stedelijk Museums in Amsterdam. Bekannt ist er für seine unkonventionellen Ausstellungen, die zentrale gesellschaftliche Themen aufgreifen.

Für den niederländischen Kunsthistoriker und Ausstellungskurator Rein Wolfs, der ab Dezember das Stedelijk Museum in Amsterdam leiten wird, ist vor allem die Diversitätsdebatte wichtig. Das Thema sei in den Niederlanden noch ein Stück weiterdiskutiert als in Deutschland, sagte Rein Wolfs im Deutschlandfunk Kultur.

Ästhetische Fragen bringen ethische mit sich

Die Debatte stehe politisch und auch kulturpolitisch ganz oben auf der Agenda des Nachbarlandes. "Da werden wir bestimmt stark dran arbeiten müssen und auch wollen, weil ich das hier in Deutschland auch als einen der wichtigsten Punkte meines Programms gesehen habe. Ich denke, dass da noch immer viel zu tun ist", sagte Wolfs.

Insgesamt müsse das Museum als Einrichtung noch viel näher an die gesellschaftliche Debatte gezogen werden. Darin liege die Chance des Überlebens der Museen. "Wir müssen heute davon ausgehen – und das habe ich immer wieder bei gewissen Ausstellungen gemerkt – dass ästhetische Fragen auch ethische Fragen mit sich bringen." Darin liege eine Chance, die Rolle des Museums in der Gesellschaft neu zu definieren.

Kulturtourismus vereinnahmt Museen

Wolfs warnte davor, dass der Kulturtourismus die Museen – besonders in Amsterdam – vereinnahme. Damit entferne man sich vom Stammpublikum. Daran müsse man in Zukunft arbeiten. "Amsterdam ist eine Stadt wie Barcelona oder Venedig. Städte, die langsam Probleme kriegen mit dem großen Tourismus und die Strategien entwickeln müssen, um ein eigenes Gesicht bewahren zu können."

(rit)

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