Feature, vom 25.07.2020, 18:05 Uhr

Reihe: Wirklichkeit im Radio Mirjam

Von Werner Meyke
Der Ort des Interviews ist ungewöhnlich: Mirjams Badewanne. (EyeEm / Ayla Altintas)
Der Ort des Interviews ist ungewöhnlich: Mirjams Badewanne. (EyeEm / Ayla Altintas)

Wer ist Mirjam? Und warum wird sie porträtiert? Das Originaltonhörspiel will eine Stimme derer sein, die sonst nicht in den Medien zu Wort kommen. In den 1970ern versteht man darunter vor allem Frauen, Arbeiter, sozial Benachteiligte. Inzwischen hat sich der Diskurs weiterbewegt. Der Autor kommentiert: "Dieses Hörspiel ist aus Tonbandaufnahmen der Jahre 1970–75 entstanden. … Mirjam gehört keiner Randgruppe an, und sie ist auch nicht typisch im Sinne irgendeiner Relevanz. Ich beabsichtige eine Verunsicherung des Hörers, dem keine Schematisierung angeboten, sondern dem eine Einzelauseinandersetzung abverlangt wird. Dargestellt sind Äußerungen Mirjams über Liebe und Zuneigung, Gefühle im öffentlichen und privaten Zusammenhang, so etwas wie Mirjams öffentliches Interesse; aber die Aufnahmen sind gleichzeitig gefühlsmäßiger Ausdruck dieser Themen. ... Die Aufnahme zeigt Mirjams Zuwendung zu anderen, obwohl sie selber nicht geliebt wurde. Isoliert und krank gemacht von den 'Lieblosen', denkt sie noch mit Sorge an die Erkrankung ihrer Unterdrücker."


Reihe: Wirklichkeit im Radio
Mirjam
Von Werner Meyke
Regie: der Autor
Produktion: RB 1975
Länge: ca. 54'
Onlinefassung: 58'13 


Werner J. Meyke, in Deckbergen bei Rinteln an der Weser geboren. Schulzeit in der Nähe von Hamm/Westf. am Rande des Ruhrgebiets. Studium der Germanistik, Philosophie und Publizistik in Freiburg, Kiel und Berlin. Abschluss bei Harry Pross mit einer Arbeit über den Verleger Kurt Wolff. Zahlreiche Originaltonhörspiele von 1969–1983 für Rias Berlin und Radio Bremen. Zahlreiche Fernsehspielarbeiten mit Karl Fruchtmann, darunter: "Der Boxer" und "Zeugen".

Alle Sendungen aus der Reihe "Wirklichkeit im Radio" finden Sie hier.

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