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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 31.08.2015

Reihe UN-MillenniumszieleZiel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

Von Jenny Genzmer und Martin Hartwig

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Ein Mann aus Mali arbeitet auf einem Gebäude in der Stadt Gao. (afp/SAGET)
Die Internationale Weltarbeitsorganisation kritisiert verheerende Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern. (afp/SAGET)

Auf ihrem Gipfel im September 2000 verabschiedeten die Vereinten Nationen sogenannte Millenniumsentwicklungsziele. Eines davon war der Aufbau eine weltweiten Entwicklungspartnerschaft. Doch davon sind wir noch weit entfernt.

Die öffentliche Entwicklungshilfe der entwickelten Länder stieg zwischen 2000 und 2014 real um 66 Prozent. Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden und das Vereinigte Königreich lagen 2014 weiter über dem Zielwert der Vereinten Nationen von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens.

Thomas Silberhorn. Bundesentwicklungsministerium:

"Also das Ziel, 0,7% des Bruttonationaleinkommens auszugeben, haben sich die Industrie- die Geberländer selbst gesetzt. Deswegen müssen wir uns auch daran messen lassen, was wir hier erreichen, wir haben in Deutschland 2014 0,41 Prozent erreicht, das ist schon ein deutlicher Anstieg, aber von den 0,7% sind wir noch weit entfernt.

Wir haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass wir 2 Milliarden Euro mehr ausgeben in dieser Legislaturperiode."

Tobias Hauschild von der  Hilfsorganisation Oxfam:

Das ist ein Versprechen, das die Industrieländer schon 1970 abgegeben haben, also überfällig. Und wenn man sich da anschaut, wo Deutschland steht, da kann man nur sagen: Ziel nicht erreicht.

Auch wenn es jetzt Erhöhungen gegeben hat. Das ist viel zu wenig, die müsste im Grunde genommen fast verdoppelt werden, die deutsche Entwicklungshilfe und dass das geht, machen andere Länder vor."

Die Prozentzahl der zollfreien Importe aus Entwicklungsländern ist zwischen 2000 und 2014 von 65 auf 79 Prozent gewachsen.

Die bis 2005 zurückgehenden Einfuhrzölle verloren hingegen an Dynamik und wuchsen in einigen Kategorien wieder.

Marita Wiggerthale von Oxfam:

"Das grundsätzliche Problem ist, dass die ganzen Welthandelsdiskussionen viel zu wenig zurückgekoppelt sind an die grundlegenden Werte und auch die Menschenrechte, die für das UN-System gelten."

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