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Donnerstag, 15.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. August 2018

Regisseur Uwe Brandner ist tot

Er war unter anderem Mitinitiator der Hofer Filmtage

Der deutsche Filmemacher und Schriftsteller Uwe Brandner ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren, wie eine Sprecherin der Hofer Filmtage mitteilte. Brandner hatte das Festival vor vielen Jahren mitinitiiert. Brandner wurde 1941 im nordböhmischen Reichenberg, im heutigen Liberec in Tschechien, geboren. Nach dem Abitur arbeitete er als Journalist, studierte Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften, ohne das Studium abzuschließen. Brandner galt als Multitalent und arbeitete seit den sechziger Jahren als Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, Schriftsteller und Komponist. Auch als Darsteller war er präsent, so in dem TV-Vierteiler "Hemingway" von Bernhard Sinkel. Außerdem war er Mitbegründer des Filmverleihs "Filmverlag der Autoren" mit Hark Bohm, Wim Wenders und Hans-W. Geißendörfer. 1991 erhielt er den Hofer Filmpreis anlässlich der 25. Hofer Filmtage und am 8. Dezember 2012 den erstmals vergebenen Friedrich-Baur-Preis für Film und Medien von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Zudem war er Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Biesenbach wechselt nach Los Angeles

Chef-Kurator des MoMA geht ans MoCA

Der deutsche Chef-Kurator des Museum of Modern Art, MoMA, Klaus Biesenbach, wechselt an das Museum of Contemporary Art, kurz MoCA, in Kalifornien. Dort soll er zum Frühjahr kommenden Jahres als Direktor anfangen, teilte das MoCA mit. Der 1966 in Bergisch-Gladbach geborene Biesenbach gründete Anfang der 90er in Berlin-Mitte gemeinsam mit anderen Enthusiasten den Ausstellungsort Kunst-Werke. Seit 1996 arbeitete er als Kurator für das PS1 in New York, 1998 leitete er die erste Berlin Biennale. Seit 2010 leitet er das inzwischen dem MoMA angegliederte PS1. Vor zwei Jahren wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Bonner Mathe-Professor geehrt

Fields Medaille in Brasilien verliehen

Als zweiter Deutscher überhaupt ist der Bonner Mathematiker Peter Scholze mit einem der renommiertesten Preise seines Fachs, der Fields-Medaille, ausgezeichnet worden. Das sei eine herausragende Ehre, sagte der 30-jährige gebürtige Dresdner anlässlich der Verleihung beim Internationalen Mathematiker-Kongress in Rio de Janeiro. Das Prestige der Fields-Medaille ist mit dem der Nobelpreise vergleichbar. Die Internationale Mathematische Union verleiht die Medaille seit 1936 alle vier Jahre an bis zu vier herausragende Mathematiker unter 40 Jahren. Neben Scholze bekamen dieses Mal Akshay Venkatesh (Princeton University und Stanford University, USA), Alessio Figalli (ETH Zürich, Schweiz) und Caucher Birkar (Cambridge University, Großbritannien) die goldene Medaille, die mit einem Preisgeld von knapp 10.000 Euro verbunden ist.

Fund in verborgenem Schrank

Rund tausend Briefe an spätere Kaiserin Auguste Victoria entdeckt

Die preußische Schlösserstiftung hat im Neuen Palais im Potsdamer Park Sanssouci rund tausend bislang unbekannte private Briefe an die spätere letzte deutsche Kaiserin gefunden. Die mehr als 100 Jahre alten Schriftstücke seien zwischen 1883 und 1886 aus dem familiären Umfeld an die damalige Kronprinzessin Auguste Victoria (1858-1921) geschickt worden, die ab 1888 Königin von Preußen und deutsche Kaiserin war, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten mit. Die Briefe hätten die Zeiten in einem verborgenen Schrank überdauert, hieß es. Sie seien bei Aufbauarbeiten zur aktuellen Ausstellung "Kaiserdämmerung. Das Neue Palais 1918 zwischen Monarchie und Republik" entdeckt worden und werden kommende Woche präsentiert.

Klage gegen Tanztheater Wuppertal

Gekündigte Intendantin zieht vor Gericht

Die fristlos gekündigte Intendantin des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, Adolphe Binder, kämpft vor Gericht um ihren Job. Es sei ein Kündigungsschutzverfahren anhängig, bestätigte ein Sprecher des Arbeitsgerichts. Der Beirat des berühmten Tanztheaters hatte Mitte Juli nach anhaltenden Querelen die Vertragsauflösung beschlossen. Binder war erst seit gut einem Jahr künstlerische Leiterin der Kompanie der 2009 gestorbenen weltberühmten Choreographin Pina Bausch.

Haus der Kunst sagt Joan Jonas-Ausstellung ab

Geldmangel in München macht Pläne zunichte

Das Haus der Kunst in München hat eine für den Herbst geplante Ausstellung der Video- und Performancekünstlerin Joan Jonas wegen Geldmangels abgesagt. Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation, die aus Managementfehlern der Vergangenheit resultiere, sehe man sich zu diesem Schritt gezwungen, teilte das Haus mit. Alle Bemühungen, die Finanzierung in letzter Minute sicherzustellen, hätten nicht zum erwünschten Erfolg geführt. Die Schau "Joan Jonas - A Pioneer of Video and Performance" ist noch bis zum 5. August in der Tate Modern in London zu sehen und sollte dann in München Station machen. Das Werk der 1936 geborenen US-Künstlerin umfasst Videos, Zeichnungen, Projektionen oder Masken. Das Haus der Kunst unter dem neuen kaufmännischen Geschäftsführer Bernhard Spies fährt momentan einen strikten Sparkurs, um sich zu sanieren.

Ehrenpreis der Filmproduzenten für Brauner

Er sei ein 'Produzent der Extraklasse'

Die Allianz deutscher Filmproduzenten hat ihrem Ehrenmitglied Artur Brauner zu seinem heutigen 100. Geburtstag den Carl Laemmle Ehrenpreis zugesprochen. Er erhalte die Auszeichnung für sein "eindrucksvolles Gesamtwirken als Produzentenpersönlichkeit", teilte der Verband mit. Der Vorsitzende Alexander Thies nannte Brauner einen "Produzenten der Extraklasse". Der Holocaust-Überlebende ist Produzent von Filmen wie "Dr. Mabuse", "Der Tiger von Eschnapur" und "Hitlerjunge Salomon".

Tele 5 steigt bei Youtube aus

Als Grund wird Zensur genannt

Der deutsche private Fernsehsender Tele 5 wirft Youtube Zensur vor und will seinen Kanal auf der Plattform löschen. "Youtube verweigert jegliche Verantwortung für die Inhalte auf der Plattform. Bei Sexualität jedoch erwacht dann die Moral", führte Tele-5-Geschäftsführer Kai Blasberg weiter aus. Das sei Zensur. Nach Angaben des Senders wurde der Tele-5-Kanal auf Youtube gesperrt, weil in einem Film-Trailer für einen Sekundenbruchteil eine nackte weibliche Brust zu sehen war. "Was sind das für Regeln, die an bigotter Heuchelei und Willkürlichkeit kaum zu überbieten sind, die das Zeigen einer weiblichen Brust verurteilen, während unzählige Gewaltvideos - von Prügelmobbing auf dem Schulhof bis zu Enthauptungen in rasender Selbstjustiz - 'erlaubt' sind?", kritisierte Tele 5. "Die Tele-5-Alternative zu Youtube ist ab sofort unsere Mediathek", teilte Pressesprecherin Hülsken mit. Laut Google wurden im ersten Halbjahr 2018 rund 215.000 Inhalte auf der Videoplattform Youtube nach dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz beanstandet. Rund 27 Prozent der gemeldeten Inhalte seien anschließend entfernt worden.

Diebe erbeuten Kronen und Reichsapfel

Sie entkamen mit einem Motorboot

Diebe haben aus einem Dom westlich von Stockholm Teile der schwedischen Kronjuwelen gestohlen. Die beiden Verdächtigen nahmen zwei Kronen von König Karl IX. und Königin Kristina sowie einen Reichsapfel an sich und entkamen in einem Motorboot, wie die Polizei mitteilte. Die Stücke wurden zuvor in der Gruft der Monarchen aufbewahrt. Die Polizei setzte nach der Tat am Dienstag in Strängnäs, rund 60 Kilometer westlich von Stockholm, einen Hubschrauber und Boote ein, konnte aber keinen Fahndungserfolg vermelden. Die Artefakte seien nicht zu verkaufen, sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur TT. Sie seien aus Gold und Emaille gefertigt und mit Perlen und Kristallen überzogen. Sie sollen jetzt in die Datenbank der internationalen Polizeiorganisation Interpol eingegeben werden. Im Dom von Strängnäs wurden im 17. Jahrhundert Angehörige des Königshauses beigesetzt. Die gestohlenen Artefakte wurden dort über das Wochenende ausgestellt.

Starke deutsche Beteiligung in Locarno

Das Filmfestival wird heute Abend eröffnet

Mit der 1929 herausgekommenen US-amerikanischen Kurzfilmkomödie "Liberty" mit Oliver Hardy und Stan Laurel und mit der Uraufführung des Spielfilms "Les beaux esprit" des französischen Regisseurs Vianney Lebasque wird am Abend das 71. internationale Filmfestival Locarno eröffnet. Bis zum 11. August werden in verschiedenen Wettbewerben und Sektionen mehr als 200 Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt gezeigt. Um den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden, bewerben sich 15 Filme. Deutschland geht mit dem Drama "Wintermärchen" um drei junge Rechtsextreme von Regisseur Jan Bonny ins Rennen. Regisseurin Eva Trobisch bewirbt sich für Deutschland mit ihrem Spielfilm-Debüt "Alles ist gut" um eine der Auszeichnungen im Wettbewerb der dem Nachwuchs vorbehaltenen Sektion "Cineasti del presente" ("Filmemacher der Gegenwart"). Im Freiluftkino auf der Piazza Grande von Locarno wetteifern außerhalb aller Wettbewerbe gezeigten Filme um den begehrten Publikumspreis. Aus Deutschland ist "Was uns nicht umbringt" von Sandra Nettelbeck dabei.
Das internationale Filmfestival steht in diesem Jahr letztmals in der Verantwortung des künstlerischen Direktors Carlo Chatrian. Er gehört künftig zum Leitungsteam der Berlinale.

Italien schafft Gratis-Museums-Sonntag ab

Ex-Kulturminister Franceschini bedauert die Entscheidung

Die neue italienische Regierung schafft den freien Eintritt in öffentliche Museen ab, der bisher an jedem ersten Sonntag im Monat galt. Stattdessen sollen die Museen selbst entscheiden können, wann sie solche Gratis-Angebote machen, erklärte Kulturminister Alberto Bonisoli. Lob kam von Museumsdirektoren wie dem Deutschen Eike Schmidt, der die Gemäldegalerie Uffizien in Florenz leitet. Viele Touranbieter hätten das System ausgenutzt und hätten die ausländischen Touristen an dem freien Tag ins Museum geschickt und sie trotzdem zahlen lassen, sagte Schmidt der Zeitung "La Nazione".Die Vorgängerregierung hatte den freien Sonntag eingeführt und er sei ein "kultureller und sozialer Faktor, der rund 10 Millionen Menschen seit dem Sommer 2014 erreicht hat", bedauerte Ex-Kulturminister Dario Franceschini die geplante Abschaffung. Italien hat die meisten Unesco-Kulturerbestätten der Welt und beheimatet einige der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten und Museen der Welt.

Auktions-Rekord für "Star Wars"-Plakat

Filmposter bringt über 26.000 Dollar ein

Ein seltenes Plakat für den Star-Wars-Film "Episode V- Das Imperium schlägt zurück" aus dem Jahr 1980 hat bei einer Versteigerung in den USA einen Rekordpreis erzielt. Ein Sammler aus dem US-Staat Maryland habe für das Filmposter gut 26.000 Dollar gezahlt, teilte das Auktionshaus Heritage Auctions mit. Dies sei ein weltweiter Auktionsrekord für ein Plakat der Star-Wars-Saga. Der Schätzpreis habe bei höchstens 10.000 Dollar gelegen. Der Käufer wollte anonym bleiben. Bei dem seltenen Poster, von dem es nur noch wenige Exemplare gibt, handelt es sich um einen Entwurf aus der Feder des US-Künstlers Roger Kastel. Vor einem feuerroten Hintergrund hält Han Solo Prinzessin Leia in den Armen, umgeben von Figuren wie Darth Vader, Lando Calrissian und Boba Fett.

Plácido Domingo als Dirigent in Bayreuth ausgebuht

Wichtige Arie war dem Spanier am Pult nicht gelungen

Plácido Domingo ist als Dirigent bei den Bayreuther Festspielen von Teilen des Publikums ausgebuht worden. Nach der "Walküre" gab es am Dienstagabend zwar auch Applaus für den 77-jährigen Spanier - die Unmutsbekundungen aber waren deutlich zu hören. Domingo hatte zuvor weitgehend solide durch den zweiten Teil von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" geführt. Ausgerechnet die große Arie "Winterstürme wichen dem Wonnemond" drohte dem Maestro am Pult zu Beginn aber etwas zu entgleiten. Auch Tenor Stephen Gould als Siegmund musste ein paar Buhs einstecken. Vorbehaltlos gefeiert wurden dagegen Anja Kampe als Sieglinde, John Lundgren als Wotan und Catherine Forster als Brünnhilde. "Die Walküre" in einer Inszenierung von Frank Castorf ist ein Überbleibsel aus dem jüngsten und sehr umstrittenen Bayreuther "Ring". Die Festspiele dauern noch bis zum 29. August.

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