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Samstag, 21.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 29. Mai 2019

Regisseur Schalko kritisiert Ergebnis der Europawahl

Der österreichischer Autor und Regisseur David Schalko kritisiert in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung die Haltung seiner Landsleute und das unverändert gute Abschneiden der rechten Partei FPÖ bei der Europawahl - trotz des Ibiza Skandal-Videos um Ex Vizekanzler Strache. Mit Bezug auf das Video schreibt Schalko: "Sind die FPÖ Wähler ein Haufen moralisch versauter Primitivlinge, denen es egal ist, ob ihr Häuptling das Trinkwasser an Russen verhökert und der Journalisten als Huren bezeichnet? In Österreich ist der Nationalsozialismus wie Herpes. Jeder hat ihn, aber nicht bei allen bricht er aus." David Schalko ist unter anderem durch seine gesellschaftskritische Fernsehserie "Braunschlag" bekannt geworden, die in einem Dorf in der österreichischen Provinz spielt. Seine Remake des Filmklassikers "M -Eine Stadt sucht einen Mörder" feierte bei der Berlinale 2019 Weltpremiere.

"Der Pate"-Schauspieler Carmine Caridi gestorben

Der amerikanische Schauspieler Carmine Caridi, der in Filmen wie "Der Pate 2" und "Bugsy" mitspielte, ist tot. Er sei in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben, teilte sein Sprecher dem Branchenblatt "Hollywood Reporter" mit. Caridi wurde 85 Jahre alt. Der Schauspieler war 2004 durch einem Skandal um Raubkopien im Internet in die Schlagzeilen geraten, als er von der Oscar-Akademie als erstes Mitglied rausgeworfen wurde. Caridi hatte Filmbänder - sogenannte Screeners - weitergegeben, die ihm für die Oscar-Bewertung zugeschickt worden waren. Diese waren dann im Internet als Raubkopien aufgetaucht.

Kiss-Frontmann Simmons begrüßt Kippa-Debatte

Gene Simmons, Rockmusiker mit jüdischen Wurzeln, sieht die Debatte um die Kippa positiv. "Solange wir öffentlich darüber reden, mache ich mir keine Sorgen", sagte der 69-Jährige den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hatte Juden zuletzt davon abgeraten, sich überall in Deutschland mit der traditionellen Kopfbedeckung zu zeigen. Es sei ein gutes Zeichen, wenn über eine solche Entwicklung gesprochen werde, so Simmons, der momentan mit seiner Band Kiss durch Deutschland tourt. Er komme gerne nach Deutschland, fügte Simmons hinzu, obwohl seine Mutter als deutsche Jüdin den Holocaust überlebt hat. "Meine Mutter hat nie darüber gesprochen. Sie war 14 Jahre alt, als sie in den Konzentrationslagern der Nazis interniert wurde", sagte der Bassist. Er selbst habe in Deutschland "einige der nettesten und freundlichsten Menschen überhaupt kennengelernt."

Käthe-Kollwitz-Büste in der Walhalla enthüllt

Die Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867-1945) hat einen Platz in der Walhalla erhalten. Eine Büste der Künstlerin wurde im bayerischen Donaustauf enthüllt. Die Kollwitz-Büste stammt vom Hannoveraner Bildhauer Uwe Spiekermann. In dem klassizistischen Bau nahe Regensburg werden Büsten und Gedenktafeln von Persönlichkeiten aus der deutschen und europäischen Geschichte ausgestellt. Bayern-König Ludwig I. hatte die Walhalla von Architekt Leo von Klenze bauen lassen. Am 18. Oktober 1842 wurde sie feierlich eröffnet.

Musiker Gabriel Diniz stirbt bei Flugzeugabsturz

Der brasilianische Sänger Gabriel Diniz ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Er wurde nur 28 Jahre alt. "Mit großem Schmerz müssen wir den Tod von Gabriel Diniz und den der Crew des Flugzeuges bestätigen", teilte das Management des Musikers in einem Statement mit, das vom Magazin "US Weekly" veröffentlicht wurde. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Diniz wurde durch seinen Hit "Jenifer" bekannt. Auf YouTube wurde das Video mehr als 235 Millionen Mal geklickt.

Tausend Jahre alter Sarkophag wird in Mainz geöffnet

Nach dem zufälligen Fund eines tausend Jahre alten Steinsarkophags soll das unberührte Grabmal in der Mainzer Johanniskirche am kommenden Dienstag geöffnet werden. Ende 2018 war es dort bei Arbeiten für eine neue Fußbodenheizung entdeckt worden. Der Fund gilt als eine der spannendsten archäologischen Grabungen Deutschlands. In dem Sarkophag aus dem 11. Jahrundert vermuten Forscher die sterblichen Überreste des früheren Mainzer Erzbischofs Erkanbald. "Das hat natürlich was von Tal der Könige, von Mumien und alten Horrorfilmen", sagte der Mainzer Dekan Andreas Klodt. Die Öffnung eines seit tausend Jahren verschlossenen Sarkophags sei zumindest in jüngster Zeit in Deutschland einmalig, ergänzte Grabungsleiter Guido Faccani. Der Sarkophag liege zudem genau auf der Mittelachse der Kirche nahe beim Altarraum. Dies sei ein Zeichen, dass dort ein sehr privilegierter Mensch bestattet wurde.

Bildungsinitiative gegen Judenfeindlichkeit gefordert

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, will sich für eine Bildungsinitiative starkmachen, um Vorurteile gegen das Judentum abzubauen. Durch die Anonymität der Sozialen Medien bestehe heute die Chance, judenfeindliche Aussagen ungefiltert zu verbreiten. Zudem sei Judenhass bei vielen Muslimen verbreitet, denn Hass auf Juden und Israel gehörten in einigen Ländern zur Staatsräson, sagte Klein in Hamburg. Es sei eine Integrationsaufgabe, Einwanderer zu einem Umdenken zu bewegen. Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Rund 1800 judenfeindliche Straftaten wurden 2018 begangen, das ist eine Zunahme von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über Kleins Initiative wird eine Bund-Länder-Kommission am 6. Juni beraten.

Cottbuser Intendant will Rechtspopulismus diskutieren

Der künftige Intendant des Staatstheaters Cottbus, Stephan Märki, will sich auch mit dem Erfolg der AfD in der Stadt bei der Kommunalwahl auseinandersetzen. Man müsse versuchen, den Ursachen auf den Grund zu gehen, warum "22 Prozent Ausgrenzung oder Ressentiment wählen oder Schuldige dafür suchen , dass es ihnen nicht so gut geht, wie anderen", sagte Märki heute in Potsdam. Er wolle ein offenes Theater für alle und auch mit AfD-Wählern sowie Politikern in Kontakt kommen und in Diskussionen gehen. Der Schweizer Märki wird ab der Spielzeit 2020/21 Intendant in Cottbus. Von 1993 bis 1997 war er Intendant des Hans Otto Theaters in Potsdam, von 2000 bis 2012 Generalintendant am Deutschen Nationaltheater in Weimar.

Berlin ernennt Antisemitismusbeauftragten

Mit der Ernennung des Politikwissenschaftler Lorenz Korgel zum Antisemitismusbeauftragten will das Land Berlin sein Konzept im Kampf gegen Antisemitismus stärken. Korgel solle die Aktivitäten von Bezirks- bis Bundesebene koordinieren, teilte die Justizverwaltung mit. Korgel werde vor allem mit jüdischen Organisationen und Trägern der Antisemitismusprävention zusammenarbeiten. Einzelnen Bürgern würden entsprechende Beratungsangebote vermittelt. Er wolle die Perspektive der Jüdinnen und Juden in den Mittelpunkt rücken, erklärte Korgel. Deswegen werde er als erstes mit der jüdischen Gemeinschaft das Gespräch suchen. Im vergangenen Jahr registrierte die Recherche und Informationsstelle Antisemitismus mehr als eintausend antisemitische Vorfälle in Berlin, ein Anstieg um 14 Prozent.

Kunstmesse Art Düsseldorf mit neuen Partnern

Die Kunstmesse Art Düsseldorf bekommt neue internationale Partner. Die Schweizer Messegesellschaft MCH gab bekannt, dass sie ihre rund 25-prozentige Beteiligung zu gleichen Anteilen an die Londoner Messeveranstalter Sandy Angus und Tim Etchells verkauft. MCH ist Veranstalter der weltweit wichtigsten Kunstmesse Art Basel. Angus und Etchells sind vor allem an Kunstmessen in Asien beteiligt. Durch die neuen Partner würden sich neue Marktpotenziale und der Zugang zu wichtigen Sammlern im asiatisch-pazifischen Raum erschließen, erklärte Düsseldorfs Messedirektor Walter Gehlen. Zur Art Düsseldorf kamen zur zweiten Auflage im November 2018 mehr als 40 000 Besucher. Zur dritten Art Düsseldorf Mitte November werden rund 90 regionale und internationale Galerien erwartet.

Große Trauerfeier für Rennfahrer Niki Lauda in Wien

Mit einer großen Trauerzeremonie haben Freunde und tausende Fans Abschied von Österreichs Formel-1-Legende Niki Lauda genommen. Am Vormittag war der Sarg des Verstorbenen in den Wiener Stephansdom gebracht worden. Zu einem Requiem am Mittag kamen zahlreiche Prominente, darunter Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und Schauspieler Arnold Schwarzenegger, sowie Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Dompfarrer Toni Faber sagte: "Er war ein unprätentiöser, bescheidener, strahlender Stern am Rennfahrer-Himmel. Humorvoll, äußerst lebensnah, zielgerichtet und geradlinig. Jede Begegnung mit ihm war ein Geschenk." Lauda war Mitte Mai im Alter von 70 Jahren gestorben. Der dreifache Formel-1-Weltmeister litt seit einem schweren Rennunfall 1976 auf dem Nürburgring an den Folgen des Unglücks. Damals war Laudas Rennwagen in Brand geraten, er überlebte knapp und mit schweren Verbrennungen.

Amnesty International tauscht Führung aus

Amnesty International wechselt als Reaktion auf einen Bericht über die Arbeitsbedingungen in der Menschenrechtsorganisation die Führungsspitze aus. Amnesty Generalsekretär Kumi Naidoo habe angekündigt, dass fünf der sieben Mitglieder der Generaldirektion bis Oktober ausscheiden werden, sagte ein Amnesty-Sprecher. Nach Suiziden von Mitarbeiterin in Genf und Paris im vergangenen Jahr hatte die Organisation ein Gutachten über die Arbeitsbedingungen in Auftrag gegeben. Die Untersuchung hatte "Schwachstellen in der Organisationskultur und dem Management" von Amnesty offengelegt. Mitarbeiter hätten über starken Druck und Stress geklagt und die Arbeitsbedingungen oft als "toxisch" beschrieben. Bereits nach der Veröffentlichung des Berichts im Januar hatte Naidoo Konsequenzen angekündigt. Künftig soll das Führungsgremium nur aus vier Mitgliedern bestehen.

Netflix erwägt Abzug aus US-Bundesstaat Georgia

Netflix erwägt einen Abzug seines kompletten Investments aus dem US-Bundesstaat Georgia, sollte ein umstrittenes Anti-Abtreibungsgesetz implementiert werden. Das ließ der CCO des Unternehmens mitteilen. Der Gesetzentwurf sieht vor, eine Abtreibung zu untersagen, sobald bei einem Fötus ein Herzschlag festgestellt werden kann. Einzige Ausnahmen: Inzest oder Vergewaltigung. Georgia ist damit der vierte Bundesstaat, der eine Verschärfung einführen will. Vor knapp zwei Wochen brachte der US-Bundesstaat Alabama das bisher strikteste Gesetzesvorhaben auf den Weg. Dieses verbietet einen Schwangerschaftsabbruch in sämtlichen Phasen und in allen Fällen.

Hommage an Karl Lagerfeld in Paris geplant

Für den Modedesigner Karl Lagerfeld soll es am 20. Juni in Paris eine Hommage geben. Die Veranstaltung sei im Grand Palais in der Nähe der Prachtstraße Champs-Élysées geplant. Das teilte das Modehaus Chanel mit. Für den im Februar gestorbenen Modeschöpfer hatte es bisher keine öffentliche Zeremonie oder Würdigung gegeben.

Frauenquote für Berliner Opernhäuser gefordert

Kulturschaffende kritisieren in einem offenen Brief den geringen Frauenanteil an Berliner Opernhäusern. Adressiert ist das Schreiben an Kulturpolitikerinnen und Kulturpolitiker auf Bundes- und Landesebene. Anlass ist die Einführung einer Frauenquote von mindestens 50 % bei den zukünftig zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierungen. "Einen solchen Geist" fordern die Unterzeichnenden nun auch von Berliner Opernhäusern. Von den an der Staatsoper Berlin geplanten Premieren stamme keine einzige von einer Frau, bei der Deutschen Oper genauso. An der Komischen Oper werde immerhin eine Premiere von einer Frau inszeniert. Die Unterzeichnenden fordern nun von den zuständigen politischen Stellen, "gegen diesen eklatanten Missstand einzuschreiten". Auch sollen Intendanten umgehend dazu verpflichtet werden, diesen Sachverhalt öffentlich zu erläutern und ihn soweit möglich zu korrigieren. Außerdem fordern sie eine verbindliche Quotierung bei der Besetzung von Führungspositionen sowie eine Selbstverpflichtung der drei Opernhäuser, den Frauenanteil in der Saison 2020/21 auf 50 % zu erhöhen. Unterzeichnet haben den offenen Brief: die Vorsitzende des Bundes der Szenografen, Judith Adam; Pro Quote Bühne e. V. sowie die Intendantin des Hebbel am Ufer, Annemie Vanackere.

Journalisten-Verbands-Chef kritisiert AKK

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Frank Überall, hat CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer für ihre Äußerungen zur "Meinungsmache" im Internet kritisiert. Annegret Kramp-Karrenbauers Äußerungen erweckten den fatalen Eindruck, dass sie das Grundrecht der Meinungsfreiheit schleifen will, sagte Überall der "Heilbronner Stimme". Nach der Europawahl, die der CDU herbe Stimmverluste einbrachte, sagte Kramp-Karrenbauer: "Was wäre eigentlich in diesem Lande los, wenn eine Reihe von, sagen wir, 70 Zeitungsredaktionen zwei Tage vor der Wahl erklärt hätten, wir machen einen gemeinsamen Aufruf: Wählt bitte nicht CDU und SPD?" Das wäre "klare Meinungsmache vor der Wahl gewesen". Es stelle sich die Frage, "was sind eigentlich Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten eigentlich für den digitalen Bereich". Kramp-Karrenbauer wies die Kritik an ihren Äußerungen zurück. Es sei absurd ihr zu unterstellen, Meinungsäußerungen regulieren zu wollen, schrieb sie ebenfalls auf Twitter.

Standort für Hafenmuseum in Hamburg steht fest

Hamburg hat einen Standort für das Deutsche Hafenmuseum festgelegt: Für das Museumsprojekt solle ein Neubau im entstehenden Stadtteil Grasbrook errichtet werden, teilte die Kulturbehörde mit. Dort werde auch die restaurierte Viermastbark "Peking" ihren Liegeplatz finden. Der Schuppen 50A, wo schon heute das Hamburger Hafenmuseum betrieben wird, solle zusammen mit der Flotte historischer Schiffe und Krane weiterentwickelt und als ein lebendiges technisches Freilichtmuseum Teil des Deutschen Hafenmuseums werden. So entstehe erstmals ein Ort, an dem die Geschichte des Hafens und die wirtschaftlichen Zusammenhänge in der globalisierten Welt umfassend und lebendig erzählt werden könnten, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). 2015 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Stadt Hamburg für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums sowie für die Rückholung und Sanierung der Viermastbark "Peking" insgesamt 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Notre-Dame: Gesetz zum Wiederaufbau auf dem Weg

Der französische Senat hat in der Nacht zum Dienstag in erster Lesung dem Gesetzentwurf zum Wiederaufbau der bei einem Brand schwer beschädigten Kathedrale Notre Dame in Paris zugestimmt. Der Abstimmung sei eine längere Debatte vorausgegangen, berichteten französische Medien. Mitte Mai hatte die Nationalversammlung das Gesetz für eine rasche Restaurierung der Kathedrale gebilligt. Der Gesetzesentwurf sah Ausnahmen unter anderem beim Denkmal- und Umweltschutz und bei Verfahren öffentlicher Ausschreibungen vor. Diese wurden allerdings vom Senat gestrichen. Notre-Dame war bei einem verheerenden Großbrand im April schwer beschädigt worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach, Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wiederaufzubauen.

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