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Samstag, 20.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 27. November 2018

Regisseur Costa-Gavras erhält Ehrenpreis der EFA

Europäische Filmakademie ehrt "starke politische Stimme" des 85jährigen

Der griechisch-französische Regisseur Constantin Costa-Gavras wird bei der Verleihung des 31. Europäischen Filmpreises mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Mit dem Preis wolle die Europäische Filmakademie (EFA) einer Persönlichkeit Respekt zollen, die mit starker politischer Stimme nicht nur von Kollegen zutiefst respektiert, sondern auch weltweit vom Publikum gefeiert werde, teilte die Akademie mit. Costa-Gavras schuf Filme wie "Music Box - Die ganze Wahrheit", "Mad City" und "Der Stellvertreter". Er ist nach Manoel de Oliveira, Michel Piccoli, Sir Michael Caine und Andrzej Wajda der fünfte Filmemacher, der den Ehrenpreis erhält. Die deutsche Schauspielerin Marie Bäumer ist für ihre Rolle als Romy Schneider als beste Darstellerin nominiert. Über die Gewinner stimmen die mehr als 3500 Mitglieder der Europäischen Filmakademie ab. Die Preise werden bei der Gala am 15. Dezember im spanischen Sevilla verliehen.

Frankreich mit Onlineportal für Opfer sexueller Gewalt

Betroffene erhalten Hilfe von der Polizei und Psychologen

Im Bemühen sich für strengere Regeln gegen sexuelle Belästigung einzusetzen hat die französische Regierung ein neues Onlineportal freigeschaltet. Opfer sexueller Gewalt können in Frankreich jetzt auf einer entsprechenden Internetseite unter dem Motto "NeRienLaisserPasser" (dt.: Nichts durchgehen lassen) anonym melden. Die Regierung unternehme alle Anstrengungen, um Opfern eine bessere Stimme zu geben, hieß es in einer Mitteilung des französischen Innenministeriums. Über das Portal können Opfer oder Zeugen eines Verbrechens Kontakt mit der Polizei aufnehmen und über einen Chat den Vorfall schildern oder Hilfe suchen. Um mit einem Polizeibeamten ins Gespräch zu kommen, müssen sie lediglich die Postleitzahl des Tatorts eingeben. Die Polizisten arbeiten eng mit Psychologen und Experten zusammen.

US-Filmverband zeichnet Musikfilm "Green Book" aus

Preis ist Auftakt zu den Oscar-Entscheidungen

Die Filmbiografie "Green Book" um einen schwarzen Jazz-Star und seinen weißen Chauffeur in den 1960er Jahren ist vom renommierten US-Filmverband "National Board of Review" zum besten Film des Jahres gewählt worden. Hauptdarsteller Viggo Mortensen wurde als bester Schauspieler ausgezeichnet. Lady Gaga, die in der Musikromanze "A Star is Born" eine aufstrebende Sängerin spielt, wurde zur besten Schauspielerin gekürt. Der Verband wird die Preise am 8. Januar im Rahmen einer Gala in New York aushändigen. Sie gelten als die ersten größeren Auszeichnungen der Trophäensaison, die Ende Februar mit der Oscar-Vergabe in Hollywood endet.

Mehr Geld von Mohn Stiftung für Integrationsprojekte

Verdopplung der Unterstützung auf 100.000 Euro

Die Gütersloher Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung unterstützt Projekte zur Integration von jungen Migranten. Für die Ideeninitiative "Kulturelle Vielfalt mit Musik" für das Jahr 2019 wurde die Fördersumme verdoppelt, wie die Bertelsmann Stiftung mitteilte. Fast 100.000 Euro sollen deutschlandweit in 18 Vorhaben von Schulen, Vereinen und Jugendeinrichtungen fließen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Teilhabe, Verständnis und Fairness. Gefördert werden Projekte wie ein Workshop des Theaters Hagen zu den Lebensbedingungen von Kindern weltweit und ein Mentoringprogramm für junge Flüchtlinge in Berlin zu verschiedenen Kunstformen. Die Projekte erhalten im Jahr 2019 jeweils bis zu 7.500 Euro über eine Laufzeit von drei bis sechs Monaten. Rund160 Integrationsprojekte wurden in den vergangenen zehn Jahren von Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung mit etwa 650.000 Euro unterstützt.

NRW-Staatspreis für Zirkus Roncalli-Gründer Paul

Bernhard Paul wird für die kulturelle Bereicherung des Bundeslandes geehrt

Der Mitbegründer des Circus Roncalli, Bernhard Paul (71), hat in Köln den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Ministerpräsident Armin Laschet verlieh dem österreichischen Zirkusunternehmer, Artisten und Regisseur für seine Leistung und einzigartige Bereicherung für den Kulturraum Nordrhein-Westfalen die, mit 25.000 Euro dotierte, höchste Auszeichnung des Landes: "Paul versteht es wie wenige andere, Menschen aus der gesamten Gesellschaft, jeden Alters, jeder Herkunft, zusammenzubringen und sie in eine andere, magische Welt zu entführen", betonte Laschet. Paul stehe für einen Zirkus auf der Höhe der Zeit. Mit der Auszeichnung wurde auch sein Engagement für das von ihm gegründete Apollo Varieté in Düsseldorf gewürdigt, dem ersten Neubau eines Varieté-Theaters nach dem Zweiten Weltkrieg. 1976 gründete Paul mit dem später ausgeschiedenen André Heller den Circus Roncalli.

Wolf Biermann erhält Ernst-Toller-Preis

Ehrung für "herausragende Leistungen im Grenzbereich von Literatur und Politik"

Der Liedermacher und Schriftsteller Wolf Biermann erhält den Ernst-Toller-Preis 2018. Der 82jährige werde für seine herausragenden Leistungen im Grenzbereich von Literatur und Politik ausgezeichnet, teilte die Ernst-Toller-Gesellschaft mit. Der Preis ist dotiert mit 5.000 Euro und wird alle zwei Jahre verliehen. Im Rahmen des Festaktes am 1. Dezember findet auch die Vorstellung der Kritischen Ausgabe der Briefe Ernst Tollers statt. Toller war ein deutscher Pazifist, Schriftsteller und Dramatiker, Politiker und linkssozialistischer Revolutionär. Er wurde am 1. Dezember vor 125 Jahren in Posen geboren. 1933 emigrierte er zunächst in die Schweiz. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Toller aufgrund seiner jüdischen Herkunft und politischen Haltung formell aus Deutschland ausgebürgert. Seine Werke gehörten zur Liste der im Mai 1933 als "undeutsch" diffamierten "verbrannten Bücher". Toller starb 1939 im Exil in New York.

60 tschechische Autoren auf Leipziger Buchmesse

Gastlandauftritt in tschechisches Kulturjahr eingebettet

Tschechien präsentiert sich als Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 mit jeweils 60 Neuerscheinungen und Autoren. Zudem werde das Gastland auf der Messe von 21. bis 24. März rund 130 Lesungen, Konzerte, Filmvorführungen und weitere Veranstaltungen ausrichten, teilten die Verantwortlichen in Berlin mit. Der Gastlandauftritt sei darüber hinaus in ein tschechisches Kulturjahr eingebettet, das von Oktober 2018 bis November 2019 den Fokus auf verschiedene Kunstformen des osteuropäischen Landes richte, hieß es weiter. Zu den bekannten tschechischen Gastautoren auf der Buchmesse zählen demnach unter anderen Literaturhaus-Preisträger Jaroslav Rudis, Radka Denemarková und Jáchym Topol. Pavel Kohout, einer der Wortführer des Prager Frühlings von 1968 und Mitverfasser der Charta 77, präsentiere sein neuestes Werk "Aus den Tagebüchern eines Europäers". Der 90-Jährige wird in Leipzig demnach auch eine Ausstellung über sein Leben und Werk eröffnen.

Neue Direktorin für Ethnologische Museen Dresden

Niederländerin Meijer-van Mensch wechselt vom Jüdischen Museum Berlin

Die Programmchefin des Jüdischen Museums Berlin, Léontine Meijer-van Mensch, wird ab Februar 2019 Direktorin der Staatlichen Ethnografischen Sammlungen (SES) innerhalb der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Meijer-van Mensch übernimmt damit auch die Leitung des Grassi Museums für Völkerkunde zu Leipzig. Sie sei eine "weltweit fachlich sehr anerkannte Museologin und Museumschefin" mit viel Erfahrung und international vernetzt, sagte Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD). Es gehe um neue Aufmerksamkeit und Besucher, aber auch um den sensiblen Prozess der Rückgabe unrechtmäßig erworbener Kulturgüter, so Stange. Meijer-van Mensch kennt Sachsen und wirkte an der Neukonzeption des Görlitzer Schlesischen Museums mit. Von 2014 bis 2017 war Meijer-van Mensch Vizedirektorin am Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin.

Eltern bei Jugendschutz im Netz oft überfordert

Kinderhilfswerk: Rechte von Kindern im digitalen Raum nicht verhandelbar

Eltern stehen bei Nutzung digitaler Medien in der Familie nach Einschätzung des Deutschen Kinderhilfswerks den Risiken oftmals hilflos gegenüber. Es sei deshalb wichtig, sie nicht mit ihrer Verantwortung bei der Medienerziehung allein zu lassen, sagte Thomas Krüger, Präsident des Kinderhilfswerks zur Vorstellung einer Studie zu dem Thema. Es habe sich gezeigt, dass Eltern zwar bemüht seien, ihren Kindern einen sicheren Zugang zu Medien zu bieten. Oft seien sie aber selbst überfordert, so etwa bei der Nutzung von sozialen Netzwerken. So habe sich zum Beispiel herausgestellt, dass eine Mehrheit der Eltern Facebook als "öffentlich" und WhatsApp als "privat" einstufe. In der Folge würden teils bedenkenlos Daten über WhatsApp geteilt. "Die Rechte von Kindern sind auch im digitalen Raum nicht verhandelbar", sagte Krüger. Eltern und Kinder müssten bei der kindgerechten Nutzung von Medien deshalb mehr unterstützt werden. Der Verein plädiert für einen modernen und ganzheitlichen Jugendmedienschutz, der ausdrücklich an der UN-Kinderrechtskonvention ausgerichtet ist. Es müsse verständliche und umsetzbare gesetzliche Vorgaben für die Erhebung, Verbreitung und Verarbeitung digitaler Daten geben.

Hochschulrektorenkonferenz fordert festen Etat

Präsident Alt: Studierendenrekord ist Verpflichtung

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-Andre Alt, sieht die aktuellen Studierendenzahlen des Statistischen Bundesamtes auch als Auftrag zur Qualitätssicherung. Mit fast 2,9 Millionen Studierenden sei ein neuer Höchstwert erreicht, sagte Alt am Dienstag in Berlin. Damit werde deutlich, dass der Anstieg der Studierendenzahlen kein einmaliger Effekt der doppelten Abiturjahrgänge, "sondern maßgeblich auf die gestiegene Bildungsbeteiligung zurückzuführen" sei, so der Professor. Das Konzept des Hochschulpaktes als zeitlich begrenztes Sonderlastprogramm sei damit endgültig überholt, hob Alt hervor. Der Koalitionsvertrag sehe "konsequenterweise" im Bund eine Verstetigung der Hochschulpaktmittel vor. "Die Hochschulen erwarten, dass Bund und Länder sich, auch vor dem Hintergrund der neuen Zahlen, zeitnah in diesem Sinne einigen", erklärte Alt. "Wer ein nachfragegerechtes Lehrangebot will, muss den Hochschulen Sicherheit für ihre Planungen geben."

"The Rider" gewinnt bei Gotham-Filmpreisverleihung

Kritikerpreis für Independent-Filme eröffnet Trophäensaison

Das Western-Drama "The Rider" hat bei der Verleihung der Gotham Awards in der Nacht zum Dienstag in New York den Spitzenpreis als bester Film gewonnen. Die seit 1991 verliehenen Kritikerpreise für Independent-Filme gelten als Auftakt der Trophäensaison, die im Februar mit der Oscar-Verleihung endet. "The Rider" von Regisseurin Chloé Zhao erzählt die Geschichte eines jungen Cowboys, der beim Rodeo schwer verletzt wird und in eine Lebenskrise stürzt. Die Australierin Toni Collette wurde für ihre Rolle in dem Grusel-Drama "Hereditary" zur besten Schauspielerin gekürt. Ethan Hawke gewann den Darstellerpreis für seine Rolle als kämpferischer Geistlicher in dem Film "First Reformed" unter der Regie und nach dem Skript von Paul Schrader. Der 72jährige Schrader, der die Drehbüchern für Klassiker wie "Taxi Driver" und "Wie ein wilder Stier" schrieb, holte den Drehbuch-Preis. Die Preisträger werden von einer kleinen Gruppe von Film-Kuratoren und Kritikern bestimmt. Gotham-Gewinner zählen oft auch zu den späteren Oscarprämierten.

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