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Mittwoch, 26.09.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 12. September 2018

Regierung bedauert Absage von Theateraufführungen

Schaubühnen-Ensemble suchte Dialog mit dem Publikum in China

Die Bundesregierung hat mit Bedauern auf die Absage deutscher Theateraufführungen in China reagiert. Die deutsche Botschaft in China habe dies bei einem Besuch im dortigen Kulturministerium zum Ausdruck gebracht, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Ein Ensemble der Berliner Schaubühne war mit Ibsens "Ein Volksfeind" zu einer China-Tour gestartet, musste diese aber nun abbrechen. Das Goethe-Institut China teilte mit, dass zwei geplante Auftritte in der chinesischen Hauptstadt Peking aus "bühnentechnischen Gründen" abgesagt worden seien. Nach der Premiere seien bereits zwei "angepasste" Aufführungen gezeigt worden, hieß es. Beobachter vermuten hinter der Absage Zensur. In Ibsens Stück geht es um die Manipulierbarkeit der Massen und um die Frage, was Wahrheit bedeutet. In der Inszenierung von Thomas Ostermeier treten die Schauspieler in einen Dialog mit dem Publikum.

Rowohlt-Autoren "entsetzt" über Laugwitz-Entlassung

Schriftsteller wenden sich mit offenem Brief an den Verlag

Gleich mehrere Autoren des Rowohlt-Verlags haben die Kontaktsperre des Hauses zur bisherigen Verlagschefin Barbara Laugwitz scharf kritisiert. Darüber berichten mehrere Medien. In einem offenen Brief - adressiert unter anderem an den Vorstandsvorsitzenden der Holtzbrinck Buchverlage, Joerg Pfuhl - schrieben sie: "Die plötzliche Entlassung in Kombination mit der Unmöglichkeit, mit Frau Laugwitz in Kontakt zu treten, empfinden wir als unverständlich und unwürdig." Die Autoren, darunter Katharina Adler, Thomas Melle, Bodo Mrozek oder Eugen Ruge
betonen: "Wir sind Barbara Laugwitz für ihre Arbeit sehr dankbar und möchten das an dieser Stelle noch einmal entschieden zum Ausdruck bringen." Der Rowohlt-Verlag hatte Ende August überraschend mitgeteilt, dass zum 1. Januar der Autor Florian Illies neuer verlegerischer Geschäftsführer werde.

Von Nazis geraubtes Renoir-Gemälde an Besitzerin zurückgegeben

Das FBI half bei der Suche nach dem Bild

Ein von den Nazis geraubtes Gemälde des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir ist in New York an die rechtmäßige Erbin zurückgegeben worden. Die Nationalsozialsten hatten das Gemälde "Zwei Frauen im Garten - Deux Femmes Dans Un Jardin" 1941 während der deutschen Besatzung in Frankreich aus einem Pariser Banktresor geraubt. Es gehörte dem jüdischen Kunstsammler Alfred Weinberger. Bei der Übergabe nun reiste Weinbergers Enkelin Sylvie Sulitzer zur Übergabe aus Paris an. Weinberger hatte seine Sammlung in dem Tresor gelagert, als er die Stadt bei Kriegsausbruch verließ. Sulitzer kämpft seit 2010 für die Rückgabe der Raubkunst aus dem ursprünglichen Besitz ihres Großvaters. Den Renoir entdeckte sie mit Hilfe einer Berliner Anwaltskanzlei, woraufhin die Kunst-Abteilung des FBI sich des Falls annahm. Sulitzer sucht zudem nach vier weiteren Renoir-Werken und einem Gemälde des Malers Eugène Delacroix. Das 1919 angefertigte Landschaftsgemälde ist eines der letzten Renoirs, der im selben Jahr starb. Zu diesem Zeitpunkt litt er bereits an Gelenkrheuma.

#metoo beim WDR: Abschlussbericht mahnt "Kulturwandel" an

"Sexuelle Belästigung nur die Spitze des Eisbergs"

Nach den Vorwürfen sexueller Belästigung gegen Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hat die frühere Gewerkschaftschefin Monika Wulf-Mathies einen "Kulturwandel" bei dem Sender gefordert. "Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass das Thema sexuelle Belästigung nur die Spitze des Eisbergs ist, hinter dem sich Machtmissbrauch, vielfältige Diskriminierungserfahrungen und eine Unzufriedenheit mit dem Betriebsklima verbergen", sagte sie bei Vorstellung ihres Abschlussberichts in Bonn. Es fehle an klaren Regeln und gegenseitiger Wertschätzung. Die 76-jährige Wulf-Mathies war von WDR-Intendant Tom Buhrow mit der Untersuchung von Belästigungsvorwürfen beauftragt worden. Der WDR hatte im Mai einem Mitarbeiter wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung fristlos gekündigt, mit einem anderen einigte sich der Sender außergerichtlich auf eine Trennung.

Meisner-Nachlass wird versteigert

Große Zahl von Ikonen, Gemälden und Porzellan unterm Hammer

Im Rahmen einer Benefiz-Auktion versteigert das Kunsthaus Lempertz große Teile des Nachlasses des im vergangenen Jahr gestorbenen früheren Kölner Erzbischofs Joachim Meisner. Die Vorbesichtigung der Objekte ist ab Donnerstag bis kommenden Dienstag möglich. Der Auktionstag ist der 20. September. Nachdem im Frühjahr bereits einige herausragende Kunstwerke unter den Hammer kamen, werde nun im Auftrag des Testamentsvollstreckers eine große Zahl von Ikonen, Gemälden, Figuren und Porzellan versteigert, teilte das Erzbistum mit. Die durch das Auktionshaus ermittelten Schätzpreise reichen von zehn bis 3.000 Euro. Der Erlös der Auktion geht den Angaben zufolge komplett an die Kardinal-Meisner-Stiftung zur Förderung der Seelsorge in Köln und in Mittel-, Ost- und Südosteuropa.

Verlegerverbände zu Urheberrechts-Entscheidung

Endlich klare Spielregeln durchgesetzt

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) begrüßen die Entscheidung des Europäischen Parlaments für ein neues europäisches Urheberrecht. Von dem neuen Recht profitierten alle Inhaber urheberrechtlich geschützten Eigentums und alle Menschen in Europa, weil die Kreativbranche gegenüber den großen Internetkonzernen nun endlich klare Spielregeln durchgesetzt habe. Die Novelle des Urheberrechts in der Europäischen Union verfolge das Ziel, geltendes Recht an das veränderte Nutzungsverhalten der Bürger anzupassen und dabei die Interessen von Künstlern, Autoren, Produzenten, Verlegern, Rechteinhabern, Konsumenten und Internetnutzern fair auszugleichen.

Grönemeyer: Entspannt laut werden gegen Rechts

"Die Menschen, die herkommen sind willkommen"

Im Kampf gegen Rechts hat sich Sänger Herbert Grönemeyer (62) für Gelassenheit und eine klare Haltung ausgesprochen. Es sei wichtig, "mit diesen merkwürdigen Auswüchsen nach rechts gelassen umzugehen, denen ruhig und klar zu sagen - wie Eltern - das wollen wir nicht, das passt nicht her, das passt nicht in unsere Gesellschaft", sagte Grönemeyer in Berlin. "Leute wie wir, die nicht morgens bis abends im Internet ihre Meinung abgeben, müssen lernen, anders laut zu werden. Entspannt laut zu werden." Er glaube, dass die Gesellschaft stark genug sei und fügte hinzu: "Die Menschen, die herkommen sind willkommen. Wir bieten ihnen Schutz und ein neues Heim, und wir sind froh und stolz darauf, dass sie überhaupt uns ausgewählt haben. Aufgrund unserer Vergangenheit zu uns zu kommen - da gehört schon etwas Mut dazu."

"Freundschaft" auf Kinder- und Jugendbuchmesse

Veranstalter in Saarbrücken wollen mit Motto gegen Hass wirken

In Zeiten von Fremdenhass hat die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken in diesem Jahr den literarischen Schwerpunkt "Freundschaft" gewählt. Das Motto zur 18. Auflage der Messe passe zu dem derzeitigen Zeitgeist in Europa: "Alle reden von Wut und Hass, wir reden von Freundschaft", sagte die Vorsitzende des Vereins Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse, Doris Pack, bei der Vorstellung des Programms. Damit solle jungen Leuten ein positives Menschenbild vermittelt werden. "Mit Lügen und populistischen Titeln gewinnt man keine Freunde", betonte Pack. Zu der Messe am 29. und 30. September werden Autoren und Illustratoren aus Deutschland, Italien, Frankreich den Niederlanden, Georgien und der Zentralafrikanischen Republik erwartet.

Deutsche Bank eröffnet neues Kulturzentrum in Berlin

"Palais Populaire" im ehemaligen Prinzessinnenpalais in Mitte

Die Deutsche Bank eröffnet am 27. September ein neues Kulturzentrum in Berlin. Unter dem Namen Palais Populaire soll es im ehemaligen Prinzessinnenpalais am Boulevard Unter den Linden ein breites Programm von Kunst, Literatur, Musik, Sport, Performance und Tanz geben. Das Palais Populaire löst die nur wenige hundert Meter entfernte Kunsthalle ab, in der die Deutsche Bank - anfangs zusammen mit der Guggenheim Stiftung - fast zwanzig Jahre lang internationale Gegenwartskunst zeigte. Dafür wurde das historische Prinzessinnenpalais entkernt und zu einem modernen Veranstaltungshaus mit insgesamt 3000 Quadratmetern umgebaut.

Entscheidung über Mauer-Projekt bis Ende September

Projekt werde derzeit geprüft

Der Berliner Bezirk Mitte will bis 28. September über das geplante Mauerbau-Kunstprojekt "DAU" entscheiden. Das von den Organisatoren vorgelegte modifizierte Konzept werde derzeit von der Verwaltung geprüft, sagte eine Bezirksamtsprecherin. Im Rahmen des Kunstprojektes soll ab Mitte Oktober in Berlin für rund vier Wochen wieder eine Mauer errichtet werden. Bei dem Kunst- und Sozialexperiment sollen Besucher unter anderem die Erfahrung von Freiheitsverlust und totalitären Systemen machen können. Am 9. November - dem Tag des Mauerfalls - soll diese temporäre Berliner Mauer in einer künstlerischen Performance eingerissen werden. "DAU" geht auf ein europäisches Film- und Performanceprojekt unter Leitung des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky zurück. Seinen Ursprung hat das Kunstprojekt im ukrainischen Charkiw, wo der Physiker und Nobelpreisträger Lev Landau (1908-1968) lebte und arbeitete.

ARD Audiothek App hat knapp eine halbe Million Nutzer

Besonders beliebt sind Hörspiele, Lesungen, Kindergeschichten

Die ARD Audiothek App hat ihre Reichweite weiter ausgebaut. Mit rund 90.000 neuen Downloads in der Ferienzeit habe sie die Marke von 470.000 Downloads geknackt, teilte die ARD in München mit. Fast vier Millionen Mal seien in den Sommermonaten Audios der ARD-Sender sowie des Deutschlandradios abgerufen worden. Besonders beliebt seien Hörspiele und Lesungen, Geschichten für Kinder, Krimis, Dokumentationen und Satire. Den Nutzern der App stehen Inhalte von mehr als 60 öffentlich-rechtlichen Hörfunkwellen zur Auswahl.

Ballett-Intendant: Brauchen mehr Tänzer in Stuttgart

Klassisches Repertoir fordert viel Personal

Das Stuttgarter Ballett braucht mehr Tänzer. Schon jetzt könne die Compagnie Engpässe kaum überbrücken, sagte der neue Intendant des Stuttgarter Balletts, der US-Amerikaner Tamas Detrich, vor dem Start in seine erste Spielzeit. Er hoffe, die Truppe mit ihren gut 60 Tänzern um zehn vergrößern zu können; für die Aufführung von Klassikern werde viel Personal gebraucht. Nach mehr als 20 Jahren als Intendant hatte Reid Anderson das Ensemble abgegeben. Der Brite John Cranko hatte das Stuttgarter Ballett einst weltberühmt gemacht.

Gedenken an Opfer des 11. Septembers geht zu Ende

Leuchten zweier Lichtsäulen in New York soll langsam schwinden

Die Strahlen reichten bis zu sechs Kilometern in die Höhe und sollten die Zwillingstürme des damals eingestürzten World Trade Centers nachbilden. Das Mahnmal in Manhattan erinnert an die etwa 3000 Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Zuvor wurden wie an jedem Jahrestag die Namen der Getöteten verlesen.

Erste bekannte Tonaufnahme David Bowies versteigert

Sie war dieses Jahr in einem Loft entdeckt worden

In einem Auktionshaus im Nordwesten Englands ist die erste bekannte Ton-Aufnahme von David Bowie versteigert worden: Zum Preis von umgerechnet 45 Tausend Euro, viermal so viel wie erwartet, nach einem "Bieter-Wahnsinn" – so hat es der Versteigerer ausgedrückt. Die Aufnahme des Songs "I Never Dreamed" war in diesem Jahr in einem Loft entdeckt worden. Sie stammt von 1963, als Bowie 16 Jahre alt war und unter seinem bürgerlichen Namen David Jones mit der Band The Konrads auftrat. Die Band verließ er kurze Zeit später; als Solokünstler wurde er Ende 1969 mit seinem Song "Space Oddity" bekannt. Bowie starb im Januar 2016 im Alter von 69 Jahren an Krebs.

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