Dienstag, 27.07.2021
 

Interview | Beitrag vom 23.06.2021

Regenbogenfarben bei der EMDie ungarische Gesellschaft ist tief gespalten

Noémi Kiss im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Die Allianz Arena München leuchtet in den Regenbogenfarben (imago /  Sven Simon)
Protest in Regenbogenfarben wird es in München beim Spiel Deutschland gegen Ungarn nicht geben. (imago / Sven Simon)

Die ungarische Schriftstellerin Noémi Kiss sieht keinen Dialog in ihrem Heimatland über LGBTIQ-Fragen. Zugleich kritisiert sie das Politisieren von Ereignissen wie der Fußball-EM: Das sei nicht gut für den Sport.

Es sollte ein Zeichen für Toleranz und gegen Homophobie sein, doch die UEFA lehnte den Antrag des Münchner Stadtrats ab: Die Allianz Arena in München darf beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn nicht in den Regenbogenfarben angestrahlt werden. Gedacht war das Farbenspiel als Reaktion auf ein vom ungarischen Parlament verabschiedetes Gesetz, das die Informationsrechte und den Schutz von homo- oder transsexuellen Jugendlichen einschränkt.

Die ungarische Schriftstellerin Noémi Kiss beobachtet einen "riesigen Streit" über das LGBTIQ-feindliche Gesetz in ihrer Heimat. Ein Dialog finde nicht statt; die Gesellschaft sei gespalten. Die staatlichen Medien betonten, dass Minderjährige durch das neue Regelwerk vor "Propaganda" für Geschlechtsumwandlungen und Homosexualität geschützt würden. Auf der anderen Seite gingen Menschen gegen das Gesetz auf die Straße, auch unterstützt von Organisationen wie Amnesty International.

Viele Menschen protestieren in Budapest gegen ein Gesetz zu Homosexualität. In der Mitte ist eine Regenbogenfahne zu erkennen. (imago / EST&OST)Seit das umstrittene Gesetz verabschiedet wurde, gibt es in Budapest immer wieder Proteste. (imago / EST&OST)

Einzelne Fußballspieler wie Péter Gulácsi oder Willi Orbán hätten sich immer wieder für die Rechte Homosexueller eingesetzt, so Kiss. Sie selbst habe aber auch Verständnis dafür, wenn Spieler nun davor warnten, den Fußball nicht zu politisch werden zu lassen. Wenn Ereignisse wie die EM oder die Olympischen Spiele wie im "Kalten Krieg" politisiert würden, sei das nicht gut für den Sport.

(bth)

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