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Neue Musik | Beitrag vom 24.11.2020

Reflexionen spätmittelalterlicher Vokalpolyphonie Im Neuen das Alte

Von Rainer Baumgärtner

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Verzierte Seite eines Chorbuches mit liturgischem Gesang, mit einer kleinen Illustration zweier Mönchsfiguren. (akg-images / Mondadori Portfolio / Sergio Anelli)
Verzierte Seite eines Chorbuches mit liturgischem Gesang, mit einer kleinen Illustration zweier Mönchsfiguren. (akg-images / Mondadori Portfolio / Sergio Anelli)

Die Wiederentdeckung der vorbarocken Musik hat ab den 1960er Jahren zunehmend auch moderne Komponisten inspiriert. Sie bearbeiteten alte Werke oder setzten sich assoziativ mit ihnen auseinander.

Weite Teile der Musik aus Mittelalter und Renaissance waren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nur Experten ein Begriff. Als sich danach immer mehr Musiker für diese Epochen zu interessieren begannen, beeinflusste dies das europäische Musikleben in erheblichem Maße. Der Alte Musik-Boom faszinierte nicht nur das Publikum und die Schallplattenindustrie, sondern auch viele Komponisten.

Faszinierende Bandbreite

Die Möglichkeiten, Werke im Stil der Vokalpolyphonie in eigenen Stücken zu reflektieren, sind unbegrenzt. Besonders anschaulich wird die Auseinandersetzung moderner Komponisten dann, wenn sie konkrete alte Kompositionen erweitern oder verfremden.

Der Schweizer Heinz Holliger und der Brite Harrison Birtwistle haben sogar dasselbe Stück des Franzosen Guillaume de Machaut bearbeitet. Es sind meist die großen Tonsetzer aus dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit, an die man anknüpft. Isabel Mundry hat sich mit Guillaume Dufay auseinandergesetzt, Farzia Fallah mit Francesco Landini und Betsy Jolas mit Orlando di Lasso.

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