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Samstag, 15.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 5. Oktober 2018

Reemtsma-Entführung wird Theaterstück

Hamburger Kammerspiele bringen Reemtsma-Entführung auf die Bühne

Die Entführung von Jan Philipp Reemtsma kommt als Theaterstück auf die Bühne der Hamburger Kammerspiele. Grundlage ist das Buch "Wir sind dann wohl die Angehörigen" von Johann Scheerer, der die Erinnerungen an die Entführung seines Vaters aufgeschrieben hat. Intendant Axel Schneider werde das Stück als Monolog mit nur einem Schauspieler und einem Musiker im Logensaal der Kammerspiele inszenieren, teilten die Kammerspiele am Freitag mit. Reemtsma-Sohn Scheerer war 13 Jahre alt, als sein Vater, der Hamburger Literaturwissenschaftler und Millionenerbe Jan Philipp Reemtsma, im Frühjahr 1996 entführt wurde. Das Ereignis veränderte sein Leben. Erst nach 33 Tagen voller Ungewissheit, Polizeipannen und gescheiterten Geldübergaben kam Reemtsma frei - gegen die Zahlung eines Lösegelds von 30 Millionen D-Mark.

Denzel Washington erhält Preis für sein Lebenswerk

US-Filmstar ist auch als Produzent und Regisseur erfolgreich

Das Amerikanische Film Institut zeichnet den Schauspieler Denzel Washington mit dem Preis für sein Lebenswerk aus. Seit mehr als vier Jahrzehnten arbeitet er als Schauspieler und zudem auch als Regisseur und Produzent. Washington wurde neun Mal für den Oscar nominiert und gewann den renommierten Filmpreis für seine schauspielerischen Leistungen in "Glory" und "Training Day". Für "Fences" erhielt er einen Tony Award. Der 63-Jährige ist der 47. Preisträger des AFI Life Achievement Awards. Vor ihm erhielten unter anderen Mel Brooks, Robert De Niro, Meryl Streep und Alfred Hitchcock den Preis. Im vergangenen Jahr wurde George Clooney geehrt. Washington soll die Auszeichnung bei einer Gala am 6. Juni 2019 in Los Angeles entgegennehmen.

Nachlass von Octavio Paz bleibt in Mexiko

Schriftsteller war 1990 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden

Der Nachlass des mexikanischen Literaturnobelpreisträgers Octavio Paz ist in seinem Heimatland zum "künstlerischen Denkmal" erklärt worden. Damit werde sichergestellt, dass sein Werk in Mexiko erhalten bleibe, teilte das Kultusministerium des Landes mit. Der Erhalt des Archivs trage dazu bei, Leben und Werk eines der wichtigsten spanischsprachigen Schriftsteller besser kennenzulernen, betonte das Ministerium. Die Manuskripte, Artikel, Dokumente und auch Fotografien des Schriftstellers sollen an das nationale Institut der schönen Künste und Literatur übergeben werden. Als wichtigstes Werk gilt sein Essay "Das Labyrinth der Einsamkeit" über die nationale Identität seiner Heimat. Das Werk erschien erstmals 1950 und wurde von Paz mehrfach überarbeitet. Paz war 1990 war mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. 1998 starb der Schriftsteller im Alter von 84 Jahren. Nach dem Tod seiner Witwe im Juli 2018 war zunächst unklar gewesen, was mit dem Nachlass passieren sollte, da sie kein Testament hinterlassen hatte.

Schwedische Akademie benennt zwei neue Mitglieder

Eric M. Runesson und Jila Mossaed werden am 20. Dezember aufgenommen

Die Schwedische Akademie hat am Freitag zwei neue Mitglieder bekannt gegeben. Der Jurist Eric M. Runesson und die Schriftstellerin Jila Mossaed sollen beim nächsten Zusammentreffen der Akademie am 20. Dezember aufgenommen werden. Sie folgen auf Lotta Lotass und Kerstin Ekman, die wegen der Kontroverse um den Theaterregisseur Jean-Claude Arnault und seine Frau, Akademiemitglied Katarina Frostenson, ihr Amt schon länger ruhen ließen. Runesson und Mossead waren am Donnerstagabend von den verbliebenen Mitgliedern der Akademie gewählt worden. Am Freitagmittag gab Schwedens König Karl Gustaf seine Zustimmung.

Gießener Forscher dokumentieren Draculas Leben

Die ersten beiden Teilbände werden am 12. Oktober präsentiert

Historiker der Justus-Liebig-Universität Gießen haben das Leben von Vlad dem Pfähler alias Dracula (1431-1476) aufgearbeitet, der als Vorlage für Bram Stokers weltberühmten Vampir-Roman diente. Die ersten beiden Teilbände des "Corpus Draculianum" werden am 12. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert, wie die Universität am Freitag mitteilte. Die von einem interdisziplinären Forscherteam erarbeitete Dokumentation vereint alle Quellen zu Vlad von 1448 bis 1650. Die Leitung des rund 190.000 Euro teuren Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft liegt bei Thomas Bohn, Professor für Geschichte Osteuropas am Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität.

BR digitalisiert Musikschätze aus seinem Jazz-Archiv

2019 sollen sie in den Hörfunkprogrammen eingesetzt werden können

Der Bayerische Rundfunk (BR) digitalisiert derzeit rund 170 Konzertmitschnitte der Internationalen Jazzwoche Burghausen. Die 270 Bänder standen bis vor kurzem als nicht-sendefertiges Rohmaterial in den Regalen des hauseigenen Archivs, wie der Sender am Freitag in München mitteilte. Zum 50-jährigen Bestehen des Festivals im März 2019 sollen sie erschlossen und in den Hörfunkprogrammen eingesetzt werden können.

ZDF besorgt um Sicherheit von Journalisten

"Die Polizei hat Presse- und Rundfunkfreiheit zu gewährleisten"

Das ZDF zeigt sich angesichts von Gefahren für Journalisten bei Demonstrationen in großer Sorge. Intendant Thomas Bellut nannte es am Freitag "unhaltbar", dass Reporterteams von zwei bis vier Personenschützern begleitet werden müssten. "Ansonsten kann ich auch nur appellieren, dass die Veranstalter vor allem in Sachsen und Sachsen-Anhalt nicht dazu aufrufen, die Presse zu attackieren", sagte Bellut in Mainz. Der Fernsehrat, ein Kontrollgremium des Senders, forderte alle gesellschaftlichen Kräfte auf, eine freie Berichterstattung zu ermöglichen. "Die Polizei hat hierfür die grundgesetzlich verankerte Presse- und Rundfunkfreiheit zu gewährleisten", so der Fernsehrat in einer Erklärung.

Tiroler Festspiele: Protest gegen Kuhns Absetzung

"Ohne ihn können die Festspiele in ihrem künstlerischen Konzept nicht weiter existieren"

Nach den Vorwürfen sexueller Übergriffe haben sieben Künstler und Angestellte der Tiroler Festspiele Erl gegen die Beurlaubung von Dirigent Gustav Kuhn protestiert. "Die Absetzung als Dirigent ist in der momentanen schwammigen Lage vollkommen verfrüht und ein falsches Signal", sagte der künstlerische Interimsleiter der Festspiele, Andreas Leisner. Tenor Ferdinand von Bothmer betonte, dass er und seine Kollegen im Namen der rund 200 Mitarbeiter der Festspiele sprechen würden. "Ohne ihn können die Festspiele in ihrem künstlerischen Konzept nicht weiter existieren", sagte von Bothmer am Freitag. Im Juli hatten fünf Künstlerinnen in einem offenen Brief schwere Vorwürfe gegen Kuhn erhoben. Bereits im Februar hatte zudem ein Blogger über angeblich unhaltbare Zustände in Erl berichtet. Ende Juli zog sich Kuhn aus der künstlerischen Leitung zurück, am 21. September wurde er auch von den geplanten Dirigaten entbunden.

Regisseur Senzow beendet Hungerstreik

Der Filmemacher war 2015 zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt worden

Nach 144 Tagen hat der in Russland inhaftierte ukrainische Regisseur Oleg Senzow nach Angaben der Gefängnisleitung seinen Hungerstreik beendet. Ärzte würden nun eine optimale Diät für ihn zusammenstellen, so dass er bald wieder normal essen könne, teilte die Strafvollzugsbehörde am Freitag mit. Der 42-Jährige hatte bisher Nährstoffe per Tropf erhalten. Eine unabhängige Bestätigung für das Ende des Hungerstreiks lag bislang nicht vor. Hintergrund des Hungerstreiks ist die Forderung, Dutzende ukrainische Häftlinge aus russischen Gefängnissen freizulassen. Der Filmemacher war 2015 wegen angeblich geplanter Terroranschläge auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim in einem international kritisierten Prozess zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Gnadengesuche der Mutter waren vom Kreml mehrfach abgelehnt worden. Der Ukrainer müsse das Gesuch selbst stellen, hieß es.

Frankreich und Armenien gedenken Aznavour

Der Künstler war am Montag im Alter von 94 Jahren gestorben

Mit einer nationalen Gedenkfeier hat Frankreich Abschied von seinem großen Chanson-Star Charles Aznavour genommen. Seine Lieder seien für Millionen Menschen "ein Balsam, eine Medizin, ein Trost" gewesen, sagte Staatspräsident Emmanuel Macron am Freitag im Ehrenhof neben dem Pariser Invalidendom. Aznavour sei "eins der Gesichter Frankreichs geworden". Der Sänger, Liedtexter und Schauspieler war am Montag im Alter von 94 Jahren gestorben. An der Zeremonie mit militärischen Ehren nahmen auch der Präsident und der Premierminister Armeniens teil. Aznavour war 1924 in Paris als Sohn armenischer Einwanderer zur Welt gekommen. Er pflegte eine enge Beziehung zu dem Kaukasusland und war im hohen Alter auch Botschafter der Ex-Sowjetrepublik in der Schweiz.

Berliner Literaturpreis geht an Clemens J. Setz

Damit verbunden ist eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin

Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz wird mit dem Berliner Literaturpreis 2019 geehrt. Der Autor nimmt auch die mit dem Preis verbundene Berufung der Freien Universität Berlin auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik im Sommersemester 2019 an, wie die vergebende Berliner Stiftung Preußische Seehandlung am Freitag mitteilte. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis soll am 20. Februar 2019 vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller überreicht werden. Setz erhalte die Auszeichnung für ein literarisches Schaffen, das in allen Großgattungen originelle Akzente gesetzt habe, so die Jury. "Es ist von einer schier unerschöpflichen Fabulierlust und absurder Komik geprägt und glänzt mit einem intertextuellen Anspielungsreichtum, der von genuin literarischen über philosophische und naturwissenschaftliche bis zu popkulturellen Diskursen reicht."

Berliner Toleranzpreis für Jerusalemer Krankenhaus

Das katholische Hospital St. Louis existiert seit 1952 und steht allen offen

Die Ordensschwester Monika Düllmann und das von ihr geleitete Jerusalemer Krankenhaus St. Louis erhalten den "Moses-Mendelssohn-Preis zur Förderung der Toleranz gegenüber Andersdenkenden und zwischen den Völkern und Religionen des Landes Berlin". Die mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird Düllmann am 5. November in der Hauptstadt verliehen, wie die Mendelssohn-Gesellschaft am späten Donnerstagabend mitteilte. Das katholische Hospital St. Louis existiert seit 1952. Heute bietet die Einrichtung palliative Begleitung für sterbende und chronisch kranke Menschen sowie Aids-Patienten. Es steht Israelis und Palästinensern offen. Christen, Juden und Muslime werden hier entsprechend ihrer jeweiligen Religion versorgt und können ihre Feste gemeinsam feiern. Düllmann leitet das Krankenhaus seit 15 Jahren.

Prix de l'Académie für Kulturfestival "Perspectives"

Der Verein hat sich der deutsch-französischen Freundschaft verschrieben

Das deutsch-französische Kulturfestival "Perspectives" wird mit dem diesjährigen Prix de l'Académie de Berlin geehrt. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung geht jährlich an Personen, Institutionen oder Projekte, die zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich beitragen. "Perspectives", 1978 in Saarbrücken gegründet, sei das einzige grenzüberschreitende Festival, das sich gleichermaßen der zeitgenössischen französisch- und deutschsprachigen Bühnenkunst widme, teilte die Berliner Académie am Freitag mit. Der eingetragene Verein hat sich der deutsch-französischen Freundschaft verschrieben. Vorsitzende ist die ehemalige Bundespräsidenten-Kandidatin Gesine Schwan, Stellvertreter der frühere "Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert.

Guggenheim Museum restituiert Gemälde an Erben

Es handelt sich um das Gemälde "Soldatenbad" von Ernst Ludwig Kirchner

Das Guggenheim Museum in New York gibt ein millionenschweres Kirchner-Gemälde an die Erben des berühmten jüdischen Kunsthändlers Alfred Flechtheim (1878-1937) zurück. Es ist binnen weniger Wochen die zweite Restitution eines bedeutenden Gemäldes an die Erben Flechtheim. Das Gemälde "Soldatenbad" des deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner zeigt russische Kriegsgefangene nackt unter einer Dusche. Erst Anfang September hatte das Kunstmuseum Moderna Museet in Stockholm die Rückgabe eines Oskar-Kokoschka-Bildes angekündigt.

Friedensnobelpreis: Denis Mukwege und Nadia Murad

Auszeichnung für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt als Waffe

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an UN-Sonderbotschafterin Nadia Murad, die vom IS versklavt und vergewaltigt wurde, und den kongolesischen Arzt Denis Mukwege. Sie werden für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt als Waffe in Kriegen und bewaffneten Konflikten ausgezeichnet, wie das Norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo mitteilte. Insgesamt waren nach Angaben des Nobelkomitees in diesem Jahr 216 Personen und 115 Organisationen nominiert. Der Preis ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 860.000 Euro) dotiert. Er wird als einziger der fünf Nobelpreise nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Dort findet die Verleihung am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, statt. 2017 hatte die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) den Friedensnobelpreis erhalten.

"Heinrich Schütz Musikfest" mit Weltstar-Besetzung

Weißenfelser Barockmusik-Festival feiert 20. Jubiläum

Das "Heinrich Schütz-Musikfest" in Weißenfels gedenkt zu seinem 20. Jubiläum zwei weltbewegenden Kriegen. Unter dem Motto "Verley uns frieden" stehen ab diesem Freitag auf dem Barockmusik-Fest der Beginn des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren und das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren im Mittelpunkt, wie die Stadt Weißenfels mitteilte. Das Eröffnungskonzert am 5. Oktober in der Marienkirche bestreitet die Sopranistin Dorothee Mields gemeinsam mit dem Berliner Barockmusik-Ensemble "Lautten Compagney". Bis zum 14. Oktober präsentiert das Festival an mehreren Spielorten neben Chören und Musikern aus Weißenfels weitere Stars aus der Welt der Barockmusik, wie zum Beispiel das Ensemble "La Venexiana". Außerdem können Barock-Fans auf den Spuren des Komponisten Heinrich Schütz an Führungen im gleichnamigen Haus teilnehmen.

"Festival of Lights" erleuchtet die Hauptstadt

60 Wahrzeichen und Orte Berlins in neuem Licht

Zum 14. Mal taucht von diesem Freitag an das "Festival of Lights" 60 Wahrzeichen und Orte Berlins in "magisches" Licht. Über 150 Bilder, Video-Shows und Lichtkunstwerke werden bis zum 14. Oktober die abendliche Stadt erleuchten – zusätzlich zu den Orten, die ohnehin schon seit Ende September im Rahmen des zweiten Lichtspektakels - "Berlin leuchtet" – in neuem Licht erstrahlen Zuschauer können die Innenstadt auf fünf verschiedenen Lichtrouten durchstreifen. Insgesamt gibt es drei internationale Wettbewerbe für die kreativsten Videokunstinstallationen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller eröffnet das Spektakel am Freitagabend am Fuß des Fernsehturms am Alexanderplatz.

Lichtpassage krönt Mannheimer Kunsthalle

Dauerhafte Lichtinstallation des US-Künstlers James Turrell

Eine Lichtpassage namens "Split Decision" verbindet künftig den Jugendstilbau und den Neubau der Kunsthalle Mannheim. Es handelt sich um eine dauerhafte Lichtinstallation des US-Künstlers James Turrell, wie das Museum am Freitag in Mannheim mitteilte. Das Werk sei "ein absoluter Glücksfall für Sammlung und Architektur der Kunsthalle Mannheim", sagte Direktorin Ulrike Lorenz. Der Übergang zwischen beiden Gebäuden ist demnach mit zwei wandfüllenden Lichtquellen gestaltet. In festgelegter Kombination wechseln die Farbspektren, was den Übergang zu einem "unvergesslichen Wahrnehmungserlebnis" mache. Turrell nehme in der Gegenwartskunst eine herausragende Position ein, hieß es. Der knapp 70 Millionen teure Museumsneubau war Ende 2017 fertiggestellt und im Juni offiziell eröffnet worden. Es ist einer der größten Museumsneubauten der vergangenen Jahre in Deutschland.

Igor Levit würdigt #MeTwo-Debatte um Rassismus

Unter #MeTwo hatten zahlreiche Menschen Rassismuserfahrungen geschildert

Der Pianist Igor Levit hat die Debatte über Rassismus im Zuge der Hashtag-Aktion #MeTwo gewürdigt. Er habe in den Jahren zuvor nie den Mut gehabt, solche selbst erlebten Geschichten mitzuteilen, sagte der 31-Jährige dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung". So habe ihm nach einem Konzert jemand gesagt, dass er Bach toll gespielt habe, aber keine "geistige Herkunft" dafür habe, so der in Russland geborene Musiker. Ebenso ärgere ihn die Frage, warum er nicht mehr russische Komponisten aufführe, erklärte Levit. "Für Außenstehende ist vermutlich kaum begreifbar, wie sehr einen das verletzt." Ihn machten solche Situationen ratlos. Er habe schon öfter gehört, dass es sich um einzelne Idioten handle. "Und ich sage: Nein, das ist einer von vielen!" Unter dem Schlagwort #MeTwo hatten zahlreiche Menschen im Sommer ihre Erfahrungen mit Rassismus im Alltag geschildert.

"Welt"-Literaturpreis an Virginie Despentes

Sie gilt als künstlerische Grenzgängerin in der französischen Gegenwartsliteratur

Der Literaturpreis der Tageszeitung "Die Welt" geht in diesem Jahr an die französische Schriftstellerin Virginie Despentes. Damit werde eine "außergewöhnlich radikale Frau" für ihr literarisches, filmisches und feministisches Gesamtwerk geehrt, teilte der Axel Springer Verlag am Freitag mit. Der "Welt"-Literaturpreis ist mit 12.000 Euro dotiert und wird am 17. Dezember in Berlin vergeben. Er erinnert an den 1973 verstorbenen Kritiker Willy Haas, der 1925 die Zeitschrift "Die literarische Welt" gründete. Heute heißt die Buchbeilage der "Welt" so. Die Preisträgerin Virginie Despentes, deren Roman "Baise-moi - Fick mich" vor allem nach seiner Verfilmung im Jahr 2000 einen Skandal auslöste, gilt als Provokateurin und künstlerische Grenzgängerin in der französischen Gegenwartsliteratur.

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Fazit

"Staatssicherheitstheater"Ein Ventil für Gegenwartsekel
Drei Männer lesen einen Stadtplan Berlin, den sie auf den Rücken eines vierten Mannes gelegt haben, der vor ihnen sitzt. (Harald Hauswald/Volksbühne Berlin)

In Leander Haußmanns "Staatssicherheitstheater" sieht unser Kritiker viele Männer mit Handtäschchen in krustigen Klamotten. Deren Stasi-Tätigkeit taugt Haußmann, um Abscheu über die Gegenwart auszudrücken. Doch mit dem Jahr 2018 hat das wenig zu tun.Mehr

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