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Kompressor | Beitrag vom 28.04.2017

Red Bull Music Academy Wes' Geld ich nehm, des' Lied ich sing?

Daniel Haaksman im Gespräch mit Christine Watty

Zu sehen ist Hip-Hop Künstler Questlove vor einem Logeo der Red Bull Music Academy. (dpa/ picture alliance)
Musiker fragen sich, wohin die Red Bull Music Academy steuert? (dpa/ picture alliance)

Musiker, die von der Red Bull Music Academy profitieren, sorgen sich, seit der Chef des Getränkekonzerns, Dietrich Mateschitz, Sympathien für Trump bekundet. DJ-Produzent Daniel Haaksman sagt, man müsse mit der Marke ja nicht zusammenarbeiten.

Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz positioniert sich zunehmend politisch: In einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" äußerte der österreichische Konzernchef kürzlich Sympathien für US-Präsident Donald Trump. Er kritisierte die deutsche Flüchtlingspolitik, "intellektuelle Eliten" und das "Meinungsdiktat des politisch Korrekten". Darüber hinaus will der Milliardär eine eigene Nachrichtenplattform gründen, die mutmaßlich rechtspopulistisch ausgerichtet ist, wie der Name suggeriert: "Näher an der Wahrheit".

Geldgeber ist die Stiftung "Quo Vadis Veritas"

In einer Pressemitteilung dazu heißt es, es soll um "Themen gehen, die sonst zu kurz kommen", "eine publizistische Antwort auf die zunehmende Misstrauenskultur in der Gesellschaft" und ein "vollständigeres Bild der Wirklichkeit" geschaffen werden. Geldgeber ist die Stiftung "Quo Vadis Veritas", also "Wo gehst du hin, Wahrheit?", hinter der Mateschitz mit seinem Privatvermögen steht. Das "Handelsblatt" vergleicht Mateschitz' Projekt mit der Rechtsaußen-Lobby "Breitbart News" in den USA, deren früherer Chef Stephen Bannon einer der wichtigsten Berater von US-Präsident Donald Trump war.

Musiker sind verunsichert

Da zahlreiche Künstler von der Red Bull Music Academy gefördert werden, entwickelt sich eine Debatte darüber, welche Konsequenzen die politischen Äußerungen von Mateschitz haben. Bisher war die als autonom geltende Akademie für ihre Liberalität und ihre Weltoffenheit bekannt.

"Man kann sich natürlich dem Ganzen entziehen", sagte der DJ-Produzent und Journalist, Daniel Haaksman im Deutschlandfunk Kultur. "Man muss nicht mit diesen Marken zusammen arbeiten." Es gebe in Deutschland viele Künstler, die nie mit Red Bull zusammen gearbeitet hätten, weil sie entweder nie gefragt worden seien oder nicht wollten. "Es gibt in Deutschland wahnsinnig viele Fördermittel, mit denen man als Künstler auch größere Projekte realisieren kann."

Globales Netzwerk

Um international Karriere zu machen, müsse man keinesfalls mit dem Getränkekonzern kooperieren. "Aber vielen Künstlern hat das geholfen, weil Red Bull oder die Red Bull Music Academy über ein gigantisches, globales Netzwerk verfügt mit zahlreichen Veranstaltungen", sagte Haaksman. Die Red Bull Music Academy ist seit 20 Jahren vielseitig engagiert: Sie veranstaltet Seminare, Workshops und Festivals, betreibt einen Radiosender und eigene Musikstudios. Die Plattform für globalen musikalischen Austausch ist bei Musikern hoch im Kurs. Selbst Björk hat zuletzt an der Academy teilgenommen. (pv/gem)

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