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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 11.04.2019

Realfakes im InternetVerliebt in ein Phantom

Von Nora Gohlke

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Eine junge Frau liegt bäuchlings im Bett und schaut auf ihr Smartphone. (unsplash / Tony Lam Hoang)
Zu schön, um wahr zu sein: Vielen fällt es schwer, sich aus der imaginären Beziehung mit einem Realfake zu lösen. (unsplash / Tony Lam Hoang)

Heike trifft Matthias auf einem Datingportal und verliebt sich. Was sie nicht weiß: Matthias ist ein "Realfake" und mit fiktiver Identität im Netz unterwegs. Kein harmloser Spaß, denn der Kontakt mit diesen Seelenräubern wirkt auf viele wie eine Droge.

"Ich bin Heike, 43 Jahre alt, komme aus der Nähe von Oldenburg, bin Mutter von zwei Kindern und habe mich am 1.1.2015 von meinem Mann getrennt und bin seitdem Single."

Heikes Geschichte beginnt an einem Freitag im Frühjahr 2015. Es ist ein milder Abend. Bei einem Glas Wein sitzt sie mit einer Freundin auf der Terrasse. Heike lebt in einer Stadt im Norden von Deutschland, die so klein ist, dass Heike weder ihren Nachnamen noch den Namen der Stadt nennen möchte.

"Das war mein erstes halbes Jahr alleine. Ich war natürlich voller Zukunftsangst, wie mein Leben weitergeht mit zwei Kindern, ganz alleine, aber auch irgendwie schon ein bisschen Mut da jemanden kennenzulernen."

Ein paar Wochen nach der Trennung meldet sich Heike bei einem Datingportal an. "Fischkopf" heißt es. "Die größte regionale Singlebörse für den Norden", steht auf der Homepage. Heike sucht jemanden, der in ihrer Nähe wohnt, eine bodenständige Beziehung, die in ihr Leben passt.

"Ich habe erstmal die ganzen Profile bei Fischkopf studiert, bevor ich mein eigenes erstellt habe", sagt sie. "Also, da habe ich schon sehr viel Zeit investiert. Ja, meine Freunde würden mich jetzt beschreiben, ich bin ne Selfiequeen und ja, ich weiß gar nicht mehr, welches Foto das damals war. Da war nur mein Kopf zu sehen."

Mit einem Spruch erobert Matthias Heikes Herz

Heike sieht jünger aus als 43. Sie hat halblange, blonde Haare, große, grüne Augen, trägt Jeansjacke, figurbetonte Shirts und drei kleine, filigrane Tattoos am Arm und Hals. Auf dem Singleportal bekommt sie viele Nachrichten. Manchmal antwortet sie einmal, zweimal – und verliert dann das Interesse. Aber es gibt ein Profil, das Heike immer wieder besucht.

"Und zwar hatte er ein Zitat in seinem Profil: 'Schreiben Sie mir Emmi, Schreiben ist wie Küssen ohne Lippen, Schreiben ist wie Küssen mit dem Kopf.' Das ist ein Zitat aus meinem Lieblingsbuch 'Gut gegen Nordwind'. Das hat mich einfach gepackt und der Typ auch."

Das Profil gehört Matthias, 38 Jahre, aus Bremen. Heike fehlt der Mut, ihm zu schreiben. Ihrer Freundin geht das zu langsam.

"Wir saßen halt draußen, ich hatte meinen Laptop rausgeholt auf den Gartentisch gestellt und hab gesagt: 'Hier. So einen will ich haben. Den!'", erinnert sie sich. "Ja, dann musst du ihn anschreiben", sagte die Freundin. "Da hab ich ihn dann angeschrieben. Und ich bekam auch nicht sofort 'ne Antwort. Dann habe ich, glaube ich, noch eine weitere Nachricht hinterhergeschickt und so sind wir dann ins Gespräch gekommen."

Auf einem Monitor vor einer grauen Wand erscheint ein roter Kussmund. (unsplash / Creedi Zong)"Schreiben ist wie Küssen mit dem Kopf" - dieses Zitat aus Heikes Lieblingsbuch steht in Matthias' Profil. (unsplash / Creedi Zong)

An diesem Abend auf der Terrasse beginnt die Geschichte zwischen Heike und Matthias. Dreieinhalb Jahre wird sie dauern. Dreieinhalb Jahre, in denen die beiden sich unzählige Nachrichten schicken. Heike erfährt von Matthias, dass er vor seiner Ehe ein exzessives Leben geführt hatte, dann mit seiner Frau Sophie zwei Kinder bekam, Sophie betrogen hat und seitdem getrennt lebt.

"Und ich hab ihm dann natürlich meine Geschichte erzählt und er hatte Zeit für mich, hat mir zugehört, er war für mich da und das war schön!"

Die beiden senden sich täglich Nachrichten, chatten manchmal ganze Nächte. Heike ist hingerissen. Nicht nur von Matthias' gutem Aussehen. Er fragt nach und macht ihr Komplimente. Endlich ist da wieder jemand, der für Heike da ist, sich um sie sorgt, sie zum Lachen bringt.

Es gibt nur ein Problem: Matthias existiert nicht.

Matthias ist die Fantasiefigur eines anderen Menschen. Eines Menschen, der im Schutz der Anonymität der digitalen Welt mit Heike schreibt. Einer Person, die sich Matthias, den Familienvater mit dem exzessiven Leben, nur ausgedacht hat.

"Eine komplett realistische falsche Identität"

Ein Catfish, so wird das Phänomen im englischsprachigen Raum genannt. In Deutschland prägte die Autorin Victoria Schwartz den Begriff Realfake.

"Ein Realfake ist ein Mensch, der mit wahnsinnigem Aufwand und viel Organisationstalent in eine fremde Identität schlüpft", erklärt sie. "Er baut eine komplett realistische falsche Identität auf. Er klaut nicht nur ein Foto, sondern hunderte. Er manipuliert die Fotos. Er legt sich Lebensgeschichten zurecht, die total realistisch sind und wirkt einfach total echt. Das Wort Realfake wird auch benutzt zum Beispiel bei gefakten Designerhandtaschen. Das ist alles, was absolut echt wirkt, wird Realfake genannt und das hab ich auf Menschen übertragen."

Autorin Victoria Schwartz  (dpa / Georg Wendt)Untersucht Fakes im Internet - Victoria Schwartz (dpa / Georg Wendt)

Victoria Schwartz hat selbst eine Geschichte mit einem Realfake erlebt. Mit Blogeinträgen und ihrem Buch "Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde" brachte sie das Phänomen in die Öffentlichkeit. Sie berät ehrenamtlich Opfer und mitunter auch Realfakes selbst – die Täter. Inzwischen haben sich mehr als 1.000 Betroffene bei ihr gemeldet. Die Dunkelziffer aber ist riesig, vermutet Schwartz:

"Einen Realfake kann man überall im Internet finden, egal ob es ein Forum für Bootsbau oder ein Forum für Kuschelkatzen ist. Bei Twitter, bei Facebook, also überall. Und das ist das Fatale – wir alle leben in einer Welt, in der man sehr viel im Internet connected und es ist durchaus real eutzutage, dass Beziehungen im Internet beginnen. Und deswegen ist es sehr einfach, auf einen Realfake zu treffen."

Realfakes - im englischsprachigen Raum Catfishes genannt - sind erfundene Identitäten in sozialen Netzwerken, Online-Foren oder Datingportalen. Sie verwenden fiktive Namen, stehlen Fotos, geben manchmal ein anderes Alter oder Geschlecht an. Mit großem Aufwand und viel Organisationstalent denken sie sich Lebensläufe aus, fälschen ganze Familien und Freundeskreise. Auch die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali fiel auf einen Realfake herein.
Im Gegensatz zu Scammern wollen Realfakes kein Geld von ihren Opfern. Strafbar ist das Vortäuschen einer falschen Identität in diesem Zusammenhang als solches nicht. Das Stehlen fremder Profilbilder dagegen schon, doch das wird selten verfolgt. Wenn man zum Beispiel ein Fakeprofil auf Facebook entdeckt, kann man es der Plattform melden. Rechtliche Schritte kann man immer einleiten, wenn es zu Drohungen oder Belästigungen kommt. Weitere Informationen sowie Recherchetipps für Betroffene bietet die Autorin Victoria Schwartz auf ihrer Website

Realfakes sind so weit verbreitet, dass es auf dem US-amerikanischen Fernsehsender MTV eine Reality-TV-Show gibt, die Opfern helfen will, die wahre Identität ihrer Online-Romanzen zu erfahren. Aus Großbritannien und den USA sind Fälle bekannt, in denen sich Teenager das Leben nahmen, als sie merkten, dass ihre Onlinebeziehung erfunden war. 2018 veröffentlichte die TV-Moderatorin Dunja Hayali, dass sie auf einen Realfake hereingefallen war.

Liebe ist im Internet manchmal nur einen Klick entfernt. Die Frage ist nur: Ist sie auch echt?

"Da war richtig viel Gefühl von mir aus. Und ich hab ihm da auch voll vertraut", sagt Heike. "Ja, und irgendwann erzählte er mir dann halt, dass er Polizist wär bei der Bundespolizei und zwar mit einem Standort in Bonn. Und dann fing ich ein bisschen an zu recherchieren, weil er mich halt so interessiert hat und bin dann auf die GSG9 gekommen. Das hat er auch ganz schnell zugegeben und hat mir dann erzählt, dass er anonym leben würde."

Matthias behauptet, ein Beamter der Spezialeinheit der Bundespolizei zu sein. Sein Leben, das er Heike beschreibt, ist eine Aneinanderreihung von Ausnahmezuständen, beruflich wie privat.

"Und von daher wäre quasi ein Treffen sowieso unmöglich. Aber er hätte mich eh nicht treffen wollen, weil, er wäre ein sehr schwieriger Mensch..."

Am Anfang genügt Heike die virtuelle Nähe

Matthias macht ihr klar: Facebook, WhatsApp, Telefonieren, Treffen, das alles ist ausgeschlossen. Kommunikation: nur über Mail. Doch dass sie sich nicht treffen sollen, stört Heike erst einmal gar nicht:

"Das war etwas, was mir gelegen kam, weil ich überhaupt nicht mehr wusste, wie das überhaupt funktioniert, einen Mann zu treffen oder zu daten."

Die Nähe, die Heike in den Mails von Matthias spürt, reicht ihr völlig. Er ist ja da.

"Ja, manchmal war es halt auch so, wenn ich dann müde war und schlafen wollte, dass er gesagt hat: 'Komm... komm, Kleines, leg dich zu mir.' Dann sind wir quasi Arm in Arm eingeschlafen. Wir haben uns irgendwie zueinander hingeträumt. Das war ganz wunderbar und eine ganz neue Erfahrung für mich, dass Worte, allein Worte so viel mit einem machen können."

Digitale Kommunikation erzeugt sehr schnell Intimität

"Der Austausch mit einem Realfake ist sehr innig, sehr tief. Man redet nicht übers Wetter oder über irgendwelche Belanglosigkeiten", sagt die Autorin Victoria Schwartz.

Intimität kann in digitaler Kommunikation sehr schnell entstehen. Das weiß Victoria Schwartz aus ihren Gesprächen mit den Realfake-Opfern:

"Menschen öffnen sich, glaube ich, in der Anonymität des Netzes oder durch die räumliche Distanz sehr viel einfacher."

Der Schatten eines Jugendlichen mit einem Laptop (dpa / Armin Weigel)Im virtuelle Raum wird der Andere zur Projektionsfläche eigener Wünsche. (dpa / Armin Weigel)

Die Distanz bietet Schutz. Und sie lässt Raum für die Interpretation der Worte des anderen – für unser ganz eigenes Kopfkino. Der andere wird zur Projektionsfläche unserer Wünsche:

"Also, die Kommunikation löst ja auch im Gehirn des Opfers positive Emotionen aus und diese Emotionen sind echt", sagt die Kriminalpsychologin Lydia Benecke. "Und das kann wirklich so weit gehen, und das ist überhaupt keine Einbildung, dass daraus wirklich Emotionen entstehen, die wir als Verliebtheit bezeichnen würden."

Das Gehirn ist noch nicht reif für die Online-Kommunikation

Benecke hat sich für das Buch von Victoria Schwartz mit dem Phänomen Realfakes beschäftigt. Wie ernst können wir unsere eigenen Gefühle überhaupt nehmen, wenn wir den anderen noch nie gesehen haben?

"Im Kern dieses ganzen Phänomens ist die Funktionsweise des menschlichen Gehirns, immer die emotionalen Infos stärker zu verarbeiten als Sachinfos", sagt sie. "Dementsprechend sind die emotionalen Bindungen und die emotionalen Botschaften, die auch online gesendet werden und aufgebaut werden, die können emotional so authentisch wirken, dass dann eben die vernünftige Information: 'Du weißt doch immer noch nicht, wer da wirklich sitzt am anderen Ende der Leitung' – dass diese vernünftige Information untergeht."

Unser Gehirn interessiert sich also gar nicht für Bedenken. Zumindest lässt es Emotionen den Vorrang, sagt die Psychologin Lydia Benecke:

"Das heißt, ich fürchte, unser Gehirn ist auch auf vielen Ebenen noch nicht geupdatet in seiner Funktionsweise für die Tücken der Online-Kommunikation, die es ja in dieser Form auch erst seit sehr kurzer Zeit gibt in der Menschheitsgeschichte."

Matthias taucht ab

"Ich wollte ihm auch etwas zu Weihnachten schicken. Ich wollte ihm meinen Lieblingswein schicken, ich wollte ihm ein Tuch schicken, was nach mir riecht, ja, so Kleinigkeiten", erinnert sich Heike. "Ich brauchte nur noch die Adresse aufschreiben und das wegschicken, aber da hat der sich nicht drauf eingelassen. Und das konnte ich auch überhaupt nicht nachvollziehen."

Anstatt Heike eine Adresse zu nennen, taucht Matthias ab. Er meldet sich nicht mal an ihrem Geburtstag, einen Tag vor Weihnachten.

Die nächste Mail kommt erst im neuen Jahr. Mit den Nachrichten kehrt das Gefühl der Nähe zurück, aber auch die Sehnsucht, mit Matthias etwas Reales zu erleben. Ein Kuss, Händchen halten, zusammen aufwachen und den anderen lächeln sehen – Heike wird bewusst: All das, was Verliebte tun, ist für sie nicht möglich. War sie vorher noch nicht bereit dafür, wünscht Heike sich jetzt ein Treffen.

"Erstmal hab ich nett darum gebeten, dann irgendwann gedrängt natürlich, und er hat dann dieses Drängen und dieses Fordern immer mit Abwesenheit bestraft. Das heißt, er war dann einfach plötzlich weg."

Irgendwann werden die Zweifel stärker

Immer öfter taucht Matthias für Tage, eine oder mehrere Wochen ab. Ist er sauer? Krank? Oder bei einem plötzlichen Einsatz? Heike hat keine Ahnung, aber Matthias immer eine Erklärung für sein Verschwinden.

"Einmal hat er mir erzählt, das war auch nach einem Streit, da kam irgendwann eine Nachricht: 'Ich lieg im Krankenhaus in Frankreich.' Hat er dann erzählt, dass er einen Unfall hatte. Und zwar ist er mit dem Fallschirm irgendwie in einen Fluss gestürzt, hatte mehrere Knochenbrüche, unter anderem eine Rippenserienfraktur und eine Rippe hat sich in die Lunge gebohrt und er lag dann im Koma und war dann wach irgendwann, hat mir von den Schmerzmitteln erzählt, die er so bekommen hat. Und ich bin ja nunmal Arzthelferin. Also, so ein bisschen kenne ich mich da jetzt auch mit aus. Und auch das klang plausibel."

Heike denkt mit jedem Verschwinden, es ist vorbei. Umso glücklicher ist sie, wenn wieder eine Nachricht kommt. Dann schreiben sie eine Weile. Es ist eng und vertraut wie zuvor – bis Heikes Zweifel zurückkehren:

"Dann hat er mich aber zu einem anderen Account, also zu Spin gelockt. Das ist auch ein Internetportal, ich hab das vorher noch nie gehört. Und ich hab mich dort dann natürlich angemeldet, weil ich einfach neugierig war und auch einfach ganz, ganz viel über ihn erfahren wollte, wir haben uns dort befreundet und somit hatte ich dann auch das erste Mal Zugriff auf eine Freundesliste, auf mehrere Fotos von ihm, die alle geliked wurden, die kommentiert wurden von seinen Freunden. Chatverläufe unter diesen Fotos halt auch, die teilweise auch zwei, drei Jahre alt waren."

Porträt einer Frau, die sich mit beiden Händen die Augen zuhält. (unsplash / Taras Chernus)Trotz ihrer Zweifel wollen viele Opfer der Wirklichkeit nicht ins Auge sehen. (unsplash / Taras Chernus)

Es ist ein ganz normales Profil und jeder Freund, jedes Foto, jeder Kommentar, jeder Like ist für Heike ein Beleg für die Existenz von Matthias. Seine Freunde schreiben ihr sogar Nachrichten. Doch die klingen seltsam nach ihm. Den Mann, den sie noch nie gesehen hat, kann sie an seiner Art zu schreiben erkennen. Aber ganz sicher ist sie sich nicht. Es ist auch einfach unvorstellbar für Heike, dass sich jemand das alles nur ausgedacht haben sollte. Wer steckt so viel Zeit und Arbeit in nicht nur ein Fake-Profil, sondern gleich Dutzende?

"Wenn ich das natürlich einer Freundin oder so erzählt hab, die haben mich schon alle belächelt. Haben gesagt: 'So, Heike, jetzt mal ganz ehrlich.' Ich hab mich dann auch sehr bedeckt gehalten und nicht… also eigentlich nur noch mit meiner allerbesten Freundin darüber gesprochen. Ja, ich wollte mir das nicht mehr anhören."

Warum hat Heike den Kontakt nicht abgebrochen?

Heike sucht nach Erklärungen und stößt auf die Website von Victoria Schwartz. Sie nimmt Kontakt zu ihr auf. Endlich hat sie jemanden gefunden, der sie ernst nimmt und versteht. Victoria Schwartz hat bei Facebook eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Der tritt Heike bei. Dort lernt sie, dass sie Bilder und Mails nach GPS-Daten und IP-Adressen durchsuchen kann und so vielleicht etwas über den Standort von Matthias erfahren kann. Doch auch mit der Hilfe der anderen: Sie findet nichts.

"Er hat sich in mein Leben geschlichen, wie so ein Seelenräuber und ich hab ihm einfach vertraut und hab Gefühle zugelassen. Vielleicht bin ich auch ein gutgläubiger Mensch. Aber das ist halt eine Eigenschaft von mir, die ja jetzt nicht auch unbedingt negativ ist. Aber nee, ich seh mich jetzt eigentlich nicht so als Opfer. Weil ich ja hätte aussteigen können. Jederzeit. Da kann ich ihm keinen Vorwurf machen."

Faktisch ist das richtig. Heike hätte den Kontakt jederzeit abbrechen können. Aber warum hat sie es nicht getan? Wenn sie doch wusste, dass etwas nicht stimmt? War sie zu naiv?

"Die Vorurteile gegenüber Betroffenen sind: Das sind meistens unattraktive Menschen, die anders keinen Partner finden und sich verzweifelt ins Internet flüchten", sagt die Autorin Victoria Schwartz. "Oder es sind Menschen, die kontaktgestört sind. Oder es sind total naive Menschen, die keine Ahnung vom Internet haben, oder es sind Menschen, die mit ihren Daten total locker umgehen. Oder es sind dumme Menschen. Oder es sind Menschen ab einem gewissen Lebensalter, ab Mitte fünfzig meinetwegen. Und nichts davon stimmt."

Die meisten Realfake-Opfer sind jung

Das Durchschnittsalter der Betroffenen, die Victoria Schwartz kontaktieren, liegt bei dreißig Jahren. Die meisten gehören damit zu einer Altersgruppe, die mit dem Internet groß geworden ist. Es sind Männer und Frauen, auch der Bildungsgrad spielt keine Rolle. Victoria Schwartz haben unter anderem Studenten, Journalisten und Lehrer kontaktiert. Die Frage ist nur: Wenn die Betroffenen Zweifel haben, warum machen sie weiter?

"Es wird so oft so getan, wenn ein Betroffener erzählt, dass er mit einem Realfake Kontakt hat oder dass er mit einem Menschen Kontakt hat, der sich nicht treffen will, wird gesagt: 'Ja, dann brich das doch ab! Der verarscht doch nur!' Aber so einfach ist es nicht. Am anderen Ende sitzt ein Mensch. Und dieses Ausblenden eines anderen Menschen aus dem eigenen Leben fällt einigen Betroffenen extrem schwer.

Realfakes machen sich für ihr Gegenüber unentbehrlich. So wie Matthias, der nachts auf Heike wartete, aufmerksam und liebevoll war.

"Aber leider ist das dann emotional schon so intensiv, das ist so ein bisschen wie die erste Drogendosis", sagt Kriminalpsychologin Lydia Benecke. "Weil positive Gefühle im Gehirn ja nichts anderes als im Gehirn natürlich vorkommende Substanzen sind, die ähnlich wie Drogen sehr stark positive Gefühle auslösen können. Und leider ist das so schön und so wunderbar, dass natürlich die Person das auf jeden Fall weiter haben will. Und da fängt dann die emotionale Abhängigkeit im schlimmsten Fall schon an."

Die Taktik: "Love Bombing" und "Ghosting"

Eine Beziehung mit einem Realfake ist im wahrsten Sinne des Wortes: zu schön um wahr zu sein.

Die Taktiken, mit denen sie ihre Opfer an sich binden, sind bei allen ähnlich. Es beginnt mit "Love Bombing", also das Gegenüber mit positiven Emotionen zu überfluten, eine manipulative Technik, die auch bei Sekten beliebt ist. Im Verlauf der Beziehung verschwindet der Fake immer mal wieder. Er "ghostet" das Gegenüber. Und auch die Ausreden gehören zum Standard-Drehbuch einer Realfake-Geschichte.   

"Und diese Dramen halten dann wirklich auch die emotionale Intensität aufrecht. Es ist, sehr vereinfacht gesagt, nicht viel anders als wirklich die kontinuierliche Seifenoper, die über Jahre aufrechterhalten wird, weil alle zwei Wochen wieder der nächste unglaubliche Twist eintritt."

Das alles sind Merkmale einer manipulativen Beziehung. Einer Beziehung, bei der die Emotionen durchgehend aktiv gehalten werden, sagt die Psychologin Lydia Benecke.

"Und sich dann einzugestehen, dass das alles wirklich nur ein Fake war, das ist auch für die eigene Identität und für die eigene Fähigkeit, Menschen zu vertrauen, total erschütternd. Umso länger diese schreckliche Art des Betrugs geht, umso schwieriger wird es, da emotional rauszukommen, weil die Kosten bereits immens sind und die Erschütterung, an alles, was man geglaubt hat, so immens ist."

Eine Frau arbeitet an einem Computer. (imago stock&people)"Alle zwei Wochen ein unglaublicher Twist" - Realfakes verstehen es, die "Beziehung" spannend zu halten. (imago stock&people)

Wenn Menschen viel investiert haben, fällt es ihnen schwer, sich Verluste einzugestehen – ein Verhalten, das aus dem Aktienhandel bekannt ist. Die längste Realfake-Beziehung, von der Victoria Schwartz gehört hat, dauerte zehn Jahre – und in dieser Zeit gab es nicht mal ein Telefonat:

"Aber das Gegenüber ist ihnen so wichtig geworden, dass sie das nicht aus ihrem Leben verbannen möchten. Und ich sage denen dann immer: 'Ja, das kann man natürlich machen, aber man muss sich dann eben von dem Gedanken verabschieden, dass man nochmal irgendwann in diesem Leben eine reale Beziehung führen wird.'"

Die Beziehung zwischen Heike und Matthias fühlt sich oft an, als wäre sie beendet. Aber einen wirklichen Schlussstrich gibt es nie. Immer wieder schreiben sich die beiden. Es war für Heike unmöglich, den Menschen aufzugeben, der ihr so wichtig geworden ist. Ob in Theaterstücken, Hollywood-Blockbustern oder im echten Leben: Wir brauchen ein Ende. Und diese Geschichte ist noch nicht zu Ende.

Nach drei Jahren kommt Heike Matthias auf die Schliche

Im Sommer 2018, nach drei Jahren voller Auf und Ab, schickt Matthias Heike Fotos von einem Mann. Heike weiß, dass Matthias bi-interessiert ist. Sie bekommt auch nicht zum ersten Mal Bilder. War es anfangs noch schmerzhaft für sie, dass Matthias in jemand anderen verliebt ist, hilft es ihr nun, endlich emotionalen Abstand zu gewinnen. Die Kontaktpausen zwischen den beiden werden länger. Als sie im Herbst ihr Handy aufräumt, findet sie die Bilder von dem Mann wieder.

"Und den hab ich dann angeschrieben über Facebook. Und dann hab ich gesagt: 'Ja, du bist sein Freund, oder?' Und dann schrieb er so: 'Nee, wir haben Kontakt, aber ich habe ihn noch nie gesehen.' – Da hatte ich meine Gewissheit, die ich brauchte."

Matthias behauptet Heike gegenüber, er und der Mann – Ulrich – hätten eine Affäre. Aber Ulrich hat ihn genauso wenig gesehen wie Heike. Er hat Matthias ebenfalls auf einem Datingportal kennengelernt und seit vier Monaten Kontakt zu ihm.

Heike und Ulrich schmieden einen Plan. Sie nehmen Fotos von Matthias und bauen ein Profil. Sie faken den Fake. Um andere zu warnen und um das Phantom aus der Reserve zu locken. Es melden sich einige Männer, doch niemand hat so innigen Kontakt zu Matthias wie Heike und Ulrich. Aber es passiert noch mehr.

"Dieses Profil wurde dann hochgeladen und daraufhin wurden ja alle Profile gelöscht. Alle Profile wurden gelöscht, um Matthias herum und dann war erstmal ein paar Tage Ruhe", sagt Heike. "Und wir wussten halt überhaupt nicht, was jetzt als nächstes passieren würde. Und dann kam halt ein paar Tage später quasi die Geständnismail."

Schließlich das Geständnis per Mail

Ein Geständnis. Etwas Reales, Echtes. Ehrlichkeit. Darauf wartet Heike seit Jahren.

"Hallo Heike, es tut mir unendlich leid, was ich getan habe. Natürlich hätte ich es dir sagen müssen. Aber das war irgendwann nicht mehr möglich. Zu dem, was passiert ist, warum es passiert ist, kann ich nicht viel sagen. Ich habe alle Zugänge zu den Plattformen sperren lassen, ich kann sie nicht mehr aufrufen.

Ich bin durcheinander und ja, ich habe Panik und große Angst. Wäre ich ein langweiliges Individuum, hätte ich keinen Job und mein Aschenbecher im Wohnzimmer wäre voll, dann könnte man es erklären mit Langeweile. Ich habe keine Langeweile, ich habe einen Job, einen Partner, ein Kind und ein neues Haus.

Aber diese andere Seite in mir, die kennen nur zwei Personen. Ich flehe dich an: Zerstöre meine Familie nicht. Bitte! Ich werde es nie mehr tun. Das schwöre ich dir.

Ich bin auch bereit, mich mit dir zu treffen. Niemals warst du mir gleichgültig oder ein Spielball. Du warst immer Heike und real für mich. Heike, mit all ihren Facetten, deiner Traurigkeit, deinem starken Willen, deinem sensiblen Wesen. Du bist Teil meines Lebens und ich konnte dir so oft nicht helfen und bei dir sein. Weil ich in deinen Augen ein anderer war. Es tut mir leid, verzeih mir irgendwann."

Auch die Realfakes brauchen Hilfe

"Ich habe mit Fakes gesprochen, die zwischen 18 und vielleicht 40 waren", sagt Victoria Schwartz. "Einige arbeitslos, andere komplett im Job stehend, völlig im Stress auch einige, sehr viel Stress dann in der Ausbildung."

Rund dreißig Realfakes haben sich bei Victoria Schwartz bisher gemeldet. Auch in Gesprächen mit Opfern hat sie viel über die Täter erfahren. Einige Fakes haben funktionierende Partnerschaften, andere unglückliche, einige waren Single. Ein Muster kann sie nicht erkennen:

"Viele der Fakes setzen sich direkt nach der Arbeit oder in ihrer Freizeit an den Rechner und das ist die Hauptbeschäftigung außerhalb des Jobs oder der Schule oder der Uni."

Ein komplettes Leben zu erfinden, erfordert viel Organisation. Einige Fakes, berichtet Victoria Schwartz, nutzen Kalender, erstellen Drehbücher und Storylines, um keine Fehler zu machen. Aber wozu der ganze Aufwand? Warum legen Menschen Realfake-Profile an, schreiben unzählige Nachrichten, stehlen Bilder oder schicken sogar Geschenke?

"Eigentlich bei allen ist es ein sehr großes mangelndes Selbstwertgefühl. Und da spielt es auch gar keine Rolle, wie die Leute aussehen. Ich habe Fakes gesehen, die absolut attraktiv sind. Dann gibt es welche, die wollen Kontrolle ausüben auf andere. Es gibt auch Fälle, wo Menschen Homosexualität zum ersten Mal ausleben. Die aus irgendwelchen Landstrichen kommen, wo das eben nicht so einfach ist, sich zu outen. Und dann gibt's natürlich welche, die wirklich ernsthafte Persönlichkeitsstörungen haben. Die keine Nähe zulassen können oder die fliehen wollen, wenn es zu eng wird."

Flüchtige Schatten auf der matten Metallfassade eines Bürohauses in der Hamburger HafenCity (imago/CHROMORANGE)Realfakes wollen nicht Geld, sondern Macht und Kontrolle. (imago/CHROMORANGE)

Sich verkleiden, mal in eine andere Rolle schlüpfen, Facetten der eigenen Identität erkunden: Ein spielerisches Ausprobieren, wie es wäre, jemand anderes zu sein, ist ein völlig normales Verhalten. Wie aber wird das Bedürfnis nach einem anderen, besseren Ich so stark, dass man einen Großteil seiner Lebenszeit damit verbringt?

"Wenn man sich das Verhalten dieser Realfakes anschaut, die ja offensichtlich keine finanziellen Interessen haben, sondern eher emotionale Interessen, dann sieht man, sie wollen eine sehr, sehr intensive Beziehung zu einem Menschen, den sie absolut kontrollieren. Gleichzeitig wollen sie aber für sich die absolute Sicherheit, indem sie über ihr wahres Ich nichts preisgeben. Wenn jemand also so eine intensive Beziehung anstrebt bei gleichzeitig der absoluten Sicherheit für sich selbst, würde ich jetzt aus psychologischer Sicht interpretieren, dass das ein Mensch ist, der sehr selbstunsicher ist. Sehr große Bindungsängste hat", sagt Lydia Benecke.

Als Kriminalpsychologin hat sie Erfahrung mit der Erstellung von Täterprofilen. Sie betont, dass ihre Annahmen Hypothesen sind, denn zu dem Phänomen Realfakes gibt es bisher keine wissenschaftliche Forschung:

"Das heißt, ich würde jetzt als Arbeitshypothese davon ausgehen, dass diese Menschen schon in ihrer frühen Biografie sich nicht liebenswert fanden, sehr stark erlebt haben, von Bezugspersonen enttäuscht zu werden, sehr stark damit zu kämpfen hatten, dass sie selber nicht okay zu sein scheinen, dass andere Menschen sie ablehnen. Das kann objektiv so gewesen sein oder sie können es auch nur subjektiv empfunden haben."

Die Identitäten, die die Realfakes in der digitalen Welt zum Leben erwecken, interpretiert die Psychologin als Überkompensation der Bedürfnisse nach Bindung, einer stabilen Beziehung und einem gesunden Selbstwertgefühl. Die fiktive Person bildet dabei eine Art psychologischer Schutzschild, das den Realfakes Kontrolle und Macht gibt:

"Weil, wenn sie überlegen sind, wenn sie alles wissen und der andere weiß gar nichts, dann haben sie natürlich keine Angst mehr, sondern fühlen sich mächtig und Macht ist das Gegenteil von Hilflosigkeit. Dementsprechend ist das wahrscheinlich so der Kernaspekt, warum die Kontrolle denen sehr wichtig ist."

Die meisten Realfakes sind Frauen

Die Realfake-Identität ist ein Ausgleich und wirkt stabilisierend. Deshalb können die Fälscher auch ein normales echtes Leben führen mit Familie und Job. Irgendwann aber kommt unweigerlich der Punkt, an dem das Opfer Fragen stellt, berichtet Victoria Schwartz:

"In sehr, sehr wenigen Fällen gestehen Fakes von sich aus, dass sie nicht echt sind. Manche werden dann an die Wand gedrängt, dass sie einfach nicht mehr lügen können und müssen dann zugeben: 'Ja, ich bin nicht echt.' Aber dann passiert etwas ganz Interessantes. Die Fakes sagen nämlich immer: 'Ja, aber es war ja gar nicht alles gelogen. Es ist ja nur ein falscher Name und ein falsches Foto und so ein paar falsche Eckdaten, aber eigentlich war ja sonst alles echt.' Und das ist natürlich für die Betroffenen nun gar nicht so."

Aber aus der Perspektive der Realfakes ergibt es Sinn. Sie glauben an ihre eigene Geschichte. Für sie ist es echt. Victoria Schwartz hat noch eine andere interessante Beobachtung gemacht: Ein Großteil der Realfakes sind Frauen. Frauen neigen stärker als Männer dazu, Parallelwelten zu suchen. Gibt es deshalb mehr weibliche Realfakes? Hier fehlt die Forschungsgrundlage, aber Lydia Benecke nimmt an, "dass also diese Frauen, die ja offensichtlich viele Probleme mit sich selbst und ihrem Gefühlsleben und ihrer Identität haben, dass die dann über diese Kontrolle im Internet und diese Art der Traumbeziehung noch viel stärker alle Bedürfnisse befriedigen, die jetzt ein normaler Mensch nicht in einer Traumwelt befriedigen würde. Sondern der normale Mensch, der will natürlich irgendwann auch wieder in seinem echten Leben sein und das will der Realfake halt auf gar keinen Fall. Der mag sein echtes Leben eigentlich nämlich gar nicht und will am liebsten die ganze Zeit nur in der Traumwelt leben."

Auch der Realfake von Heike behauptet, eine Frau zu sein. Eine Frau, die sich wünscht, ein Mann zu sein. Es würde in das Profil passen, das Lydia Benecke zeichnet: eine Person, die in ihrem realen Leben Teile ihrer Persönlichkeit nicht ausleben kann, die unsicher ist und Ängste hat. Die sich in eine Welt geträumt hat, in der Heike ihre Geliebte und Vertraute ist.

"Dann habe ich auf diese Nachricht reagiert: 'Einen Namen, ich möchte einen Namen und ein Foto.' Und daraufhin kamen dann immer nur weitere Ausflüchte. 'Bitte, Heike, ich kann dir keinen Namen nennen, du wirst mich ruinieren, du wirst mich fertig machen.' Und nach zwei, drei weiteren Nachrichten hab ich sofort gemerkt: Der treibt das Spiel weiter. Nur jetzt als jemand anderes, ja? Ich hatte einfach das Gefühl, da sitzt irgendwo ein Mensch, der mich gerade auslacht."

Das Problem der digitalen Kommunikation

Wer ist dieser Mensch, der ihr dreieinhalb Jahre phasenweise Tag und Nacht schrieb? Für Heike bleibt die Frage offen.

Eine Gewissheit haben Ulrich und sie: Die Person auf den Bildern ist es nicht. Immer wieder schicken die beiden die Fotos von Matthias durch die Bilderrückwärtssuche. Irgendwann mit Erfolg.

"Dann haben wir aber diese Fotos gefunden. Und zwar wohnt Matthias in Florida, ist ein Bodybuilder, betreibt ein Fitnessstudio dort, hat eine Frau, ist gerade Vater geworden und hat einen öffentlichen Instagram-Account, und ja, man kann alle Fotos so screenshotten und weiterschicken."

Der Mann, in dessen Bilder sich Heike verliebt hat, heißt in Wirklichkeit Pete Stellato. Er hat ein Instagram-Profil, einen Youtube-Channel, ein Linkedin-Profil und einen Facebook-Account. Genug Material, um darauf eine Fake-Identität aufzubauen.

"Es ist plötzlich ein ganz anderer Mann", sagt Heike. "Wir haben uns ja in jemand ganz anderes verliebt. Wie haben uns ja schon in seine Bilder verliebt, aber in eine andere Person und ihre Worte. Diesen Menschen, den wir im Kopf hatten, in den haben wir uns verliebt. Aber jetzt ist es ja jemand ganz anderes. Es ist jemand, der uns überhaupt nicht kennt."

Was ist fake und was ist real? Die Frage, die Heike dreieinhalb Jahre begleitet hat, ist auch eine der größten Herausforderungen in der digitalen Kommunikation – nicht nur beim Daten. Fakes haben reale Auswirkungen, wie auf Heikes Gefühle. Und gerade das macht es so kompliziert:

"Manchmal denke ich darüber nach: Vielleicht hat er meine Bilder benutzt. Vielleicht gibt es von mir auch irgendwo einen Account. Vielleicht liebt mich irgendwo irgendjemand, weil er sich als mich ausgibt. Material hätte er genug."

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