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Studio 9 | Beitrag vom 03.11.2015

RaumfahrtAstronauten feiern Jubiläum der ISS

Von Jan Bösche

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Internationale Raumstation ISS fliegt im Weltall. Im Hintergrund die Erdkugel  (picture alliance / dpa / NASA TV)
Hat Geburtstag: die internationale Raumstation ISS (picture alliance / dpa / NASA TV)

Seit 15 Jahren schauen Astronauten aus der ISS auf die Erde herunter, während sie mit 28.000 Stundenkilometern um den Planeten rasen. Ein paar Jahre dürfte die internationale Raumstation noch aktiv sein. Doch wie es nach 2024 weitergeht, ist unklar.

Der Blick auf Welt muss atemberaubend sein: Raumfahrer auf der Internationalen Raumstation schwärmen immer wieder davon. Seit 15 Jahren schaut jeden Tag jemand aus der ISS auf die Erde herunter, während er mit gut 28.000 Stundenkilometern um unseren Planeten rast. Die Station sei noch ziemlich gut in Schuss, sagte US-Astronaut Scott Kelly: "Offenkundig, wenn Dinge älter werden, müssen wir mehr Unterhalt betreiben. Wir haben dafür vorgesorgt, mit mehr Ersatzteilen. Wir haben Pläne, was wir austauschen müssen, um die Raumstation noch lange fliegen zu lassen."

Kelly verbrachte in der vergangenen Woche mehrere Stunden in einem Außeneinsatz, um an der Raumstation herumzuschrauben. Zusammen mit dem russischen Kosmonauten Michail Kornijenko lebt er gerade für ein Jahr auf der ISS. Die beiden sollen herausfinden, was Langzeitaufenthalte im All für den menschlichen Körper bedeuten. Eine Vorbereitung für spätere Reisen zum Mars.

Das Ziel: eine Reise zum Mars

Insgesamt besteht die Besatzung zurzeit aus sechs Männern. Sie halten die Station in Schuss, betreiben Experimente, machen zwei Stunden täglich Fitness-Übungen und kämpfen ansonsten mit der Schwerelosigkeit, beim Essen, beim Waschen, auf der Toilette.

Die Station hat übrigens auch nach 15 Jahren noch keinen eigenen Namen bekommen. Die erste Besatzung im Jahr 2000 hatte noch versucht, den Namen "Alpha" zu etablieren. Kelly sagte: "Ich dachte auch, die Raumstation sollte einen Namen tragen, aber es gab nie einen Vorschlag, auf den sich alle internationalen Partner einigen konnten. Jetzt ist es für mich einfach nur die Raumstation. Und ich denke, es ist ein großartiger Name; "Internationale Raumstation" beschreibt am besten, was es ist."

Die ISS war von über einem Dutzend Ländern gebaut worden - eine neue Ära in der internationalen Zusammenarbeit. Davon ist wenig übriggeblieben. Das Verhältnis hat sich merklich abgekühlt, Amerikaner und Russen haben die Zusammenarbeit bei vielen Projekten eingestellt. Die Zusammenarbeit bei der Internationalen Raumstation geht aber weitgehend reibungslos weiter. Es gab längst schon den Vorschlag, wegen dieser Eintracht die ISS mit dem Friedennobelpreis auszuzeichnen. Die Besatzung wurde gefragt, was sie davon hält: Das sei eine unerwartete Frage, sagte der russische Kosmonaut Oleg Kononenko. Die ISS sei aber ein perfektes Beispiel für internationale Zusammenarbeit. Am Boden scheiterten Menschen manchmal daran, aufeinander zu hören, den anderen zu beachten. Im Weltraum sei das nicht möglich. Jeder sei wichtig.

Zurzeit sieht es danach aus, dass die Internationale Raumstation noch bis zum Jahr 2024 weiterbetrieben wird. Die USA wollen das, und andere Partner haben schon grundsätzlich ihre Bereitschaft erklärt. Wie es dann weitergeht ist noch offen. Die NASA plant eigentlich, die erdnahe Raumfahrt ganz privaten Unternehmen zu überlassen. Zu der Vision gehören auch privat betriebene Weltraum-Labore. Die NASA selbst will ihre Kraft und ihre begrenzen Mittel lieber für eine Reise zum Mars ausgeben.

Mehr zum Thema:

Weltraummüll - Geht die Raumfahrt am eigenen Dreck zugrunde?
(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 16.07.2015)

Langzeitaufenthalt zweiter Astronauten - Selbsterfahrungsgruppe auf der Raumstation
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 26.03.2015)

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