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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 05.07.2019

RauchverbotFDP will das Qualmen in der Öffentlichkeit einschränken

Nikolaus Blome im Gespräch mit Anke Schaefer

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Ein Schild "Rauchen verboten" hängt im Wald. (imago images / mm images / Berg)
Die FDP möchte auch das Rauchen in Parks und an anderen öffentlichen Orten verbieten. (imago images / mm images / Berg)

Die FDP setzt sich für ein weitgehendes Rauchverbot in der Öffentlichkeit ein. "Ich finde, den öffentlichen Raum so zu verwalten und zu verengen schwierig", sagt Nikolaus Blome, stellvertretender Chefredakteur der „Bild“-Zeitung.

Ob Spielplätze, Bushaltestellen, Bahnsteige oder Parks: Die FDP fordert auch für diese Orte ein Rauchverbot. Hintergrund der Forderung ist die Verschärfung des öffentlichen Rauchverbotes in Schweden. Nach dem bereits bestehenden Verbot für Gastronomie-Betriebe ist es dort seit dem 1. Juli auch verboten, vor Bars oder Restaurants zu rauchen.

"Ich finde, den öffentlichen Raum so zu verwalten und zu verengen schwierig", sagt der stellvertretende Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, Nikolaus Blome. Blome, der selbst hin und wieder eine Zigarette raucht, kann verstehen, dass es ein Rauchverbot in geschlossenen Räumen wie Restaurants gibt. Es sei sinnvoll, das Rauchen überall da zu verbieten, wo man anderen nah ist und diese dem Rauch nicht ausweichen können. "Wenn es andere Menschen ernsthaft stört, wenn man Kinder in Räumen den Rauch aussetzt, finde ich das nicht gut. Aber auf einem Spielplatz nicht zu rauchen? Ob das die Welt rettet?", so Blome.

Staat könne nicht alles verbieten

Ein Rauchverbot beispielsweise im Wald sei bei Waldbrandgefahr sinnvoll: "Das würde ich das sofort verstehen". Wer allerdings rauchen generell unter freiem Himmel verbieten wolle, müsse eigentlich das Produkt verbieten und nicht nur dessen Konsum, findet Blome: "Das scheint sich aber keiner zu trauen und ich fände es auch übergriffig. Denn wenn sie das anfangen zu verbieten, müssen sie auch ganz andere Sachen verbieten wie Zucker, denn alles zu viel genossen ist giftig. Die Dosis macht das Gift."

Blomes Fazit für den FDP-Vorstoß: "Ich glaube, das wird sich versenden."

Allein steht die FDP mit ihrem Vorschlag nicht. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach will das Rauchen ebenfalls weitgehend aus der Öffentlichkeit verbannen. Auch die Grünen sympathisieren durchaus mit einer Verschärfung des Rauchverbots. Wichtig sei aber vor allem, endlich ein generelles Tabakwerbeverbot durchzusetzen, wie es in anderen EU-Ländern bereits gelte. Auch für die Linkspartei hat dieses Tabakwerbeverbot oberste Priorität.

Nikolaus Blome ist stellvertretender Chefredakteur der "Bild"-Zeitung und verantwortlich für das Politik- und Wirtschaftsressort. Zuvor war er von 2013 bis 2015 Leiter des Hauptstadtbüros und Mitglied der Chefredaktion des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Von 2011 bis 2013 war er schon einmal stellvertretender Chefredakteur der "Bild"-Zeitung.

(nho)

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