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Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. Januar 2021

Rassismus-Debatte: Semsrott verlässt "Die Partei"

Der Europa-Abgeordnete und Satiriker Nico Semsrott hat seinen Austritt aus der Partei "Die Partei" verkündet. Der 34-Jährige begründete dies auf Twitter damit, dass er "falsch und inakzeptabel" finde, wie Parteichef Martin Sonneborn mit Rassismusvorwürfen umgehe. Hintergrund ist unter anderem ein mittlerweile gelöschter Tweet Sonneborns von vergangener Woche. Dort war der Partei-Chef mit einem T-Shirt zu sehen, dessen Schriftzug suggeriert, Asiaten könnten kein R aussprechen. Etliche Nutzer gaben an, sich rassistisch beleidigt zu fühlen. Sonneborn legte daraufhin mit einem weiteren Tweet nach, indem er dazu aufforderte, jetzt solle über Grenzen der Satire diskutiert werden.

Kilian Engels wird neuer Kurator der Wiesbaden Biennale

Das Kunst- und Theaterfestival Wiesbaden Biennale bekommt einen neuen Kurator. Kilian Engels wird ab der Spielzeit 2021/2022 den Posten übernehmen und gemeinsam mit Theaterintendant Uwe Eric Laufenberg die nächste Ausgabe des Festivals realisieren, wie das hessischen Staatstheater Wiesbaden mitteilte. Er leitete den Angaben zufolge unter anderem das Münchner Festival "Radikal jung" und war Chefdramaturg am Münchner Volkstheater. Zudem sei er für die Salzburger Festspiele, die Mülheimer Theatertage und die Bonner Biennale im Einsatz gewesen. Engels tritt die Nachfolge von Maria Magdalena Ludewig und Martin Hammer an. Ludewig war 2019 tödlich verunglückt. Gemeinsam mit Hammer hatte sie von 2016 und 2018 die Wiesbaden Biennale künstlerisch gestaltet.

Leipziger Stiftung vergibt zwei Audio-Medienpreise

Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig hat zwei ihrer renommierten Auszeichnungen vergeben. Der Audiojournalist Walter Filz wird mit dem Axel-Eggebrecht-Preis 2021 geehrt, der Hörspielautor und Klangkünstler Paul Plamper mit dem Günter-Eich-Preis. Das teilte die Stiftung in Leipzig mitteilte.
Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert und sollen bei einer gemeinsamen Veranstaltung im Sommer in Leipzig überreicht werden. Filz, der die Redaktion Hörspiel und Feature beim Südwestrundfunk in Baden-Baden leitet, wurde für sein Lebenswerk geehrt, Paul Plamper für seine Verdienste um das deutschsprachige Hörspiel.

documenta soll doch planmäßig stattfinden

Nachdem die Generaldirektorin der 15. documenta, Sabine Schormann, im Deutschlandfunkkultur Bedenken geäußert hatte, dass die Kunstausstellung wie geplant stattfinden kann, zeigte sie sich heute gegenüber der Nachrichtenagentur dpa optimistisch. Die Ausstellung solle trotz der Corona-Pandemie vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel gezeigt werden. Sie sei zuversichtlich, dass nicht zuletzt durch die Impfungen eine Rückkehr in ein möglichst normales Leben in absehbarer Zeit gelingen könne. Selbstverständlich werde gemeinsam mit der Künstlerischen Leitung und den Gremien der Entwicklungsverlauf der Pandemie sehr genau betrachtet, ergänzte sie. Die documenta-Vorbereitungen liefen derzeit weiter, im Sommer solle dann über die nächsten Schritte entschieden werden.

SR will Souveränität als ARD-Anstalt nicht infrage stellen

Der Verwaltungsrat des Saarländischen Rundfunks (SR) pocht nach dem Vorschlag des Südwestrundfunk (SWR), intensiver zu kooperieren, auf die Eigenständigkeit der ARD-Anstalt im Saarland. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Michael Burkert, betonte: "Auch wenn die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vielen Sparzwängen unterliegen, so dürfen Sparmaßnahmen nicht den Bestand einer Landesrundfunkanstalt in Frage stellen." In einem Interview des Branchendienstes "dwdl.de" hatte der Intendant des SWR, Kai Gniffke, eine weitgehende Zusammenarbeit seines Senders mit dem benachbarten SR angeregt. Der SR gehört mit Radio Bremen zu den kleinsten der neun ARD-Anstalten. Die finanzielle Lage der beiden ARD-Häuser gilt auch mit Blick auf die vorerst nicht erfolgte Rundfunkbeitragserhöhung, aber auch schon länger davor, als angespannt.

Neues Filmförderungsgesetz beschlossen

Das Bundeskabinett hat heute den von Kulturstaatsministerin Monika Grütters vorgelegten Entwurf zur Änderung des Filmförderungsgesetzes (FFG) verabschiedet. Der Entwurf sieht pandemiebedingte Anpassungen bei den Fördervoraussetzungen, den Sperrfristen sowie der Mittelverwendung vor. So kann der Vorstand der Filmförderungsanstalt künftig Ausnahmen gewähren, wenn einzelne Förder- oder Auszahlungsvoraussetzungen aufgrund höherer Gewalt nicht erfüllt werden können. Zudem wird die Möglichkeit geschaffen, die Kinoauswertung durch eine Online-Auswertung zu ersetzen.

PEN will Auslieferungsstopp für Journalist aus Kaschmir

Die Schriftstellervereinigung PEN fordert einen Stopp der Auslieferung des kaschmirischen Journalisten Muhammad Azhar Shah von Deutschland nach Pakistan. Eine Abschiebung nach Islamabad könne ihn in Lebensgefahr bringen. Shah befinde sich derzeit in Auslieferungshaft in Ingelheim, die Abschiebung ist für Montag geplant. Der PEN-Appell richtet sich an die rheinland-pfälzische Landesregierung und das Bundesinnenministerium. Shah hat sich den Angaben zufolge in Artikeln für einen unabhängigen Staat Kaschmir eingesetzt. Daraufhin erhielt er Todesdrohungen und floh nach Europa. Eine Online-Petition gegen seine Auslieferung haben 41.000 Menschen unterzeichnet.

"Daily Telegraph"-Inhaber ist 86-jährig gestorben

Der britische Milliardär David Barclay, zu dessen Milliarden-Imperium unter anderem die Tageszeitung "Daily Telegraph" gehörten, ist mit 86 Jahren gestorben. Wie die Zeitung berichtete, erlag der mehrfache Milliardär bereits am Sonntag den Folgen einer kurzen Erkrankung. Der britische Premierminister Boris Johnson, der früher selbst für den "Telegraph" arbeitete und als Brüssel-Korrespondent der Zeitung harsche Kritik an der EU übte, erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter seinen "Respekt" und seine "Bewunderung" für Barclay. Dieser habe mit dem Einstieg beim "Telegraph" 2014 eine große Zeitung gerettet und Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen.

US-Amerikaner informieren sich über soziale Medien

Mehr als die Hälfte der erwachsenen US-Amerikaner beziehen Nachrichten regelmäßig aus sozialen Medien. Das hat eine Studie des Pew Research Centers ergeben. Nachrichtenquelle Nummer eins ist demnach Facebook mit 36 Prozent, gefolgt von Youtube mit 23 Prozent. Am Schluss kommt Twitter mit 15 Prozent. Dabei gaben 60 Prozent an, Facebook nicht für glaubwürdig zu halten. Die Plattform steht seit Monaten in der Kritik, dramatische Meldungen stärker zu verbreiten. Diese werden öfter geklickt als seriöse Nachrichten von Medienhäusern.

Auch YouTube sperrt Trump-Kanal vorübergehend

Der scheidende US-Präsident Donald Trump büßt ein weiteres Sprachrohr ein. Die zum US-Technologiekonzern Alphabet gehörende Videoplattform YouTube teilte mit, den Trump-Kanal zu sperren. Sie begründete dies mit der Anstiftung zu Gewalt nach dem Sturm auf das Kapitol in der vergangenen Woche durch Unterstützer des Republikaners. Trump könne nun für mindestens sieben Tage keine Videos mehr hochladen oder Livestreams vornehmen. YouTube schließt sich mit diesem Schritt anderen Technologiekonzernen an. Twitter wie auch Facebook haben die Konten von Trump bereits gesperrt und Inhalte von ihren Plattformen genommen, während Amazon das umstrittene Online-Netzwerk Parler aus seinem Web-Hosting-Angebot gestrichen hat.

Gurlitt-Raubkunst: Spitzweg-Zeichnung wird restituiert

Die Zeichnung "Das Klavierspiel" von Carl Spitzweg ist als 14. und damit vorläufig letztes Raubkunst-Werk aus dem Kunstfund Gurlitt restituiert worden. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin mitteilte, wurde das Werk auf Wunsch der Erben des im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten ehemaligen Eigentümers Henri Hinrichsen an das Auktionshaus Christie's übergeben. Es stammt aus der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt, dessen Vater im Auftrag der Nationalsozialisten als Kunsthändler tätig war. Der inzwischen verstorbene Cornelius Gurlitt vermachte die Werke dem Kunstmuseum Bern, das sich seither an der Aufklärung der Herkunft beteiligt. Wie Grütters erklärte, wurde "Das Klarvierspiel" bereits 2015 als NS-Raubkunst identifiziert.

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