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Interview / Archiv | Beitrag vom 28.03.2018

Raiffeisen-Genossenschaften"Sicheres Wohnen ein Leben lang"

Holger Martens im Gespräch mit Dieter Kassel

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Häuser der denkmalgeschützten Gartenstadt Falkenberg in Treptow Akazienhof, Architekt Bruno Taut , Berliner Bau und Wohnungsgenossenschaft. (imago / Sven Lambert)
In Deutschland gibt es circa 8.000 Genossenschaften mit 22 Millionen Mitgliedern. Auch die Häuser der denkmalgeschützten Gartenstadt Falkenberg gehören einer Wohnungsgenossenschaft. (imago / Sven Lambert)

Einzelne schließen sich zusammen, um gemeinsam mehr zu erreichen: Die Idee der Genossenschaft geht auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück, der am 30. März 1818 geboren wurde. 200 Jahre später ist das Prinzip wieder modern.

Lange habe das Wort "Genossenschaft" als angestaubt gegolten, sagt Holger Martens, der selbst mit Kollegen eine Historikergenossenschaft gegründet hat. Doch spätestens seit der Finanzkrise sei die Idee wieder stärker im Gespräch. So stünden die Kreditgenossenschaften, die ihr Finanzgeschäft in den Regionen machen, besser da als andere Banken.

Im Mittelpunkt steht das Mitglied, nicht das Kapital

Vor einigen Jahren seien zudem kommunale Wohnungsbestände privatisiert worden: "Was dabei herausgekommen ist, wissen wir heute alle. So etwas kann bei Genossenschaften nicht passieren. Da gehören den Mitgliedern die Wohnungen." Und diese würden nur in seltenen Fällen verkauft: "Die Menschen haben ein sicheres Wohnen im Grunde genommen ein Leben lang. Und so etwas wird heute wieder sehr viel mehr wertgeschätzt."

Genossenschaften seien auch immer eine Form der Selbsthilfe gewesen: "Dort, wo Einzelne Probleme nicht lösen können, da tun sich die Menschen zusammen." Natürlich operiere auch eine Genossenschaft am Markt und sei gewinnorientiert. Mit Defiziten würde sie nicht lange existieren. Entscheidend sei aber, das im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Aktivität das Mitglied stehe - ein Gegenentwurf zur Aktiengesellschaft, wo das Kapital im Mittelpunkt stehe. (bth)

Das Raiffeisen-Begegnungszentrum in Weyerbusch (Rheinland-Pfalz), aufgenommen am 16.10.2013. Friedrich Wilhelm Raiffeisen ist einer der berühmtesten Westerwälder. (dpa picture alliance / Christian Schultz)Das Raiffeisen-Begegnungszentrum im rheinland-pfälzischen Weyerbusch. Genossenschaften-Mitgründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen ist einer der berühmtesten Westerwälder. (dpa picture alliance / Christian Schultz)

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