Seit 17:05 Uhr Studio 9
Montag, 01.03.2021
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Literatur / Archiv | Beitrag vom 20.12.2009

Rahel Levin Varnhagen im Briefwechsel mit ihrer FamilieIhre Zeit in Briefen erfasst

Von Barbara Hahn

Podcast abonnieren
Zeitgenössische Darstellung der Rahel Varnhagen von Ense. Ihr Salon bildete lange Jahre den Mittelpunkt des literarischen Berlins, vor allem die Romantiker und Anhänger des "Jungen Deutschland" gehörten zu ihren Freunden. Als "klug und energisch" beschrieben, wurde die Ehefrau des Schriftstellers und Diplomaten Karl August Varnhagen von Ense von den bedeutensten Persönlichkeiten ihrer Zeit verehrt. Rahel Varnhagen von Ense wurde am 19. Mai 1771 in Berlin geboren und verstarb ebenda am 7. März 1833. (picture-alliance / dpa)
Ihr Salon bildete lange Jahre den Mittelpunkt des literarischen Berlins: Rahel Varnhagen von Ense. (picture-alliance / dpa)

Die ersten Briefe sind in hebräischen Buchstaben verfasst. Chaie Levin, eine Berliner Kaufmannsfrau, schreibt Mitte der 1780er-Jahre an ihre Tochter Rahel, die auf die jüngeren Geschwister aufpasst, während die Mutter die Leipziger Messe besucht. Die letzten Briefe schreibt Rahel Levin, seit 1814 Antonie Friederike Varnhagen von Ense, kurz vor ihrem Tod im März 1833.

Dazwischen spannt sich das Leben einer jüdischen Familie in der Zeitenwende - von einer traditionellen Welt, in der niemand am Sabbat reist, bis über die gescheiterte Revolution von 1830 hinaus. Zur Sprache kommt, was deutsch-jüdische Geschichte damals prägte: der Zusammenbruch Alteuropas in der Französischen Revolution, die Niederlage Preußens 1806 und die Flucht aus dem französisch besetzten Berlin, die Frage der Konversion zum Christentum, die Restauration nach dem Wiener Kongress und die Hep-Hep-Unruhen 1819.

Literatur

Schriftsteller, die gehenIch ist ein Wanderer
Peter Handke beim Spaziergang auf der Insel Lido, Venedig 1982. (imago images / Andrea Merola)

Das Gehen dient ihnen als Schmiermittel des Denkens oder auch als Schleichpfad zur Selbstfindung. Ob Tomas Espedal, Peter Handke, Virginia Woolf oder Samuel Beckett – sie alle berichten, dass die Bewegung zu Fuß entscheidend ist für ihr Schreiben. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur