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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. Februar 2021

Rätsel um Inschrift auf Munch-Gemälde gelöst

Das norwegische Nationalmuseum hat das Rätsel um den Schriftzug auf Edvard Munchs berühmten Gemälde "Der Schrei" gelöst: Der kaum lesbare Satz im oberen linken Bildteil "Kann nur von einem Verrückten gemalt worden sein!" stamme vom Meister selbst, teilte das Museum in Oslo mit. Das sei mit Hilfe von Infrarotaufnahmen festgestellt worden. Es bestehe kein Zweifel, dass es sich um Munchs eigene Inschrift handele, erklärte die Kuratorin Mai Britt Guleng. "Der Schrei" - auf Norwegisch "Skrik" - zählt zu den bekanntesten Motiven der Kunstgeschichte. Er ist zu einem zeitlosen Ausdruck menschlicher Angst und selbst zur Vorlage verschiedener Emojis auf dem Smartphone geworden. Munch hat vier "Schrei"-Versionen gemalt. Neben dem Original aus dem Jahr 1893 zählt die spätere Version von 1910 zu den berühmtesten.

Verfahren gegen Gérard Depardieu wieder aufgenommen

Gegen Gérard Depardieu ermittelt die französische Justiz. Dem Schauspieler werden mehrere Vergewaltigungen einer Kollegin in seiner Wohnung in Paris 2018 vorgeworfen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP. Die Klägerin habe das eingestellt Verfahren wieder in Gang gebracht. Der 72-Jährige bestreite ihre Anschuldigungen vollständig. Depardieu gehört zu den Großen des französischen Kinos und wurde in seiner langen Karriere mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet. In die Schlagzeilen geriet er auch, als er die Einladung des russischen Präsidenten Putin annahm, um in Frankreich Steuern zu sparen. Seit 2013 ist Depardieu russischer Staatsbürger.

Beat-Nic Lawrence Ferlinghetti ist tot

Der Verleger und Schriftsteller Lawrence Ferlinghetti hat sie alle zusammengeführt: Die Dichter der Beat Generation. Nun ist Ferlinghetti einen Monat vor seinem 102. Geburtstag gestorben. Der studierte Journalist hatte sich der Anti-Vietnamkriegs-Bewegung angeschlossen und nach seiner Promotion an der Pariser Sorbonne einen Buchladen für avantgardistische Literatur in San Franciso eröffnet, um mit einer Gegenkultur antikapitalistische Veränderungen voranzutreiben. Die Werke von Allen Ginsburg, Jack Kerouac und William S. Burroughs verlegte er teilweise selbst und produzierte damit in den 1950er Jahren Skandale. Seit 2003 war Mitglied der American Academy of Arts and Letters.

Erste Generalsekretärin der Bischofskonferenz gewählt

Beate Gilles wird Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz. Die Theologin ist damit die erste Frau auf diesem Posten. Sie wurde auf der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe zur Nachfolgerin von Pater Langendörfer gewählt, der nach 24 Jahren in den Ruhestand getreten war. Die 50-Jährige war zuvor Dezernentin für Kinder, Jugend und Familie im Bistum Limburg. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, sagte, er sehe Gilles' Wahl als starkes Zeichen dafür, dass die Bischöfe ihrer Zusage nachkommen, Frauen in Führungspositionen zu fördern.

50 Millionen Euro vom Bund für die Buchbranche

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat der Buchbranche weitere 50 Millionen Euro Unterstützung vom Bund zugesagt. Das teilte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, dem Fachmagazin "Börsenblatt" mit. Aufgrund des zweiten Lockdowns zeichne sich eine dramatische Situation bei Buchhandlungen und Verlagen ab, so Skipis. Der Bund hatte Verlage und Buchhandlungen im Rahmen des Konjunkturprogramms "Neustart Kultur" bereits mit insgesamt 20 Millionen Euro gefördert. Den Angaben zufolge sind aus diesem Programm weiterhin Mittel verfügbar. Skipis zeigt sich dennoch besorgt. Das anfänglich große Verständnis für Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sei gerade dabei zu kippen, auch weil Buchhandlungen in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt öffnen dürften. Auch die Frankfurter Buchmesse könne in diesem Jahr mit zusätzlicher Unterstützung vom Bund rechnen, denn Grütters habe weitere fünf Millionen Euro zugesagt.

Neuer Leitfaden zum kolonialen Erbe für Museen

Der Deutsche Museumsbund hat einen "Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten" veröffentlicht. Damit sollen Museen sensibilisiert werden, ihre Archive nach Sammlungsgütern aus kolonialem Erbe zu durchleuchten, erklärte der Museumsbund. Koloniale Objekte fänden sich nicht nur in Ethnologischen Museen, sondern beträfen fast alle Museen, sagte die Leiterin der Arbeitsgruppe des Leitfadens, Wiebke Ahrndt. Sie ist auch Direktorin des Übersee-Museums Bremen. Allein in ihrem Haus seien drei Viertel des Bestandes betroffen. Der neue Leitfaden solle Museen auch helfen, wie mit Rückgabeforderungen von Herkunftsgesellschaften umgegangen werden sollte. Die Diskussion über die koloniale Vergangenheit von Museen und deren Sammlungen sei unverzichtbar, sagte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne. Nötig seien dafür unter anderem Kooperationen mit den Herkunftsgesellschaften, Transparenz und eine ausreichende Finanzierung.

Presserat erhält mehr Beschwerden als jemals zuvor

Beim Deutschen Presserat haben sich im Jahr 2020 mehr Leser als jemals zuvor seit dessen Gründung 1956 über die Medienberichterstattung beschwert. Mehr als 4000 Beschwerden gingen ein und damit deutlich mehr als im Vorjahr (2175). Das teilte der Presserat als freiwillige Selbstkontrolle der Presse - also von Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien - in seinem Jahresbericht mit. Es gab demnach mehr Massenbeschwerden zu einzelnen Artikeln, wie etwa eine polizeikritische Kolumne in der Berliner "taz". Viel Beschwerden hatten Bezug zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie. Presseratssprecher Sascha Borowski schrieb im Bericht: "In der pandemiebedingten Ausnahmesituation wünschten sich Leserinnen und Leser klare und verlässliche Fakten und wandten sich besonders häufig an den Presserat, wenn sie am Wahrheitsgehalt der Berichterstattung zweifelten." Den Rat erreichten auch ungewöhnlich viele Schreiben, für die der Rat nicht zuständig war, wie zum Beispiel Beschwerden über journalistische Beiträge in Fernsehen.

MeToo-Debatte in Griechenland erreicht Regierung

Kulturschaffende und die Opposition fordern den Rücktritt der griechischen Kultusministerin Lina Mendonis. Anlass ist die Festnahme des Intendanten des Nationaltheaters in Athen, Dimitris Lignadis. Dem 56-Jährigen wird von zwei Männern vorgeworfen, sie im Teenager-Alter vergewaltigt zu haben. Lignadis sitzt seit Sonntag in Untersuchungshaft. Mendonis hatte Lignadis 2019 ohne die sonst übliche Ausschreibung zum Chef des Nationaltheaters ernannt. Sie weigere sich Konsequenzen zu ziehen, so Mendonis. Neben Oppositionschef Alexis Tsipras sprachen sich auch erstmals Parlamentarier der amtierenden konservativen Nea Dimokratia für den Rücktritt Mendonis aus. Die aktuelle MeToo-Debatte wurde von der Seglerin Sofia Bekatorou losgetreten. Sie hatte einem hohen Funktionär des griechischen Segelverbands EIO sexuellen Missbrauch vorgeworfen, der 1998 stattgefunden haben soll und nunmehr verjährt ist. Seither werden Vorwürfe sexuellen Missbrauchs lauter, vor allem in den Bereichen Sport und Kultur.

Nasa veröffentlicht erstmals auch Töne vom Mars

Die US-Weltraumagentur Nasa hat ein Video von der Landung des Rovers "Perseverance" auf dem Mars veröffentlicht - und erstmals auch Töne vom Roten Planeten. Das dreiminütige Video zeigt, wie sich der Landeschirm öffnet, der Hitzeschild abgestoßen wird und die rötliche Mars-Oberfläche immer näher kommt. Dann zeigen die Aufnahmen mehrerer Kameras, wie der Rover vom in der Luft schwebenden Landemodul aus auf den Boden abgeseilt wird. Die Nasa veröffentlichte zudem eine von "Perseverance" angefertigte Tonaufnahme. Es ist die erste Tonaufnahme vom Roten Planeten. Zu hören sind Geräusche, die sich wie Wind anhörten. "Das sind wirklich unglaubliche Videos", sagte Nasa-Vertreter Michael Watkins. "Es ist das erste Mal, dass wir ein Ereignis wie die Landung auf dem Mars so festhalten konnten." Der Rover war im Juli von der Erde gestartet und letzten Donnerstag auf dem Mars gelandet. Er soll mehrere Jahre lang nach Spuren von früherem mikrobiellen Leben suchen.

New Yorks Kinos dürfen im März wieder öffnen

Nach fast einem Jahr sollen New Yorks Kinos ab dem 5.März wieder öffnen dürfen. Das gab Gouverneur Andrew Cuomo bekannt. Allerdings dürften die Kinos nur zu einem Viertel ausgelastet sein und nicht mehr als 50 Besucher eine Vorstellung besuchen. Für alle gilt: Zugewiesene Sitzplätze, Masken und Abstandspflicht. Zudem müssen die Kinos garantieren, dass die Luftfilter in den Sälen strengen Richtlinien entsprechen. Im Bundesstaat New York sinken die Corona-Fallzahlen gerade. Doch aus Teilen der Metropole New York werden weiter hohe Ansteckungsraten gemeldet. Trotzdem hat Cuomo einige Lockerungen verkündet, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. So sollen auch Vergnügungsparks und Vergnügungseinrichtungen in Innenräumen demnächst wieder öffnen dürfen. Bereits vor einigen Tagen wurden Stadien wieder eingeschränkt für Großveranstaltungen freigegeben.

Cherokee wollen Entfernung ihres Namens von Autos

Angehörige der US-Ureinwohner der Cherokee haben die Entfernung ihres Namens vom gleichnamigen Geländewagen der Firma Jeep gefordert. "Ich bin sicher, dass es gut gemeint war, aber es ehrt uns nicht, unseren Namen auf der Seite eines Autos zu sehen", erklärte der Cherokee-Vertreter Chuck Hoskin Jr. in einer Stellungnahme. Er forderte eine Debatte über "kulturelle Angemessenheit" mit dem Hersteller. "Wir leben in einer Zeit, in der Unternehmen und Sportvereine aufhören sollten, Namen, Bilder und Maskottchen amerikanischer Ureinwohner auf ihren Produkten und Trikots zu verwenden", forderte Hoskin. Wer sein Volk ehren wolle, solle über seine souveräne Regierung, seine Rolle in den USA, seine Geschichte, Kultur und Sprache lernen. Jeeps Mutterkonzern Stellantis äußerte sich zunächst nicht zu der Forderung. Jeep nutzt den Namen Cherokee seit 1970.

Facebook gibt journalistische Inhalte in Australien frei

Nach Angaben der australischen Regierung will Facebook seine Blockade von journalistischen Nachrichteninhalten im Land wieder aufheben. Man habe sich mit dem Australien-Chef von Facebook, Easton, auf einen Kompromiss im Streit um die geplanten Gesetzesänderungen geeinigt, sagte Finanzminister Frydenberg. Details gab er nicht bekannt. Der Konzern begrüßte in einer Stellungnahme die Einigung. Australien will Facebook und Google zwingen, Gebühren an australische Medienhäuser zu zahlen, wenn sie deren journalistische Inhalte verbreiten. Daraufhin hatte Facebook Nachrichten in Australien komplett geblockt.

Rücktritt an Spitze des polnischen Instituts IPN

Hintergrund ist ein Skandal um Nazi-Symbolik. Der Leiter der Zweigstelle des polnischen Institus für Nationales Gedenken in Breslau könne seine Funktion nicht länger ausüben, teilte der Direktor des Instituts, Jaroslaw Szarek, mit. Zuvor waren Fotos aufgetaucht, auf denen der Mitarbeiter als Teilnehmer rechtsextremer Demonstrationen zu sehen war. Dabei zeigte er den Hitlergruß. Dessen Ernennung zum Leiter der Breslauer IPN-Niederlassung am 9. Februar hatte wegen der vor mehreren Jahren aufgenommenen Fotos weltweit Empörung ausgelöst. Szarek hatte die Entscheidung zunächst verteidigt und dessen Teilnahme an der rechtsextremen Demo als Jugendsünde abgetan. Das 1999 gegründete IPN forscht und ermittelt zu Verbrechen, die während der deutschen und sowjetischen Besatzung in Polen begangen wurden.

Brasilianische Künstler wollen Millionen Bäume pflanzen

Dazu haben sich der Fotograf Sebastião Salgado und der Musiker Gilberto Gil zu einem Aufforstungs-Projekt zusammengeschlossen. Sie wollen jedes Jahr eine Million Bäume pflanzen. Gil zählt zu den beliebtesten Musikern Brasiliens. Zum Start der Kampagne brachte er einen eigenen Song heraus. Salgado ist weltberühmt für seine Bilder aus Kriegs-Gebieten und von der bedrohten Natur. 2019 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Salgado hatte im vergangenen Jahr in einer internationalen Kampagne die Regierung des rechten Präsidenten Bolsonaro aufgefordert, Indigene gegen das Corona-Virus und indigene Gebiete vor Eindringlingen zu schützen.

Elektropop-Duo "Daft Punk" löst sich auf

Das französische Elektropop-Duo "Daft Punk" hat sich getrennt. Das teilte das Management der beiden Musiker mit. Weltweite Bekanntheit erlangten sie unter anderem mit dem Titel "Get Lucky". Vor der offiziellen Bekanntgabe der Trennung hatten die Musiker auf YouTube ein Video veröffentlicht, in dem sie die Auflösung 28 Jahre nach dem Erscheinen ihres Debüt-Albums ankündigten. "Daft Punk" wurde mit sechs Grammy-Musikpreisen ausgezeichnet.

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