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Fazit | Beitrag vom 08.07.2019

Radikale FörderungEine niederländische Uni will nur noch Frauen einstellen

Evangelia Demerouti im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Studentinnen im Hörsaal während einer Vorlesung. (imago images / Future Image / C. Hardt)
An der TU Eindhoven sind 25 Prozent der Doktoranden weiblich, von den Professoren sind es nur 15 Prozent. (imago images / Future Image / C. Hardt)

Die niederländische TU Eindhoven hat sich für einen radikalen Schritt entschieden: Frei werdenden Stellen sollen nur noch mit Frauen besetzt werden. Es sei der einzige Weg, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen, sagt Evangelia Demerouti.

Derzeit sind nur 15 Prozent der Professorenstellen an der Technischen Universität Eindhoven mit Frauen besetzt. Weil das zu wenig sei, sollen neue Stellen ausschließlich mit Frauen besetzt werden. Zu diesem Schritt habe sich die Uni entschieden, weil selbst eine vor einigen Jahren eingeführte Frauenquote nicht den gewünschten Effekt gebracht habe, erklärt Evangelia Demerouti. Sie ist Professorin an der Universität und dort auch Beauftragte für Diversität. 

"In den niedrigen Hierarchiestufen ist der Frauenanteil noch etwas größer, als auf dem Professorenlevel. Unsere Doktoranden sind zum Beispiel zu 25 Prozent weiblich", sagt Demerouti. Aber auch das sei noch wenig. Es sei schwer, sich als Frau einzubringen, wenn man nur unter Männern sei, gerade für junge Studentinnen, so Demerouti: "Wenn du siehst, dass alle Professoren Männer sind, dann denkst du als Frau, dass da kein Platz für mich ist."

Evangelia Demerouti hat braune locken und lacht freundlich. (Bart van Overbeeke)Die Professorin Evangelia Demerouti hofft, dass sie bald mehr Kolleginnen an der TU Eindhoven hat. (Bart van Overbeeke)

Natürlich gebe es auch Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts nicht bevorzugt werden möchten. Allerdings, so macht Demerouti klar, bekomme man auch keinen Job, nur weil man weiblich sei. 

Fachliche Qualifikation muss stimmen

Es sollen zwar vor allem weibliche Talente gefördert werden, aber ohne Qualifikation werde auch eine Frau nicht Professorin. Demerouti erklärt den Ansatz der TU Eindhoven.

"Wir haben ein System entwickelt, um Talente zu suchen und ihnen zu helfen, bei uns befördert zu werden. Es ist nicht so, dass wir die erstbeste Frau annehmen. Wir werden eine Selektion durchführen und wir werden weibliche Talente suchen und proaktiv fragen, ob sie sich bei uns bewerben wollen."

Von mehr Frauen in Führungspositionen erhoffe sich die Uni eine Verbesserung des Arbeitsklimas und eine andere Art der Zusammenarbeit, erklärt Demerouti.

Die Reaktionen auf den Plan seien durchaus positiv, gerade von Frauen. Auch andere Institutionen in den Niederlanden zeigten sich interessiert, es habe schon erste Nachfragen gegeben, so Demerouti: "Und das ist wichtig. Wir müssen diese Diskussion starten."

(nho)

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