Feature, vom 05.02.2011

Von Beate Ziegs

Eine Lungenklinik im Süden Deutschlands. Der Filmemacher und Schriftsteller Thomas Harlan, unheilbar krank, erzählt von dem, was ihn Zeit seines Lebens heimsucht: die Verbrechen der Nationalsozialisten.

SA-Einheiten marschieren am 30. Januar 1933 durch das Brandenburger Tor in Berlin, nachdem Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt worden war. (AP Archiv)
SA-Einheiten marschieren am 30. Januar 1933 durch das Brandenburger Tor in Berlin, nachdem Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt worden war. (AP Archiv)

Seine Recherchen in polnischen Archiven führten zu über 2000 Anklagen. Sie zeigten auch, welche Karrieren die Mörder nach Kriegsende machen konnten. Mit dem Buch "Das Vierte Reich" wollte Thomas Harlan, Sohn von Veit Harlan und Hilde Körber, dieses subkutane Weiterleben des Dritten Reiches in der Bundesrepublik offen legen. Eine Veröffentlichung kam nie zustande. Seine Verstörung und Wut über die "deutsche Kontinuität" spiegeln sich jedoch ungebrochen in seinen jüngst erschienenen Romanen "Rosa" und "Heldenfriedhof".

Regie: die Autorin
Darsteller: Falk Rockstroh, Simone Kabst, Bernhard Schütz, Udo Schenk, Almut Zilcher
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2008
Länge: 54'30

Beate Ziegs, geboren 1952 in Iserlohn, studierte Soziologie und Politologie, lebt als freie Autorin und Regisseurin in Berlin. Zuletzt: "Wellness oder Der Zwang zum Wohlfühlen" (DKultur 2007).