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Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.05.2013

Quantensprung für das Schwule Museum

Museumsleiter Karl-Heinz Steinle über die Neueröffnung in Berlin-Tiergarten

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Ein Besucher vor dem Bild "Jünglingsakt mit Fisch am Meerestrand" - noch am alten Ort in Kreuzberg. (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)
Ein Besucher vor dem Bild "Jünglingsakt mit Fisch am Meerestrand" - noch am alten Ort in Kreuzberg. (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Zum Tag gegen Homophobie öffnet das Schwule Museum Berlin diesen Freitag am neuen Standort in der Lützowstraße. Im verdoppelten Platzangebot startet das Museum mit drei Eröffnungsausstellungen - und bietet nun auch für Forschende ideale Bedingungen, so der Leiter Karl-Heinz Steinle.

Im Vergleich zum alten Standort in Kreuzberg habe man nach der Neueröffnung in einer ehemaligen Druckerei in Berlin-Tiergarten doppelt so viel Platz, freute sich Karl-Heinz Steinle. Endlich könnten die großen Archivbestände des Museums anders sortiert untergebracht und präsentiert werden, so der Leiter des Schwulen Museums. Außerdem sei auch wieder Raum für Neuzugänge.

Aber auch für die Wechselausstellungen biete das neue Haus bessere Rahmenbedingungen, betonte Steinle. Dazu gehörten Events in einem multifunktionalen Ausstellungsraum, der bisher am Mehringdamm gefehlt habe. Ziel sei es, das Museum mit dem Umzug weiter thematisch Richtung queer, trans, intersex und lesbisch zu erweitern: "Wir haben ja schon seit Jahren über unser Programm gezeigt, dass wir da relativ offen sind."

Drei Ausstellungen zu Eröffnung

Eine der drei Eröffnungsausstellungen zeigt unter dem Titel "Zwischen Tradition und Moderne" das Werk des Künstlers Jochen Hass, der in der DDR gelebt habe. Der Schwerpunkt liege auf Arbeiten aus den Jahren 1950-1955, erläuterte Steinle. Hass habe sich auf eine sehr ungewöhnliche und offene Art in seinen Gemälden mit seiner Homosexualität auseinandergesetzt - und sei eine "echte Entdeckung".

Als das Schwule Museum 1985 angefangen habe, sei es die weltweit einzige Institution dieser Art gewesen, sagte Steinle. Inzwischen gebe es ein Gay and Lesbian History Museum in San Francisco, aber auch umfangreiche Archive in Mailand, Köln und München, mit denen das Schwule Museum Berlin intensiv zusammenarbeite.

Die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen am neuen Standort bezeichnete Steinle als Quantensprung. Das gelte für die Mitarbeiter des Schwulen Museums, aber auch für die Nutzer der Bibliothek und des Archivs. Das werde viele interessierte Forschende anlocken, ist der Museumsleiter überzeugt.

Das vollständige Gespräch mit Karl-Heinz Steinle können Sie mindestens bis zum 16.10.2013 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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