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Kulturnachrichten

Samstag, 16. März 2019

Länderpapier zur Restitution von Kolonialraubkunst

Fünf Bundesländer haben sich auf eine eigene Erklärung zum Umgang mit Kulturgütern aus ehemaligen Kolonien geeinigt - gemeint sind Berlin, Hamburg, Thüringen, Brandenburg und Bremen. Dazu sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer im Deutschlandfunk: "Mir hat ein unmissverständliches Bekenntnis zum systematischen Gewaltcharakter des Kolonialismus gefehlt." Außerdem hätten sich der Bund und einige Länder gescheut, völkerrechtlich relevante Begriffe in die Erklärung aufzunehmen, die zu Rechtstreitigkeiten führen könnten. Wenn man es tatsächlich ernst meine mit der Restitution, dürfe man nicht so lange mit der Rückgabe von Kulturgütern warten, bis lückenlos nachgewiesen sei, dass der Erwerb unrechtmäßig war. In dem verabschiedeten Papier heißt es dazu, Restitutionen sollten ermöglicht werden, wo sie gewünscht werden. "Es ist über die Provenienzforschung hinaus die Frage zu diskutieren, ob es einen rechtmäßigen Erwerb unter einem Gesamtunrechtskontext überhaupt gibt. Und gibt es nicht mitunter auch ethisch-moralische Pflichten, die uns abverlangen, Werke zurückzugeben?"

Ensemble Le Jonc Fleuri gewinnt Telemann-Wettbewerb

Das Berliner Ensemble Le Jonc Fleuri hat beim 10. Internationalen Telemann-Wettbewerb in Magdeburg den ersten Preis der Mitteldeutschen Barockmusik gewonnen. Die vier Musiker stammen ursprünglich aus Südkorea, Japan und Taiwan. Der Name des Ensembles bedeute aus dem Französischen übersetzt sinngemäß "blühende Musik", hieß es. Der erste Preis ist mit 7.500 Euro dotiert. Weitere Auszeichnungen gingen unter anderem an das Keyra Ensemble sowie an die Cembalistin Hwa-jeong Lee vom Ensemble Postillon. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre im Wechsel mit den Telemann-Festtagen veranstaltet. In diesem Jahr wurden den Angaben zufolge Preisgelder in Höhe von insgesamt 21.500 Euro vergeben.

Deutscher Journalist Billy Six aus Haft entlassen

Der deutsche Journalist Billy Six ist nach viermonatiger Haft in Venezuela unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Er muss sich alle 15 Tage bei den Behörden melden und darf in den Medien nicht über seinen Fall sprechen, wie die venezolanische Nichtregierungsorganisation Espacio Público und die Pressegewerkschaft SNTP mitteilten. Billy Six war Mitte November in Venezuela festgenommen worden. Er soll bei einer Rede von Staatschef Nicolás Maduro die Sicherheitsbegrenzung überschritten haben. Ihm werden Spionage und Rebellion zur Last gelegt. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hält die Vorwürfe für nicht belegt. Der Journalist hatte in der Vergangenheit unter anderem für die Wochenzeitung "Junge Freiheit" geschrieben. Zuletzt wurde der Fall Six auch in Deutschland zum Politikum: Die AfD warf der Bundesregierung vor, sich wegen Six' politischer Einstellung nicht mit genug Nachdruck für dessen Freilassung einzusetzen. Auch Six' Eltern hatten der Bundesregierung zuletzt mehrfach vorgeworfen, sich zu wenig für die Freilassung ihres Sohnes einzusetzen. Das Auswärtige Amt wies diese Vorwürfe zurück.

Preisgekrönter US-Lyriker W.S. Merwin gestorben

Der preisgekrönte US-Lyriker W.S. Merwin ist tot. Er starb in seinem Haus auf der hawaiianischen Insel Maui, wie sein Verlag Copper Canyon Press mitteilte. Merwin, der unter anderem den Pulitzer-Preis für Dichtung gewann, wurde 91 Jahre alt. Er galt als vielseitiger Dichter, der in seinen mehr als 20 Büchern viele verschiedene Stile und Themen auslotete, von Mythen und Legenden in seinem Frühwerk, über wütende Proteste gegen Umweltzerstörung und den Vietnamkrieg bis zu seinen letzten Büchern, in denen er sich mit dem Alter und der Zeit beschäftigte. Seinen ersten Pulitzer-Preis 1971 lehnte er mit Verweis auf den Vietnamkrieg ab. Er sagte damals, als Amerikaner könne er nicht guten Gewissens eine öffentliche Huldigung annehmen. 2009 bekam er dann noch einmal den Pulitzer verliehen für "The Shadow of Sirius". Zudem erhielt er mehrere Literaturpreise für sein Lebenswerk.

Antirassismus-Demonstrationen in ganz Deutschland

Am heutigen "Internationalen Aktionstag gegen Rassismus" wurde in 27 deutschen Städten demonstriert, so auch in Berlin. Nach Informationen des Veranstalters kamen allein in Berlin rund 2500 Teilnehmer zusammen, die Polizei machte dazu keine Angaben. Dazu aufgerufen hatten die Berliner Grünen, die Linken und die SPD sowie das Deutsche Muslimische Zentrum Berlin und der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg. Mit der Demonstration wolle man ein Zeichen gegen Rassismus, Nationalismus und Faschismus setzen, hieß es von den Veranstaltern. Weltweit finden in den "Internationalen Wochen gegen Rassismus" zwischen dem 10. und 23. März Demonstrationen und Veranstaltungen statt.

Yale will nach Zulassungsskandal Studierende bestrafen

Die Betrügereien bei der Zulassung zu US-Eliteuniversitäten könnten jetzt auch für Studierende Folgen haben. Die Universität Yale kündigte an, Studienzulassungen für Betrüger zu widerrufen. In den vergangenen Tagen war herausgekommen, dass Prominente und Wohlhabende Trainer und andere Universitätsangestellte bestochen haben, um ihre Kinder dort unterzubringen. In anderen Fällen wurden Testergebnisse manipuliert. Auf einer Liste mit 50 Beschuldigten fanden sich die Namen der Schauspielerinnen Lori Loughlin und Felicity Huffman, die sogar in Untersuchungshaft kamen. Die Ermittler klagten allerdings nur Eltern an. Die Studierenden hätten oft gar nicht gewusst, dass zu ihren Gunsten getrickst wurde, erklärten sie.

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