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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.04.2019

Psychologe über IntelligenzWie wir unseren IQ steigern können

Aljoscha C. Neubauer im Gespräch mit Dieter Kassel

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Zwei Schuljungen sitzen vor einem Bücherregal und lesen, jeweils eine hand an der Stirn  (imago stock&people / Anna_Omelchenkox / Panthermedia)
Der IQ hänge auch von der Dauer und Regelmäßigkeit des Schulbesuchs ab, meint Aljoscha C. Neubauer. (imago stock&people / Anna_Omelchenkox / Panthermedia)

Ein hoher IQ ist nicht einfach ein Geschenk des Himmels: Das Gehirn müsse herausgefordert werden, sagt der Psychologe Aljoscha C. Neubauer. Anderenfalls könne Intelligenz verkümmern. Von Differenzierungen wie emotionaler Intelligenz hält er wenig.

Dem Netzwerk Mensa e.V. gehören nur Hochbegabte mit einem IQ von mindestens 130 an. Heute lädt der Verein  zu seinem Jahrestreffen. Wie man zu einem wachsenden IQ kommt, hängt nach Darstellung des Kognitionspsychologen Aljoscha C. Neubauer unter anderem vom Schulbesuch ab: "Wer regelmäßig und wer länger in die Schule geht, entwickelt einen höheren IQ. Und natürlich ist die allgemeine kognitive Auseinandersetzung mit Phänomenen auch außerhalb der Schule ein wesentlicher Katalysator für die Intelligenz", sagt Neubauer im Deutschlandfunk Kultur.

Party-Intelligenz? Blödsinn!

Das Gehirn reagiere flexibel darauf, wie es herausgefordert werde - oder eben nicht: "Man kann durchaus verdummen." Von Differenzierungen wie emotionaler oder sozialer Intelligenz hält der Psychologe von der Karl-Franzens-Universität Graz nichts:

"Wenn ich alles mit Intelligenz benenne - es gibt dann ja so Kuriositäten wie Party-Intelligenz und sexuelle Intelligenz, auch darüber hat man schon gelesen - das ist offen gestanden ein Blödsinn, weil es mit der klassischen Intelligenz nichts zu tun hat. Wir sagen in der Psychologie: Intelligenz sollte etwas sein, was mit der klassischen kognitiven Intelligenz, also der Denkfähigkeit, zu tun hat. Diese anderen Intelligenzen werden zwar gerne so genannt - emotionale und soziale Intelligenz - aber die meisten Wissenschaftler bezweifeln, dass es sich dabei um eine Intelligenz handelt. Vielmehr sollte man da von einer Kompetenz sprechen."

(bth)

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