Klangkunst, vom 20.02.2015, 00:05 Uhr

pssst Leopard 2A7+

Von Natascha Sadr Haghighian

Es gibt Geheimnisse, die keine sind. Wie zum Beispiel die deutsche Rüstungsproduktion. Der Rüstungsexportbericht der Bundesregierung ist öffentlich zugänglich und er bleibt eigentümlich unbeachtet. Einer der zukünftigen Exportgüter der Rüstungsproduktion in Deutschland ist der Leopard 2A7+ - ein Gerät zur Befriedung von Unruhen, Protesten und Aufständen im urbanen Raum.

Ein Panzer KPz Leopard 2 A6 EX fährt am 15.7.2002 auf einer Teststrecke der Krauss-Maffei-Wegmann GmbH in München (picture-alliance / dpa/dpaweb / Matthias Schrader)
Wie klingt ein Kampfpanzer, der Leopard heißt? (picture-alliance / dpa/dpaweb / Matthias Schrader)

"pssst Leopard 2A7+" ist eine klangliche Untersuchung der offenen Geheimnisse um den Panzer, der Leopard heißt, und dem wir vielleicht in Zukunft auf der Straße begegnen werden. Fiktive Fieldrecordings von den Produktions- und Einsatzorten, manipulierte Geräusche aus dem Kettenfahrzeug und Briefe an den Leopard entwerfen eine ambivalente Szenerie. Die scheinbar eindeutigen Funktionen des Kriegsgerätes werden unterwandert. Das Tier trennt sich vom Kettenfahrzeug.

Konzeption und Umsetzung: Natascha Sadr Haghighian
Sprecher: Stephan Thierbach und Barbara Becker
Ton und Technik: Andreas Narr und Eugenie Kleesattel
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014

Länge: 47'09

Natascha Sadr Haghighian lebt in Berlin und Teheran. Ihre meist recherchebasierten Projekte zeigt sie in verschiedenen Formen und Medien, wie raumgreifende Installationen, Klang, Video und Text. Der Beitrag "pssst Leopard 2A7+" basiert auf einer Recherche, die Natascha Sadr Haghighian 2012 mit ihrem Beitrag für die Documenta (13) in Kassel über die Rüstungsproduktion vor Ort begonnen hat. In Kassel wird vor allem der Turm des Leopard 2 Panzers hergestellt und montiert.


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