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Konzert / Archiv | Beitrag vom 15.02.2017

Psalmen von Johann RosenmüllerItalienische Pracht

Aufzeichnung aus Wolffenbüttel

"Das Fürstl. Schloss in der Vestung Wolffenbüttel"Kupferstich, Caspar Merian nach Conrad Buno, 1654,Museum Wolfenbüttel (Museum Wolfenbüttel, Inv.-Nr. Z 457)
Das fürstliche Schloss in der Festung Wolffenbüttel (Museum Wolfenbüttel, Inv.-Nr. Z 457)

Mindesten sieben Mal hat Johann Rosenmüller den Psalm "In te, domine speravi" vertont. Das Ensemble Weser-Renaissance widmete sich dem vergessenen Wolfenbütteler Barock-Komponisten unter Leitung von Manfred Cordes.

Geboren im Vogtland mit Studium in Leipzig, verbrachte Johann Rosenmüller dennoch viele Jahre seines Lebens in Italien. Erst 1682 fand er als Hofkapellmeister am Hofe von Herzog Anton Ulrich zurück in die deutschsprachige Region. Doch diese Stelle in Wolfenbüttel konnte er nur kurze Zeit ausfüllen, bereits im zweiten Jahr seiner Anstellung verstarb er und wurde in der St. Johanniskirche von Wolfenbüttel beigesetzt.

Mit Johann Rosenmüller konnte der Wolfenbütteler Hof einen der begabtesten und fruchtbarsten Komponisten seiner Zeit an sich binden, dessen reichhaltiges Oeuvre  (im Gegensatz zu demjenigen seiner ungleich bekannteren Zeitgenossen Dieterich Buxtehude oder Johann Pachelbel) lange Zeit noch als "Geheimtipp" unter Kennern galt. Er schuf groß angelegte lateinische Vespermusiken, wie man sie in Italien bei großen Festgottesdiensten benötigte, aber auch mit wenigen Stimmen besetzte Vokalkompositionen und darüber hinaus Instrumentalmusik, u.a. Kammersonaten, die er 1682 Herzog Anton Ulrich widmete.

Für das heutige Programm wurden sieben Kompositionen ausgewählt, die allesamt die ersten Verse des 70. (nach Luthers Zählung 71.) Psalms zur Grundlage haben. Was auf den ersten Blick ermüdend oder eintönig erscheinen mag, entpuppt sich als ein wahres Kaleidoskop kompositorischer Ideen. Rosenmüller arbeitet mit wechselnden Sängerkombinationen und einer überaus fantasievollen Motivik auch in den teilweise virtuosen Instrumentalpartien. Die Werke sind in der "Bokemeyer-Sammlung", die in der Berliner Staatsbibliothek aufbewahrt wird, überliefert und wurden aus Abschriften des 17. Jahrhunderts für das Wolfenbütteler Projekt transkribiert.

Trinitatiskirche Wolfenbüttel
Aufzeichnung vom 29. Januar 2017

Johann Rosenmüller
Sieben Vertonungen des "In te domine speravi"

Ensemble Weser-Renaissance Bremen:
Gerlinde Sämann, Sopran
Julia Kirchner, Sopran
David Erler, Alt
Mirko Ludwig, Tenor
Hans Jörg Mammel, Tenor
Veronika Skuplik, Violine
Franciska Hajdu, Violine
Frauke Hess, Viola da Gamba
Juliane Laake, Viola da Gamba
Eva Maria Horn, Dulzian
Detlef Bratschke, Orgel
Joachim Held, Chitarrone
Leitung: Manfred Cordes

Konzert

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