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Kulturnachrichten

Montag, 23. November 2020

Proteste gegen Bildungsreform in Spanien

In mehr als 50 Städten Spaniens haben Tausende Menschen mit Autokorsos gegen eine umstrittene Bildungsreform der linken Regierung protestiert. Die größte Kundgebung fand in der Hauptstadt Madrid mit rund 5000 Fahrzeugen statt, teilte die Nachrichtenagentur Europa Press mit. Oppositionspolitiker Pablo Casado von der Volkspartei und die rechtspopulistische Vox-Partei kündigten Klagen vor dem Verfassungsgericht an. Das neue Schulgesetz sieht neben anderen viel kritisierten Änderungen die Abschaffung von Spanisch als einziger "offizieller Sprache" im Bildungswesen vor. Auch soll unter anderem der Religionsunterricht deutlich an Gewicht verlieren, was auch die katholische Kirche kritisiert hatte. Zudem wird den sogenannten "Colegios Concertados" - das sind Privatschulen, die vom Staat teilfinanziert werden - die Geschlechtertrennung im Unterricht untersagt. Die Regionen dürfen darüber hinaus Grundstücke nur noch für den Bau öffentlicher Bildungseinrichtungen kostenlos zur Verfügung stellen.

Karl Dall ist gestorben

Der Komiker und Schauspieler Karl Dall ist tot. Er starb am Montag im Alter von 79 Jahren, wie seine Familie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dall habe sich von einem Schlaganfall, den er vor zwölf Tagen erlitten hatte, nicht mehr erholt. Dall hatte 1967 die Komödiantengruppe Insterburg & Co. mitgegründet, der er bis Ende der 1970er Jahre angehörte. Nach deren Auflösung begann er eine Solokarriere als Bühnenkünstler und arbeitete auch fürs Fernsehen, unter anderem für die ARD-Sendung "Verstehen Sie Spaß" oder die Formate "Dall-As" auf RTL und "Jux und Dallerei" auf Sat.1. Mit Schlagern wie "Diese Scheibe ist ein Hit" und "Millionen Frauen lieben mich" landete er in den Charts. Als Schauspieler stand er in zumeist kleineren Rollen für diverse Komödien vor der Kamera, etwa für "Sunshine Reggae auf Ibiza".

Keine deutschen Gewinner bei International Emmys

Bei der Verleihung der International Emmy Awards in New York sind die Nominierten aus Deutschland leer ausgegangen. In der Kategorie "Drama Serie" war die zweite Staffel der ARD-Serie "Charité" ins Rennen gegangen. Es gewann die Serie "Delhi Crime" aus Indien. Als beste Schauspielerin nominiert war die 22-jährige Emma Bading, für ihre Rolle in dem Spielfilm "Play", der ebenfalls im Ersten lief. Ausgezeichnet wurde Glenda Jackson für "Elizabeth is Missing" aus Großbritannien. Bester Schauspieler ist der Brite Billy Barratt in "Responsible Child". Mit den International Emmy Awards werden Fernsehsendungen geehrt, die außerhalb der USA produziert wurden.

Ruth Wolf-Rehfeldt erhält Gerhard-Altenbourg-Preis

Die Künstlerin Ruth Wolf-Rehfeldt erhält den mit 50 000 Euro dotierten Gerhard-Altenbourg-Preis 2021 des Altenburger Lindenau-Museums. An die Künstlerin gingen 10 000 Euro, das übrige Geld werde für eine Ausstellung ihrer Werke und einen Katalog verwendet, teilte das thüringische Museum mit. Wolf-Rehfeldt wurde durch Schreibmaschinengrafiken bekannt, die seit den 1970er Jahren als ironische Auseinandersetzung mit ihrem Brotberuf als Büroleiterin und "Schreibkraft" entstanden. Sie wurde 1932 im sächsischen Wurzen geboren und lebt in Berlin. Ihr Atelier in der Mendelstraße im Bezirk Pankow war ein Treffpunkt der Kunstszene der DDR. Kopien ihrer Werke kursierten als "Mail Art" in der ganzen Welt. Mit der Wende beendete Wolf-Rehfeldt ihre künstlerische Arbeit, weil sie dafür keinen Bedarf mehr sah, teilte das Museum in Altenburg mit.

Deutsche Welle sendet auf Ungarisch und Tamil

Die Deutsche Welle wird 2021 auch in den Sprachen Tamil und Ungarisch berichten. Die zwei neuen journalistischen Angebote sollen die dreißig aktuellen Sendesprachen ergänzen, erklärte der deutsche Auslandssender in Bonn. Zudem solle die Präsenz von Korrespondentenbüros in den Zielregionen ausgebaut werden, wie der Rundfunkrat entschieden habe. Wegen zunehmender Einschränkung der Pressefreiheit und Risiken für Journalisten weltweit habe der Sender zudem sein Sicherheitskonzept zum Schutz der Mitarbeitenden der Deutschen Welle und der Deutschen Welle Akademie aktualisiert. An der Akademie werden Journalisten aus- und fortgebildet.

Hungerstreik für Freilassung von kubanischem Rapper

Auf Kuba sind mehrere Künstler, Journalisten und Aktivisten aus Solidarität mit dem regimekritischen Rapper Denis Solis, der verhaftet und verurteilt worden war, in den Hungerstreik getreten. Sie werden dabei von den vier größten Oppositionsgruppen und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International unterstützt. Diese warf der kubanischen Regierung vor, weiterhin andersdenkende Künstler einzuschüchtern, zu kriminalisieren und einzusperren. Die staatliche Agentur für kubanischen Rap erklärte, Solis sei kein Repräsentant der kubanischen Rapmusik.

Animationsfilm "Fritzi" gewinnt Preis in Mexiko

Der animierte Kinderfilm "Fritzi - Eine Wendewundergeschichte" ist bei dem mexikanischen Festival "La Matatena" als bester Film ausgezeichnet worden. Es ist bereits die dritte internationale Ehrung für die Produktion von 2019 aus Deutschland, Belgien, Luxemburg und Tschechien, teilte das internationale Kinderfilmfest "Schlingel" in Chemnitz mit. Der Film erzählt die Geschichte des Leipziger Mädchens Fritzi, dessen beste Freundin Sophie im Wendesommer 1989 nicht aus den Ungarn-Ferien zurückkehrt: Sie ist mit ihren Eltern in den Westen geflüchtet. Fritzi beschließt daraufhin, sie zu besuchen und später, die Grenze in den Westen zu überwinden.

Emre Akal erhält exil-DramatikerInnenpreis

Der Münchner Autor Emre Akal erhält den mit 3.000 Euro dotierten exil-DramatikerInnenpreis 2020. Die Auszeichnung wird von den "Wiener Wortstätten" zusammen mit dem Wiener Verein Exil und dem Schauspiel Leipzig vergeben. Mit dem Preis ist auch die Uraufführung des Stücks "Hotel Pink Lulu - Die Ersatzwelt" in Leipzig in der nächsten Spielzeit 2021/22 verbunden, wie die "Wiener Wortstätten" mitteilten. Der Verein fördert junge, fremdsprachige Dramatiker, die auf Deutsch schreiben. Eigentlich sollte der Preis am 4. Dezember im Wiener Literaturhaus überreicht werden, coronabedingt fällt dies nun aus.

Taylor Swift holt drei American Music Awards

Die US-Musikerin Taylor Swift ist zum dritten Mal in Folge bei der Verleihung der American Music Awards zur Künstlerin des Jahres gekürt worden. Die 30-Jährige nahm auch die Preise für die beliebteste Pop/Rock-Sängerin und für das beste Musik-Video ("Cardigan") per Videoschalte aus ihrem Plattenstudio entgegen. Swift hat nun 32 "AMA"-Trophäen. Der bisherige Rekordhalter, der 2009 verstorbene Michael Jackson, hatte 24 Awards geholt. Coronabedingt fand die Preis-Gala in einer weitgehend leeren Konzerthalle statt, die Stars wurden teilweise von anderen Orten zugeschaltet. Je drei Preise holten auch der kanadische Popstar Justin Bieber, das Country-Pop-Duo Dan+ Shay und The Weeknd. Der 30-Jährige wurde als bester Sänger, für das beste Album ("After Hours") und den besten Song ("Heartless") geehrt.

Grünes Gewölbe hofft auf Rückkehr der Juwelen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gehen davon aus, dass die gestohlenen Juwelen aus dem Historischen Grünen Gewölbe noch existieren.
Generaldirektorin Ackermann sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie sei vorsichtig optimistisch. Sie könne sich nicht vorstellen, dass ein so großes Konvolut spurlos verschwinde. Bisher gebe es weder Belege für eine Zerstörung noch für einen Verkauf. Beim Einbruch in das berühmte Schatzkammermuseum vor einem Jahr waren gut ein Dutzend kostbarer Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten gestohlen worden. Am vergangenen Dienstag nahm die Polizei bei einer Großrazzia in Berlin drei von fünf Tatverdächtigen fest.

Filmfestival Mannheim-Heidelberg verleiht Hauptpreis

Der Film "My Mexican Bretzel" ist mit dem Hauptpreis "International Newcomer Award" des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg ausgezeichnet worden. Der Debütfilm der spanischen Regisseurin Nuria Giménez Lorang sei ungemein exzentrisch und unterhaltsam gewesen und habe zugleich hinterfragt, was ein Film ist und was er darf, begründete die Jury die Entscheidung. Der Film "Single Cycle" erhielt den Rainer Werner Fassbinder Award für das beste Drehbuch. Der Film "Lorelei" der US-amerikanischen Regisseurin Sabrina Doyle wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg hatte in diesem Jahr coronabedingt gänzlich digital stattgefunden. An elf Tagen wurden auf einer Online-Plattform etwa 40 Filme gezeigt.

Emil Noldes Atelier- und Wohnhaus wird modernisiert

Das Atelier- und Wohnhaus des Expressionisten Emil Nolde im schleswig-holsteinischen Seebüll wird modernisiert. Seit den 1950er-Jahren ist es ein Museum. Die Renovierung sei eine besondere Gratwanderung, sagt der Direktor der Nolde-Stiftung, Christian Ring. Der Charakter des Hauses und möglichst viel der historischen Substanz sollen erhalten bleiben, gleichzeitig aber ein Museum entstehen, das modernen Ansprüchen entspricht. Der markante Klinkerbau wurde ab 1927 in mehreren Schritten nach den Plänen Noldes errichtet. Nach Noldes Tod wurde er umgebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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