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Dienstag, 15.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 6. Mai 2019

Protest gegen Chefwechsel bei Prager Nationalgalerie

Gegen die Abberufung des Direktors der tschechischen Nationalgalerie formiert sich Protest – in Prag und international. Während in der tschechischen Hauptstadt Demonstranten für den entlassenen Jiri Fajt auf die Straße gehen, haben mehr als 30 Museumsdirektoren eine Protestnote gegen seine Abberufung unterzeichnet, darunter Maria Balshaw von der Tate Britain in London und Max Hollein vom Metropolitan Museum of Art in New York. Offiziell wurde die Entlassung mit schlechter Haushaltsführung begründet, Ex-Direktor Fajt vermutet, seine Kritik am tschechischen Präsidenten Zeman habe ihn den Job gekostet.

Afrikanische Künstler bei Kurzfilmtagen ausgezeichnet

Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen sind mit der Vergabe von 17 Preisen zu Ende gegangen. Den mit 8.000 Euro dotierten Hauptpreis, der Große Preis der Stadt Oberhausen, erhielt der ruandischen Filmemacher Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo für "I Got My Things and Left", wie das Festivalbüro mitteilte. Die Jury würdigte die beeindruckende konzeptionelle und emotionale Freiheit und Kraft des Films. Die belgisch-kongolesische Koproduktion "Zombies" des Rappers und Komponisten Baloji erhielt den mit 4.000 Euro dotierten Hauptpreis im Internationalen Wettbewerb. Die deutsche Produktion "L'Étoile de mer" (Der Seestern) von Maya Schweizer wurde mit dem mit 3.000 Euro dotierten e-flux-Preis für seine experimentelle Navigation durch das Mittelmeer geehrt. Insgesamt wurden Auszeichnungen im Wert von rund 42.000 Euro vergeben. Seit Mittwoch standen bei den 65. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen mehr als 500 Filme auf dem Programm. Die Kurzfilmtage gelten als das älteste Kurzfilmfestival der Welt.

Frauenforscherin Elisabeth Gössmann gestorben

Die katholische Theologin Elisabeth Gössmann ist tot. Sie gilt als Begründerin der theologischen Frauenforschung und gehörte zu den ersten Frauen, die in den 1950er Jahren in Deutschland einen theologischen Doktortitel erwarben. Rund 40 Mal bewarb sie sich vergeblich an deutschen Hochschulen auf einen Lehrstuhl, deshalb lehrte die Wissenschaftlerin lange an der Seishin-Frauenuniversität in Tokio. Nach Lehraufträgen in Deutschland, Österreich und der Schweiz konnte sie ab 1990 eine Professur in München antreten und forschte u.a. über das Christentum in Japan, das Mittelalter und zu fundamentaltheologischen Fragestellungen. Im Mittelpunkt stand dabei stets die Frage nach der Stellung der Frau im Christentum. Zu ihren bekannten Werken gehören "Die streitbaren Schwestern" (1981) und "Die Päpstin Johanna. Der Skandal eines weiblichen Papstes" (1994). Kritisch beurteilte sie das Argument der Kirchenleitung, dass Frauen aus Gründen der Tradition nicht zu Priestern geweiht werden könnten. Elisabeth Gossmann starb bereits am 1. Mai im Alter von 90 Jahren in München.

Neue Ausgabe von Anne Franks Tagebüchern erscheint

Anlässlich des 90. Geburtstags am 12. Juni und ihres 75. Todestags im März 2020 wird am Mittwoch eine neue Ausgabe mit zwei Versionen der Tagebücher von Anne Frank erscheinen. Das teilte der Verlag S. Fischer mit. Erstmals seien die Aufzeichnungen in der originalen Vollversion in einem Leseband versammelt und mit einführenden Texten versehen. Anne Frank (1929-1945) war im Alter von 15 Jahren im NS-Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet worden. Vorher versteckte sie sich mit ihrer jüdischen Familie mehr als zwei Jahre lang in einem Haus in Amsterdam. Dort führte sie ihr Tagebuch, das in mehr als 70 Sprachen übersetzt wurde. Anne Frank habe zwei Versionen ihres Tagebuchs verfasst, teilte der Verlag mit: eine Version, die sie direkt aufschrieb und eine Fassung, die entstand, nachdem sie im Radio einen Aufruf gehört hatte, die Leiden des niederländischen Volkes während der deutschen Besatzung zu dokumentieren, um sie nach Kriegsende zu veröffentlichen. Dafür arbeitete sie den ursprünglichen Text um.

Steinmeier eröffnet re:publica

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Betreiber von Sozialen Netzwerken aufgefordert, mehr Verantwortung zu übernehmen. "Wer mit einer Plattform einen politischen Diskursraum schafft, der trägt Verantwortung für die Demokratie - ob er's will oder nicht!", erklärte Steinmeier bei der Eröffnung der re:publica 2019 in Berlin. Das Geschäftsmodell an sich, die Maximierung von Werbeeinnahmen bringe bestimmt keine Maximierung von Debattenqualität. Deshalb brauche es eine demokratische Regulierung. "Facebook, Twitter, YouTube und Co." müssten diese Verantwortung endlich wahrnehmen. Die diesjährige re:publica steht unter dem Motto "tl;dr: too long; didn't read". Damit sei die re:publica dem Kleingedruckten gewidmet, erklärten die Veranstalter. "Den Fußnoten. Der Kraft der Recherche, dem Wissen und der Kontroverse. Der Notwendigkeit und Dringlichkeit, die Themen kritisch zu hinterfragen, die polarisieren, uns spalten - oder auch vereinen."

Weltweites Verzeichnis verbotener Bücher geht online

Die als weltweites Verzeichnis von zensierten Büchern bekannt gewordene "Kasseler Liste" ist nun auch im Internet einsehbar. Sie verzeichne mittlerweile rund 125.000 Titel aus allen Zeiten und Ländern, die auf einem Index stehen oder standen, teilte die Universität Kassel mit. Auf der Liste fänden sich etwa im Nationalsozialismus verbotene Werke von Bertolt Brecht oder Erich Maria Remarque, aber auch zahlreiche gegenwärtig verbotene Titel. "Unser Ziel ist es, die globale Zensur zu dokumentieren und die Meinungsfreiheit zu verteidigen", erläuterte die Literaturwissenschaftlerin Nikola Roßbach die Idee hinter dem Projekt. Die Liste geht auf Forschungsarbeiten Roßbachs und des Gastprofessors Florian Gassner von der University of British Columbia im kanadischen Vancouver zurück. Sie legten das Verzeichnis im Vorfeld der 2017 in Kassel und Athen gezeigten Kunstausstellung documenta 14 an. Auf der Grundlage schuf die argentinische Künstlerin Marta Minujin 2017 das ikonische Kunstwerk "Parthenon of Books". Den Nachbau des Athener Tempels Parthenon verkleidete sie mit Ausgaben verbotener Bücher.

Streit um Sicherheitskonzept für "Fusion"-Festival

Um das Sicherheitskonzept für das alternative Kulturfestival "Fusion" in Lärz mit zuletzt rund 70 000 Gästen gibt es Streit. Polizei und Landkreis haben die Veranstalter aufgefordert, Mängel im Sicherheitskonzept zu beheben und Kontrollen auf dem Festgelände zuzulassen, wie Landrat Heiko Kärger (CDU) in Neubrandenburg sagte. "Die Sicherheitsbelange für solch eine Großveranstaltung müssen erfüllt werden." Keiner wolle Probleme, wie es sie 2010 beim Love Parade-Unglück in Duisburg gab. Die Veranstalter vom Verein Kulturkosmos werfen dem Neubrandenburger Polizeipräsidium vor, das "Fusion-Festival" Ende Juni mit überzogenen Forderungen verhindern zu wollen. So wolle die Polizei eine Polizeiwache mitten auf dem Festivalgelände und zudem eine "anlasslose und verdachtsunabhängige Bestreifung durch uniformierte und verdeckte Polizeibeamte" auf dem Gelände, teilte der Verein in Berlin mit. Das lehne man wegen der "Freiheit der Kunst und der freien Entfaltung der Gäste" ab.

Mahnmal soll an "Entjudungsinstitut" erinnern

Ein Mahnmal in Eisenach soll an die Gründung des sogenannten Entjudungsinstitutes vor 80 Jahren erinnern. In der Nähe des ehemaligen Institutsgebäudes weiht dazu die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, ein Erinnerungszeichen ein. Anwesend sind Vertreter von fünf weiteren Landeskirchen. Das Mahnmal soll ein Schuldbekenntnis sein und an die Opfer von Antijudaismus und Antisemitismus erinnern. Das 1939 in Eisenach von elf damaligen evangelischen Landeskirchen gegründete "Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben" hatte zum Ziel, Kirche und christlichen Glauben an die nationalsozialistische Ideologie anzupassen. Die Gründungsfeier hatte am 6. Mai 1939 auf der Wartburg stattgefunden. Es ging dem Institut unter anderem um die Tilgung sämtlicher jüdischer Spuren im Neuen Testament.

Museumsfachleute diskutieren über Zukunft

Wie können Museen in Zukunft Bildung vermitteln und die Besucher erreichen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes in Dresden. Etwa 800 Fachleute wollen bis diskutieren, wie die Museen stärker die Perspektive der Besucher einnehmen können. Die Veränderungen in der Gesellschaft zwängen auch die Museen zum Umdenken, sagte Verbandspräsident Eckart Köhne. Gefragt seien mehr Interaktion und Workshops statt der klassischen Museumsführung. In Deutschland gibt es rund 6600 Museen. Der 1917 gegründete Museumsbund versteht sich als ihre Interessenvertretung.

Europäischer Kinderfilmpreis geht an "Fight Girl"

3000 junge Juroren haben "Fight Girl", eine Produktion aus den Niederlanden und Belgien, zum Sieger des Kinderfilmpreises der Europäischen Film Akademie (EFA) gewählt. Der Film über eine junge Kickboxerin von Regisseur Johan Timmers erhielt den European Film Academy Young Audience Award 2019, wie die Deutsche Kindermedienstiftung Goldener Spatz in Erfurt mitteilte. Die Stiftung veranstaltet den Wettbewerb gemeinsam mit der EFA. Der Preis ist undotiert.

DJ Adam Neat bei Unfall gestorben

Der australische DJ Adam Neat ist bei einem Unfall auf der indonesischen Ferieninsel Bali ums Leben gekommen. Das Management des 42-Jährigen schrieb am Sonntag auf seiner Facebook-Seite: "Mit großem Bedauern müssen wir bestätigen, dass Adam Neat in einen tödlichen Unfall verwickelt war." Neat wollte demnach "einer Freundin helfen, die am Samstag auf Bali mehrere Knochenbrüche erlitten hatte". Wie der Rundfunksender ABC berichtete, war die Frau in einem Ferienresort auf Bali von einem Balkon gestürzt. Als Neat ihr zu Hilfe eilen wollte, sei er durch eine Glastür gestürzt und habe sich dabei schwer am Arm verletzt. Neat hatte in Singapur gelebt und gehörte laut seiner Website zu den drei erfolgreichsten DJs Asiens.

Bildungsexperten fordern "Lesepakt" für Deutschland

Bildungsexperten fordern einen von Bund und Ländern koordinierten Maßnahmenplan für eine bessere Leseförderung. "Deutschland braucht einen Lesepakt für Familien, Kitas und Schulen, damit alle die gleichen Chancen auf Bildung, Aufstieg und Gestaltung ihres Lebens haben", betonte Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, in Mainz. Dazu gehörten "klare und verbindliche Standards für die Sprachförderung in Kitas und den Leseunterricht in Grundschulen". Notwendig seien aber auch Angebote, die sich an Familien richten, sowie eine Leseförderung außerhalb des Unterrichts und die Stärkung ehrenamtlichen Engagements. Zum Beispiel müsse "jeder Grundschüler neben dem Leseunterricht freien Zugang zu Büchern haben, am besten in einem Leseclub mit Betreuung und Programm, alternativ auch einer offenen Schulbibliothek oder zumindest gemütlichen Leseecke", so Maas.

Trickfilmpreis für "Bloeistraat 11"

Der niederländische Kurzfilm "Bloeistraat 11" hat den Grand Prix des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart gewonnen. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Geschichte einer Freundschaft zweier Mädchen (Drehbuch/Regie: Nienke Deutz) qualifizierte sich damit um das Rennen für einen Oscar. In der Begründung der Jury heißt es, durch einen außergewöhnlichen Umgang mit Animationstechniken und feinfühligem Design entstehe "eine Gefühlsnähe, die wir alle nachempfinden können". Der Film "nimmt uns auf die Reise in unsere eigene Kindheit und lässt uns beinahe körperlich noch einmal unsere Erinnerungen durchleben". Das sechstägige Festival ITFS ist mit rund 80.000 Besuchern am Sonntag zu Ende gegangen. Es gilt als eines der wichtigsten für den Animationsfilm weltweit und wurde zum 26. Mal ausgerichtet. In diesem Jahr gab es nach Angaben der Organisatoren in 14 Wettbewerben rund 130 Filme aus 62 Ländern.

Kritik an und Lob für aktuelle Gesetzesnamen

Der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Ernst Osterkamp, kritisiert aktuelle Gesetzesnamen. Titel wie "Gute-Kita-, Starke-Familien-, oder Geordnete-Rückkehr-Gesetz" verbänden Gesetzgebungsverfahren "mit den Strategien der Reklame", sagte Osterkamp dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Sie geben damit einen Vertrauensverlust gegenüber der Politik zu erkennen; schon deshalb sollte man auf sie verzichten." Wohlwollender äußerte sich dagegen der Politikwissenschaftler Everhard Holtmann von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: "Man kann darin den Sinn sehen, die Adressaten von Gesetzen stärker auf diese aufmerksam zu machen." Überdies sei damit "Eigenwerbung der Verantwortlichen verbunden". Gegen diesen "positiven Signalcharakter" sei nichts einzuwenden. Fraglich sei allerdings, ob ein inflationärer Gebrauch solcher Bezeichnungen langfristig zur Übersichtlichkeit beitrage, fügte Holtmann einschränkend hinzu.

Madonna für schwul-lesbisches Engagement geehrt

Die Popsängerin Madonna ist für ihren Einsatz für die Gleichstellung Homosexueller mit einem Preis geehrt worden. In der Nacht zum Sonntag nahm die Sängerin in New York bei der Vergabe der Medienpreise der Schwulen- und Lesbenorganisation GLAAD (Gay and Lesbian Alliance Against Defamation) den "Advocate for Change Award" entgegen. Dieser geht an Menschen, die durch ihr Lebenswerk die LGBTQ-Gemeinschaft unterstützen. Sie habe sich als Heranwachsende immer als Außenseiterin gefühlt, die nicht in die Gesellschaft hineinpasste, sagte Madonna in ihrer Dankesrede. Sie würdigte ihren Tanzlehrer aus Schulzeiten, einen schwulen Mann, der ihr als erste Person vermittelt habe, dass er an sie glaube, als Tänzerin, Künstlerin und als Mensch. Madonna hat sich nach Angaben der Preisverleiher weltweit in der Bekämpfung von Aids und für die Akzeptanz von LGBT-Menschen eingesetzt.

Schülerproteste gegen Mathematik-Abitur

In Bayern und Hamburg wehren sich Schüler gegen angeblich zu schwere Abiturprüfungen in Mathematik. In einer Online-Petition wird das bayerische Kultusministerium gebeten, den entsprechenden Notenschlüssel zu senken. In den Prüfungen würden Aufgaben gestellt, die vorher kaum einer gesehen habe. Das bestätigte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband. Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) kündigte eine Überprüfung an. In einer Online-Petition von Hamburger Schülern heißt es, die Anforderungen der Mathematik-Abiturprüfung seien nicht erfüllbar gewesen. Die Schulbehörde hat nach Angaben eines Sprechers noch keine Rückmeldung auf die Prüfung vom Freitag.

Preisverleihungen beim Tribeca-Filmfestival

Beim Tribeca-Filmfestival in New York City sind die Gewinner gekürt worden. Bei den Spielfilmen siegte "Burning Cane" des heute 19 Jahre alten Regisseurs Phillip Youmans, der das Südstaatendrama vor zwei Jahren drehte. Den Preis als bester internationaler Film gewann "House of Hummingbird (Beol-sae)" aus Südkorea und den USA. Die deutsch-türkisch-amerikanische Co-Produktion "Noah Land" holte zwei Preise, für das Drehbuch von Autor und Regisseur Cenk Ertürk sowie für Hauptdarsteller Ali Atay. Die Publikumspreise gingen an die Komödie "Plus One" von Jeff Chan und Andrew Rhymer und an die Dokumentation "Gay Chorus Deep South" über schwule Sänger, die mit ihrer Musik in den tiefkonservativen Südstaaten Vorurteile abbauen wollen. Das Tribeca-Festival war 2002 unter anderen von Schauspieler Robert de Niro gegründet worden, um das New Yorker Stadtviertel im Süden Manhattans nach dem 11. September 2001 wiederzubeleben.

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