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Vollbild | Beitrag vom 20.02.2018

Protest auf der BerlinaleÖsterreichs Filmemacher gegen Kurz-Strache-Regierung

Filmemacherin Ruth Beckermann im Gespräch mit Susanne Burg

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Die österreichische Filmemacherin Ruth Beckermann (Diagonale / Alexi Pelekanos )
Die österreichische Filmemacherin Ruth Beckermann möchte sich klar gegen die aktuelle Politik der Regierung in ihrem Land wenden. (Diagonale / Alexi Pelekanos )

Auf der Berlinale haben sich österreichische Filmemacher gegen den aktuellen Kurs ihrer Regierung gestellt und eine Protestaktion unter #KlappeAuf angekündigt. Österreich sei das einzige westliche Land, in dem die Rechtsextremen mitregieren, sagte die Filmemacherin Ruth Beckermann.

Auf einer eigens organisierten Pressekonferenz haben sich österreichische Filmemacher gegen den aktuellen Kurs ihrer Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz und seinem Koalitionspartner Heinz-Christian Strache  (FPÖ) zu Wort gemeldet.

"Wir wollten mit unserer Aktion zeigen, dass wir gegen rechtsextreme in der Regierung sind", sagt die österreichische Filmemacherin Ruth Beckermann. Österreich sei das einzige westliche Land, in dem die Rechtsextremen mitregieren. "Wir haben die FPÖ in der Regierung, wir haben ungefähr 20 Burschenschaftler, die rechtsextremes Gedankengut umsetzen wollen – und bereits auch so sprechen."

Die Regierung gestalte bereits das Land um

Die extremen Positionen und der Riss, der durch die österreichische Gesellschaft geht, ist auch Thema von Beckermanns Film "Waldheims Walzer", der auf der Berlinale zu sehen ist. Darin blickt Beckermann zurück auf die Waldheim-Debatte 1986: Damals wurde Kurt Waldheim, der wegen seiner NS-Vergangenheit höchst umstritten war, zum österreichischen Bundespräsident gewählt.

Die aktuellen Entwicklungen in der Politik Österreichs haben in mancher Hinsicht Ähnlichkeiten mit der damaligen Waldheim-Debatte, sagt Beckmann. Heute wie damals hätten rechtsextreme Politiker mit dem "Ressentiment" nach dem Motto "Wir und die anderen" gearbeitet.

Was aber viel schlimmer sei: "Damals ging es um die Vergangenheit und heute geht es darum, dass die ja die Zukunft gestalten wollen."

Die neue Regierung sei bereits dabei, das Land umzugestalten, umzubauen und "umzufärben".  

Nicht nur als Filmemacher, sondern "dort, wo man steht, wo man arbeitet" müsse man seine Meinung sagen oder "mit Bildern und Tönen" kundtun. Unter #KlappeAuf möchten die Filmemacher demnächst im Internet in kurzen Video-Spots zu verschiedenen Themen der aktuellen österreichischen Politik Stellung beziehen.

(lk)

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