Seit 15:05 Uhr Tonart
Freitag, 27.11.2020
 
Seit 15:05 Uhr Tonart
Tagesprogramm Samstag, 9. April 2016
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Lange Nacht

Wörter auf Abruf
Die Lange Nacht über Günter Grass
Von Gabriele Gillen und Hermann Theißen
(Wdh. v. 13./14.10.2007)

Günter Grass schrieb und kämpfte gegen die Treuhänder des status quo und gegen Heilsarmisten jeglicher Couleur. Für den in Danzig geborenen Nobelpreisträger war die Erfahrung der eigenen Fanatisierbarkeit ein starker Motor seines künstlerischen Schaffens und seines politischen Engagements. In seinen Schriften hat er sich mit der Faszination des Totalitären auseinandergesetzt, seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS hat er zwar erst in seiner Autobiografie bekannt, nie aber verschwiegen, dass er in seiner Jugend ein glühender Nazi war. Grass zorniger und wortgewaltiger Protest galt der Diktatur des Proletariats wie der Diktatur des Marktes. Er polemisierte gegen die Stadtguerilla und gegen den Ausverkauf der Treuhand, gegen die Entsorgung der Vergangenheit und gegen den Raubbau an der Zukunft. Als er 1959 in der 'Blechtrommel' die ganz alltägliche Nazifizierung der Deutschen und die biedermeierliche Beschweigsamkeit der Nachkriegsrepublik karikierte, gaben sich die Profiteure der Restauration empört, als er sich im 'Tagebuch einer Schnecke' zum Reformismus bekannte, nahm man auf der Linken übel. Dem Lesepublikum in aller Welt blieb er ein großer Autor. Vor einem Jahr, am 13. April 2015 ist Günter Grass verstorben. Anlass, eine Sendung mit dem Nobelpreisträger aus dem Jahr 2007 zu wiederholen, in der er sein Leben Revue passieren ließ.

01:00 Nachrichten

02:00 Nachrichten

03:00 Uhr

Nachrichten

03:05 Uhr

Tonart

Filmmusik
Moderation: Vincent Neumann

Im Interview: Hans Zimmer
Ab dem 6. April ist der Film-Komponist mit Band, Chor, Orchester und jeder Menge Special Guests auf großer Europa-Tournee. Damit bringt Deutschlands Hollywood-Export Nummer 1 Musik wie "Der König der Löwen", "Fluch der Karibik", "Inception" oder "The Dark Knight" erstmals ohne die dazugehörigen Bilder auf die Konzertbühne.

04:00 Nachrichten

05:00 Uhr

Nachrichten

05:05 Uhr

Aus den Archiven

Seine Waffe ist das Wort.
Zum 60. Geburtstag von Andrei Sacharow
Elfie Siegl im Gespräch mit Lew Kopelew
RIAS 1981

Nobelpreisrede von Andrei Sacharow (Auszüge)
RIAS 1975

Vorgestellt von Michael Groth

Andrei Sacharow gehörte zu den Vätern der sowjetischen Atomforschung - bis Mitte der 50er-Jahre ein Umdenken einsetzte. Sacharow wurde in den 60er-Jahren zu einem führenden Kopf der Menschenrechtsbewegung. 1970 gründete er ein Komitee zur Durchsetzung der Menschenrechte und verlangte in einem offenen Brief eine Demokratisierung der Sowjetunion. Am 19.5.1981 sendete der RIAS zum 60. Geburtstag von Sacharow ein Gespräch mit Lew Kopelew, ebenfalls Dissident, Literaturwissenschaftler und - vor allem - ein Freund Sacharows.
Am 10. Dezember 1975 wurde Sacharow der Friedensnobelpreis verliehen. Die sowjetische Regierung untersagte eine Reise nach Oslo. Die Rede des Dissidenten wurde verlesen. Der RIAS sendete eine übersetzte Fassung - daraus im zweiten Beitrag Ausschnitte.

06:00 Uhr

Nachrichten

06:07 Uhr

Studio 9

Kultur und Politik am Morgen
Moderation: Ute Welty

06:20 Wort zum Tage

Spiritual Paul Deselaers
Katholische Kirche

06:30 Nachrichten

06:40 Aus den Feuilletons

07:00 Nachrichten

07:20 Kommentar der Woche

Panama Papers
Von Ernst Rommeney

07:30 Nachrichten

07:40 Interview

Wie können sich Kriminalautoren für Kinderrechte einsetzen?
Gespräch mit Prof. Dr. med. Michael Tsokos, Kriminalautor und Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Charité

08:00 Nachrichten

08:20 Frühkritik

Mach dich hübsch:
Isa Genzken Retrospektive im Martin Gropius Bau
Von Simone Reber

08:30 Nachrichten

08:50 N/A

"Maestro, Magistrat und Mathematiker" von Tendai Huchu
Rezensiert von Birgit Koß

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Im Gespräch

Live mit Hörern
0 08 00.22 54 22 54
gespraech@deutschlandradiokultur.de

Höflichkeit - ein alter Hut?
Matthias Hanselmann im Gespräch mit Dr. Rainer Erlinger, Mediziner, Jurist und Publizist

10:00 Nachrichten

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Lesart

Das politische Buch
Medien als Meinungsmacher?
Die ungewisse Zukunft der Presse

Stefan Schulz, Publizist
Redaktionsschluss - Die Zeit nach der Zeitung
Hanser 2016

Uwe Krüger, Mitarbeiter am Institut für Praktische Journalismusforschung der Universität Leipzig
Mainstream - Warum wir den Medien nicht mehr trauen
Beck 9.2016

Andreas Tyrock, Chefredakteur der WAZ

Moderation: Christian Rabhansl, Deutschlandradio Kultur
Aufzeichnung vom 05.04.2016 aus dem Café Central, Grillo-Theater Essen

12:00 Uhr

Nachrichten

12:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages  
Moderation: Kerstin Hildebrandt

12:30 Uhr

Schlaglichter

Der Wochenrückblick
Moderation: Julius Stucke

13:00 Uhr

Nachrichten

13:05 Uhr

Breitband

Medien und digitale Kultur

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Rang 1

Das Theatermagazin
Moderation: André Mumot

14:30 Uhr

Vollbild

Das Filmmagazin
Moderation: Susanne Burg

Disneys Trend zur Realverfilmung von Klassikern:
Jetzt auch "The Jungle Book"
Von Thomas Klein

Vorgespult: "The Lady In The Van", "A War und "Beti und Amare"
Vorgestellt von Christian Berndt

Die mit dem Wolf wohnt: der Film "Wild"
Gespräch mit der Regisseurin Nicolette Krebitz und der Schauspielerin Lilith Stangenberg

In Marokko verboten, in Frankreich ein Hit: "Much Loved"
Von Jörg Taszman

Wie Fritz Langs Meisterwerk "M" entstanden sein könnte: "Fritz Lang"
Von Prof. Dr. Norbert Grob

Heimkino: "99 Homes" von Rahmin Bahrani
Von Patrick Wellinski

Top Five - Die Arthouse-Charts
Von Hartwig Tegeler

15:00 Nachrichten

16:00 Uhr

Nachrichten

16:05 Uhr

Echtzeit

Das Magazin für Lebensart
billigbillig
Moderation: Susanne Balthasar

Eröffnungskolumne: billigbillig
Von David Tschöpe

Extreme Couponing - Adrenalinkick zum Ausschnibbeln
Sonja Beeker

Billiglook - ganz teuer
Von Jürgen Stratmann

Live on tape: Freetours in Barcelona
Von Julia Macher

Radioserie: Analoge Meditationen Folge 6
Von Julie Bräuning

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages mit Sport
Moderation: Kerstin Hildebrandt

17:30 Uhr

Tacheles

Mit Diplomatie aus dem Stellungskrieg geschichtspolitischer Kontroversen herausfinden
Gundula Bavendamm, Direktorin der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung stellt sich den Fragen von Patrick Garber

Am 1. April hat die Historikerin Gundula Bavendamm auf dem Direktorensessel der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung Platz genommen, der ihren beiden Vorgängern zum Schleudersitz geraten war. Im Berliner Deutschlandhaus will die Stiftung einen Erinnerungsort für Millionen Deutsche schaffen, die aufgrund des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat im Osten verlassen mussten. Doch um die konkrete inhaltliche Umsetzung dieses Gesetzesauftrags gibt es seit Jahren Streit; die Gräben verlaufen zwischen dem Stiftungsrat - in dem der Bund der Vertriebenen eine st arke Stellung hat - und dem Wissenschaftlichen Beraterkreis mit Historikern aus dem In- und Ausland.

Welches Konzept schwebt der neuen Direktorin für die Gestaltung vor allem der umstrittenen Dauerausstellung vor? Ist die Vertreibung aus Ostmitteleuropa ein blinder Fleck deutscher Erinnerungskultur? Wie soll das Leid, das Deutschen widerfahren ist, in den europäischen Kontext gestellt, wie immer wieder geäußertem Revisionismus-Verdacht begegnet werden? Welche Bezüge zur aktuellen Flüchtlingsproblematik bieten sich an? Und wie können Historiker aus Tschechien und vor allem Polen für den Beraterkreis gewonnen werden, in deren Heimatländern eine eher nationalbetonte Sicht auf die Geschichte en vogue ist?

18:00 Uhr

Nachrichten

18:05 Uhr

Feature

Das Uwe-Johnson-Puzzle
Von Mecklenburger Versuchen, eines Dichters habhaft zu werden
Von: Alexa Hennings
Regie: Nikolai von Koslowski
Mit: Peter Lohmeyer, Cornelia Schirmer
Ton: Gerd-Ulrich Poggensee
Produktion: NDR 2015
Länge: 54’30

Mecklenburg will Johnson neu entdecken. Aber Dichter und Land machen es sich gegenseitig nicht einfach.

Ein Tonstudio, 365 Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern lesen Uwe Johnsons 'Jahrestage'. Manche tun sich schwer mit seiner Sprache. Und mancher Mecklenburger tut sich schwer mit Uwe Johnson selbst - er ging im Unfrieden, manche vergessen ihm das noch immer nicht. Gleichzeitig werben mehrere Kleinstädte damit, Vorbild für 'Jerichow' zu sein, den Ort, in dem Uwe Johnsons Romanfigur Gesine Cresspahl lebte. Bis auch sie die mecklenburgische Heimat verließ.

Alexa Hennings, geboren 1961, Journalistik-Studium, seit 1992 Autorin. Zuletzt: 'Pommerland - Klein Jasedow oder: Leben vor dem Kollaps' (DLF 2016).

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Oper

Oper in deutschen Ländern
Bühnen der Stadt Gera
Aufzeichnungen vom 01./02.04.2016

Hans Sommer
"Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße"
Phantastisch-romantische Oper in vier Aufzügen
Libretto: Eberhard König

Rübezahl - Magnus Piontek
Buko - Johannes Beck
Gertrud - Anne Preuß
Wido - Hans-Georg Priese
Brigitte - Merja Mäkelä
Bernhard Kraft - Jueun Jeon
Stäblein/ Ein Diener Bukos - Alexander Voigt
Totengräber/ Kettner/ Nachtwächter - Kai Wefer
Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera
Leitung: Laurent Wagner

Rübezahl ist eine Sagengestalt, ein Bergschrat aus dem Riesengebirge, zahlreiche Legenden ranken sich um ihn. Hans Sommer hat ihn zum Haupthelden einer heute vollends vergessenen Oper gemacht.
Rübezahl ist unberechenbar, mal beschützt er Menschgen, mal bringt er sie vom rechten Wege ab. Oft nimmt er Gestalt anderer Personen an, um dann mit ihnen Schabernack zu treiben oder um sie aus der Bahn zu werfen. Hans Sommers Oper "Rübezahl oder der Sackpfeifer von Neiße" handelt von der Macht der Liebe, der Macht der Musik und der grundsätzlichen Wirkung großer Künste.

Der junge Maler Wido befindet sich im Zwiespalt: Soll er der Frau, die er liebt, folgen oder sich loyal zu den Menschen verhalten, die ihn zum Anführer ihres Freiheitskampfes gemacht haben. Widos Geliebte ist die Ziehtochter des Vogtes Buko, der die Bevölkerung der Stadt Neiße am Fuße des Riesengebirges grausam unterdrückt und ausbeutet, der die armen Menschen auch verspottet. Wido ist verzweifelt und ruft in schier aussichtsloser Lage Rübezahl an - der auch gleich erscheint. Rübezahl nimmt die Gestalt eines Sackpfeifers an und ordnet die Dinge, indem er vieles durcheinander bringt.

22:15 Uhr

Die besondere Aufnahme

Alberto Ginastera
"Estudios Sinfonicos" für Orchester op. 35
"Glosses sobre temes de Pau Casals" für Streichorchester und Streichquintett op. 46

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Arturo Tamayo

Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014/2015

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Fazit

Kultur vom Tage
Moderation: Eckhard Roelcke

Sprache und Wissen
Veranstaltung im Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Von Tobias Wenzel

Musikmesse Frankfurt
Von Natascha Pflaumbaum

Kulturpresseschau
Von Arno Orzessek

Mai 2016
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