Seit 05:05 Uhr Studio 9

Dienstag, 10.12.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9
Tagesprogramm Samstag, 5. November 2016
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Lange Nacht

"Eingeschlossen zwischen sterbliche Dinge"
Eine Lange Nacht über das Mittelmeer
Von Manuel Gogos
Regie: Claudia Mützelfeldt

Einst erschien das Mittelmeer als Nabel der Welt. Als 'Mare Nostrum' war es jahrhundertelang die Arena, in der sich Weltgeschichte abspielte. In der Antike war es Schauplatz von Entdeckungsfahrten und Seeschlachten, von Religionsstiftungen und Kriegen zwischen den Religionen; es war ein Umschlagplatz für Handel und Ideen. Seit der Renaissance bildete die 'Méditeranée' die geistige Landschaft, in der sich ein humanistisches Europa, fasziniert vom Ideal des Maßes, selbst entwarf. Die 'Lange Nacht' durchmisst das Mittelmeer von West nach Ost. Wenn an Steuerbord die weiße Stadt Algier auftaucht, hört man die frühen Mittelmeeressays des späteren französischen Nobelpreisträgers Albert Camus. Wenn an Backbord die Hafenstadt Marseille vorbeizieht, kommt die besondere Anziehungskraft dieses großen Umschlagplatzes der französischen Kolonialgeschichte zur Sprache. In der Langen Nacht des Mittelmeers geht es um Schiffbrüche, um Seemannsgarn à la Homer, um Aberglauben und Meeresschaum, um den Gesang der Sirenen. Es geht auch um die Inselfahrten nordeuropäischer Sonnensucher, um die Landschaften, in denen die Olivenbäume "mit ihren Händen Licht sieben" (Odysseas Elytis).

Auch Lampedusa kommt in Sicht, dieses raue Eiland zwischen Afrika und Europa, das schon William Shakespeare als Vorbild seines Dramas 'Der Sturm' diente. Heute laufen hier die Flüchtlingsrouten und Sehnsüchte Schwarzafrikas zusammen. Auch dies ist das Mittelmeer heute: ein Burggraben der 'Festung Europa' und ein Massengrab. Am Ende der Reise gelangen wir ins östliche Mittelmeer und gehen in Athen an Land. Die Reise wird von Odysseus geführt, dem Archetyp aller Abenteurer, Entdecker und Flüchtlinge. Er lotst seine Hörer durch eine Landschaft, die von Geschichte durchwoben und von Natur und Kunst durchtränkt ist. Müssen wir heute Abschied nehmen vom Sehnsuchtsort Mittelmeer? Oder lädt das Mittelmeer gerade heute, wo Europa in einer Identitätskrise steckt, zu einer anderen Art der Geschichtsschreibung ein: Kann man Europa neu denken, von seinem Ursprung, vom Süden her?

01:00 Nachrichten

02:00 Nachrichten

03:00 Uhr

Nachrichten

03:05 Uhr

Tonart

Filmmusik
George Fenton/Jonas Gwangwa
Cry Freedom

Danny Elfman
Dick Tracy

Jerry Goldsmith
Bad Girls

Moderation: Birgit Kahle

04:00 Nachrichten

05:00 Uhr

Nachrichten

05:05 Uhr

Aus den Archiven

Mr. Tambourine Man (3/8)
Eine Annäherung an Bob Dylan
Von Siegfried Schmidt-Joos
RIAS 1982
Vorgestellt von Michael Groth
(Teil 4 am 03.12.2016)

Im dritten Teil seines Features widmet sich der Autor zunächst den ersten Platten des Künstlers, dem Motorradunfall Dylans 1966 und den Folgen sowie dem anschliessenden Wandel des Musikers vom Folksänger zum Interpreten amerikanischer Klassiker. Im Anschluss daran geht es um Dylans politische Texte.

06:00 Uhr

Nachrichten

06:07 Uhr

Studio 9

Kultur und Politik am Morgen
Moderation: Ute Welty

06:20 Wort zum Tage

Karl-Heinz Grundmann
Katholische Kirche

06:30 Nachrichten

06:40 Aus den Feuilletons

07:00 Nachrichten

07:20 Kommentar der Woche

Erdogan räumt auf - Europa in Schockstarre?
Von Christian Buttkereit

07:30 Nachrichten

07:40 Interview

Das bisschen Haushalt - von Flotter Lotte, coolen Kühlschränken, Designer Küche
Gespräch mit Olaf Thormann, Direktor des Grassi Museums in Leipzig

08:00 Nachrichten

08:20 Frühkritik

TTIP-Krimi: "Tödliche Geheimnisse" (DasErste, 20.15h)
Von Michael Meyer

08:30 Nachrichten

08:50 Buchkritik

"Geburt eines Traumwebers" von Ngugi wa Thiong'o
Rezensiert von Birgit Koß

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Im Gespräch

Nach uns die Sintflut? Wer zahlt den Preis für unseren Lebensstil? 
Prof. Dr. Stephan Lessenich, Soziologe an der Ludwig Maximilians Universität München - und Theresa Eyerund, Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Moderation: Matthias Hanselmann
Telefonnummer: 00800 2254 254
E-Mail: gespraech@deutschlandradiokultur.desowie auf Facebook und Twitter

Alle zwei Jahre ein neues Smartphone, ab und an ein Billigflug für den Städtetrip - oder schnell eine neue Klamotte zum Dumpingpreis. Für viele Menschen ist das ganz normal - auch hierzulande. Wir shoppen und konsumieren nach Lust und Laune - aber wer zahlt den Preis für unseren Lebensstil?

10:00 Nachrichten

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Lesart

Das politische Buch
Moderation: Christian Rabhansl

Ingo Zamperoni im Gespräch über:
Fremdes Land Amerika
Warum wir unser Verhältnis zu den USA neu bewerten müssen

Kurz und kritisch:
Ernst-Dieter Lantermann
Die radikalisierte Gesellschaft
Von der Logik des Fanatismus
Rezensiert von Christian Rabhansl

Stephan Hebel im Gespräch über:
Sehr geehrter AfD-Wähler, wählen Sie sich nicht unglücklich
Ein Brandbrief

Carolin Emcke
Gegen den Hass
Rezensiert von Simone Rosa Miller

Peter R. Neumann
Der Terror ist unter uns
Dschihadismus und Radikalisierung in Europa
Rezensiert von Martin Tschechne

12:00 Uhr

Nachrichten

12:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages  
Moderation: Axel Flemming

12:30 Uhr

Schlaglichter

Der Wochenrückblick
Moderation: Andre Zantow

13:00 Uhr

Nachrichten

13:05 Uhr

Breitband

Medien und digitale Kultur

Technologie-Sucht by Design
… wie Psychologen und Designer Technologie-Produkte gestalten, die den Nutzer süchtig machen.
Vorsetzer: Matthias Finger
LIVE Interview mit Knut Polkehn, Ingenieurpsychologe und Human Centered Design

Podcastempfehlung: Knast-Podcasts
Dörte Fiedler

Das Ende der Escape-Taste
Laf Überland

Moderation: Katja Bigalke/Marcus Richter

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Rang 1

Das Theatermagazin
Moderation: Susanne Burkhardt

14:30 Uhr

Vollbild

Das Filmmagazin
Moderation: Susanne Burg

Szenen einer Trennung: "Die Ökonomie der Liebe"
Gespräch mit dem Regisseur Joachim Lafosse

Vorgespult: "Café Society", "Jack Reacher" & "Die Mitte der Welt"
Vorgestellt von Christian Berndt

"The Crown" - die bislang teuerste Netflix-Serie
Von Henrik Efert

Verloren in Heidelberg: "Morris aus Amerika"
Gespräch mit dem Regisseur Chad Hartigan

DOK Leipzig geht zu Ende
Von Matthias Dell

Robert Land: Die Viennale entdeckt einen österreichischen Regisseur neu
Gespräch mit dem Filmhistoriker Armin Loacker

Top Five: Fünf Filme über Wahlen
Von Hartwig Tegeler

15:00 Nachrichten

16:00 Uhr

Nachrichten

16:05 Uhr

Echtzeit

Das Magazin für Lebensart
Neue Nüchternheit und alte Begeisterung
Moderation: Susanne Balthasar

Nüchtern in New York
Von Sonja Beeker

Nasen-Tinder: Partnersuche per Riechtest
Von Gesine Kühne

Ein Herz für den Brutalismus
Von Marco Hosemann

Warum nur ein altes Auto?
Von Nikola Marinkovic

Echtzeit-Serie: Von Masyaf ins Berghain (Folge 6)
Von Christoph Spittler

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages mit Sport
Moderation: Axel Flemming

17:30 Uhr

Tacheles

Ewiger Juniorpartner oder rot-rot-grün?- Die SPD auf der Suche nach neuen Machtoptionen
Ralf Stegner, Stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD, stellt sich den Fragen von Gerhard Schröder

Die SPD hat viel versucht, und einiges erreicht: Den Mindestlohn durchgesetzt, die Rente ab 63 eingeführt, Leiharbeit und Werkverträge reguliert. Trotzdem sind die Sozialdemokraten in der Wählergunst weiter abgerutscht, werden bei Landtagswahlen wahlweise von Christdemokraten, Grünen, Linken oder der AfD überholt. Liegt es an den politischen Inhalten, die nicht mehr zeitgemäß sind. Oder doch eher am Personal? Oder liegt es an der Übermacht der Kanzlerin, an deren Seite die Sozialdemokraten verblassen?
Was also tun, ein Jahr vor der Bundestagswahl? Ganz auf rot-rot-grün setzen, als Alternative zur ewigen Juniorpartnerschaft in der Großen Koalition? Ist mit Linken und Grünen ein stabiles Bündnis denkbar? Gibt es überhaupt ein gemeinsames Projekt, das ein Bündnis von SPD, Grünen und Linken legitimieren würde?

18:00 Uhr

Nachrichten

18:05 Uhr

Feature

Geschichten vom Verschwinden - lassen
Von Erika Harzer
Regie: Friederike Wigger
Mit: Ursina Lardi, Fabian Busch, Stephanie Eidt, Nele Rosetz und Lena Stolze
Ton: Jean Szymczak
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2016
Länge: 54'29
(Ursendung)

Die namenlosen Toten vor unserer Haustür.

Fort, unauffindbar, verloren, verschollen, verschwunden. Es gibt viele Synonyme für das Verschwinden. Menschen aus Syrien, Palästina und afrikanischen Ländern sterben auf ihrer Flucht nach Europa beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren. Flüchtlinge aus Mittelamerika erleben das gleiche Schicksal auf ihrem gefährlichen Weg durch Mexiko in die USA. Auch wenn das Verschwinden im Mittelmeer sich vom Verschwinden in Mexiko unterscheidet, gibt es doch eine gemeinsame Ursache: die illegalen Wege, die Menschen einschlagen müssen, um vor Krieg und Gewalt zu fliehen.

Erika Harzer, geboren 1953 in Leonberg. Ausbildung zur Diplom-Sozialpädagogin. Autorin und Regisseurin zahlreicher Radiofeatures, Dokumentarfilme und Printreportagen. Längere Aufenthalte in Nicaragua und Honduras. Für Deutschlandradio: "Die Frau des Präsidenten" (Deutschlandradio Kultur 2011). Zuletzt: "Wenn Kinder nur noch weg wollen" (BR/Deutschlandfunk/WDR 2015). Lebt in Berlin.

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Themenabend Musik

Von Aas bis Zylinder
Der Schriftsteller, Komponist und Universalgelehrte Hans Jürgen von der Wense
Kulturhaus Dock 4, Kassel
Aufzeichnung vom 27. - 28.10.2016

"Die Erde feiern"
Ein Symposium über Hans Jürgen von der Wense

Gespräch mit Dieter Heim, Weggefährte und Nachlassverwalter Wenses

Hans Jürgen von der Wense
Texte, Lieder und Klavierstücke
Musik für Klarinette, Klavier und freihängendes Blechsieb
Orchestermusik I
und andere Werke

sowie Werke von
Hanns Eisler, Eduard Erdmann, Josef Matthias Hauer, Gustav Mahler, Erik Satie und Stefan Wolpe

Jan Philipp Reemtsma, Sprecher
Holger Falk, Bariton
Walter Seyfarth, Klarinette
Steffen Schleiermacher, Klavier und Blechsieb
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Johannes Kalitzke

Moderation: Olaf Wilhelmer

"Die Wahrheit ist, dass ich ein Mensch bin, der in seiner Zeit keinen Raum findet und der sehn muss, wie er unter verschiedenen Masken davonkommt." Zum 50. Todestag eines Allround-Genies.

Hans Jürgen von der Wense (1894-1966) war Dichter, Denker, Flugpionier, Übersetzer, Revoluzzer und Wanderer. Er sammelte, was er finden konnte. Er beherrschte Sprachen, von denen die meisten Menschen nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Er forschte zur Geschichte des Wetters; seine Schriften weisen ihn als herausragenden Stilisten aus, obwohl fast alles Fragment blieb. Und er war Komponist. Sein Schaffen ist so überschaubar wie gewichtig: Musik zwischen Expressionismus, Dada und Rückbesinnung aufs Einfachste - manchmal schroff atonal, manchmal überraschend zart. Eine Musik, die sich vor den Werken der bekannteren Zeitgenossen nicht zu verstecken braucht. Kürzlich tauchte ein - natürlich unvollendetes - Orchesterwerk Wenses auf, das heute erstmals erklingt: kompromisslos, faszinierend, zeitlos.

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Fazit

Kultur vom Tage
Moderation: Eckhard Roelcke

Die Elbphilharmonie aus Sicht des Gentrifizierungskritikers
Gespräch mit Christoph Twickel

Verleihung Georg-Büchner-Preis an Marcel Beyer in Darmstadt
Von Ludger Fittkau

Kulturpresseschau
Von Arno Orzessek

November 2016
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Wurfsendung (Deutschlandradio)

Wurfsendungen werfen wir werktäglich sechsmal, an Samstagen und Sonntagen dreimal ins Programm. Viele einzelne Sendungen eines Tages können Sie auf der Wurfsendungsseite direkt nachhören.
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