Montag, 21.10.2019
 
Tagesprogramm Sonntag, 9. November 2014
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Literatur

Exit
Wenn Schriftsteller ihren Freitod schreibend vorwegnehmen
Von Florian Felix Weyh

Die Schriftsteller Jean Améry, Wolfgang Herrndorf, Erich Loest, Sándor Márai schrieben über den eigenen Tod, bevor sie aus dem Leben schieden.

"Niemandem fehlt ein guter Grund, sich zu töten." "Ist es nicht besser, dem Fallbeil, das uns alle guillotiniert, zuvorzukommen?" Für sich genommen klingen diese Sätze überzogen. Mit dem Wissen um den ihnen folgenden Tod klingen sie anders. Ob Jean Améry, Wolfgang Herrndorf, Sándor Márai oder Cesare Pavese - alle diese Autoren schrieben erst über den eigenen Tod, bevor sie ihn sich gaben. Auch Erich Loest hielt es so, bevor er hochbetagt aus dem Fenster einer Klinik sprang. Geändert hat sich der Umgang mit der Öffentlichkeit. Während Cesare Paveses und Sándor Márais Suizidnotate erst nach ihrem Tod veröffentlicht wurden, schrieb Wolfgang Herrndorf seinen Blog zum eigenen Sterben in aller Öffentlichkeit. Was fasziniert uns an Literatur, die ihren Wert mit dem Leben der Autoren beglaubigt? Strahlt ihre Todessehnsucht auf den Leser ab oder feiert sie das Leben? Je aktueller die Zeugnisse sind, desto stärker tritt der Freitod als Option gegen das Nichtsterbendürfen im Apparatemedizinpark in den Vordergrund. Wer den Sterbehilfeparagrafen verschärfen will, sollte zuvor die ergreifende Exitliteratur lesen.

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Tonart

Chansons und Balladen
Moderation: Jürgen Liebing

02:00 Nachrichten

03:00 Nachrichten

04:00 Uhr

Nachrichten

04:05 Uhr

Tonart

Clublounge
Moderation: Mathias Mauersberger

05:00 Nachrichten

06:00 Nachrichten

06:55 Uhr

Wort zum Tage

Gemeinde der Berliner Moschee

07:00 Uhr

Nachrichten

07:05 Uhr

Feiertag

Geteilt, aber nie getrennt.
Persönliche Erinnerungen eines Berliner Katholiken
Von Pfarrer Lutz Nehk
Katholische Kirche

07:30 Uhr

Kakadu für Frühaufsteher

Erzähltag
Der schönste Monat der Welt
Von Martin Klein
Ab 6 Jahren
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014
(Ursendung)
Moderation: Patricia Pantel

Warum der triste November in Wahrheit doch der allerschönste Monat des Jahres ist.

An einem trüben, dunklen Tag Anfang November schimpfen Zlatans Eltern auf diesen hoffnungslosesten aller zwölf Monate: Der schöne Teil des Herbstes ist vorbei und die Tage werden immer kürzer und ungemütlicher. Dabei hat der Winter noch nicht einmal begonnen. Doch bei Zlatan kommt die Frustrede seiner Eltern nicht gut an, und das hat einen bedeutenden Grund: Er hat im November Geburtstag. Leider haben seine Eltern diese Tatsache in ihrem Novemberfrust vergessen. Nun gilt es für sie zu beweisen, dass auch Zlatans Geburtsmonat ein Monat mit schönen Eigenschaften ist.

08:00 Uhr

Nachrichten

08:05 Uhr

Kakadu

Hörspieltag
Gewinnerstück des Deutschen Kinderhörspielpreises 2014:
Tyrannosaurus Max
Von Peter Jacobi
Ab 7 Jahren
Regie: Judith Lorentz
Musik: Lutz Glandien
Mit: Fae Faika, Cathlen Gawlich, Christoph Gawenda, Leo Knizka, Ursula Werner, Stephanie Amarell, Bernd Stempel, Thorsten Merten, Ulrich Noethen
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014
Länge: 52'31
Moderation: Patricia Pantel

Aus einem trotzigen kleinen Jungen wird über Nacht ein Tyrannosaurus und die Eltern merken es nicht.

Laura ist zehn Jahre alt. Sie hat einen kleinen Bruder, der in den Kindergarten geht und ständig alle nervt. Eines Morgens setzt sich eine kleine Riesenechse zur Familie an den Küchentisch. Es ist Max, der über Nacht in einen Tyrannosaurus verwandelt wurde. Alle erschrecken sich, nur Mama und Papa tun so, als hätte ihr Sohn nur einen schuppigen Ausschlag. Da Max so nicht in den Kindergarten gehen kann, muss Laura ihn hüten. Und das ist schwer, denn Tyrannosaurus Max wächst schnell, brüllt laut und stampft wild durch die Wohnung.

Peter Jacobi, geboren 1951 in Thüringen, Schriftsteller, Buchhändler und Rockmusiker. Er veröffentlichte Theaterstücke, Hörspiele und Romane. Jacobi lebt seit 1981als freier Autor in München.

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Sonntagmorgen

Das Rätselmagazin
Moderation: Oliver Schwesig

10:00 Nachrichten

10:30 Sonntagsrätsel

Moderation: Uwe Wohlmacher
sonntagsraetsel@deutschlandradiokultur.de

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Deutschlandrundfahrt

Auf den Spuren der Schlacht
Der Hürtgenwald in der Eifel
Von Paul Stänner

Ein dicht bewaldetes Gelände in der Eifel, zwischen Aachen und Monschau. An einigen Stellen fast undurchdringlich, mit düster-romantischen Orten - und gelegentlich auch mit verfallenen Bunkern und verrostetem Kriegsmaterial. Der Hürtgenwald. "Wälder, in denen die Drachen hausen …" so hat Ernest Hemingway die Landschaft einst beschrieben. Hier versuchten im Oktober 1944 die amerikanischen Truppen auf ihrem Weg nach Berlin durchzubrechen. Die Wehrmacht konnte jedoch die Angriffe über Monate abwehren. Das vielleicht Schlimmste, was man über diese Schlacht sagen kann, ist, dass bis heute nicht feststeht, wie viele Opfer sie gefordert hat. Auf beiden Seiten dürften etliche Zehntausend Soldaten ums Leben gekommen sein. In der amerikanischen Geschichtsschreibung gilt dieser Kampf als die verlustreichste, unproduktivste und am schlechtesten geführte Schlacht der amerikanischen Truppen. Seit 2014 ist der Hürtgenwald Teil der Liberation Route, die von Kent in Großbritannien bis Danzig in Polen führt. Die 'Deutschlandrundfahrt' besucht den Hürtgenwald und versucht, die Geschichte des Erinnerns zu erzählen.

11:59 Uhr

Freiheitsglocke

12:00 Uhr

Nachrichten

12:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages
Moderation: Hans-Joachim Wiese

12:30 Uhr

Die Reportage

13:00 Uhr

Nachrichten

13:05 Uhr

Sein und Streit

Das Philosophiemagazin
Moderation: Thorsten Jantschek

u.a.
Kleine Leute - große Fragen: Kann man Glück teilen?

Philosophischer Wochenkommentar:
Glücksforschung und die Frage: was ist Glück?
Von Katharina Döbler

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Religionen

Rübergemacht wie der Vater der Kanzlerin
Hunderte West-Pfarrer gingen in die DDR, um das Evangelium zu verkünden - und Hunderte Ost-Pfarrer in den Westen, trotz aller Widerstände
Von Michael Hollenbach

Generation Mauerfall: "Ich habe Religion nie vermisst“
25 Jahre nach dem 9. November 1989 ist alles Metaphysische vielen 25-Jährigen in Ostdeutschland fremd
Von Susanne von Schenck

Die Schöpfung bewahren, vor und nach 1989
Die Umweltbewegung in der DDR war stark christlich geprägt - eine Erbe, das sich beim Elbeschutz noch heute zeigt
Von Brigitte Lehnhoff

„Papst Pius hat geschwiegen, um handeln zu können“
Ein Interview mit Kardinal Kurt Koch, dem „Ökumeneminister“ des Vatikan, über „Dominus Iesus“, die Witze von Papst Franziskus und Papst Pius XII., der zum Holocaust schwieg.
Von Philipp Gessler

Als die Knastzelle zur Mönchszelle wurde
Der Liedermacher Konstantin Wecker erklärt in seinem neuesten Buch „Mönch und Krieger“ sein Leben - und seine ganz besondere Form von Spiritualität
Von Thomas Becker

Moderation: Philipp Gessler

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Interpretationen

Für mehr Freizeit!
Joseph Haydns Sinfonie Nr. 45
Moderation: Ulrike Timm

16:00 Nachrichten

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages mit Sport
Moderation: Hans-Joachim Wiese

17:30 Uhr

Nachspiel

Das Sportmagazin
Moderation. Thomas Wheeler

u.a.
Porträt TuS Makkabi Berlin

Welche Rolle spielt der Antisemitismus heute im Sport?

Gebrochene Seelen - zwei Bücher über Turnerinnen

Boomsport Klettern in der Halle

18:00 Nachrichten

18:05 Nachspiel

Geheim-Training
Karate in der DDR
Von Anja Röbekamp

Wie trainiert man einen Sport, den es gar nicht nicht gibt? Offiziell duldete die Staatsführung der DDR Karate nicht. Das machte sie durch Bespitzelung und Verfolgung der Aktiven auch unmissverständlich deutlich. Trotzdem haben bis zu 2000 Menschen in der DDR heimlich Karate praktiziert. Dieses Training im Verborgenen hat den Sportlern viel abverlangt: Sie mussten erfinderisch sein und waren immer auf der Hut vor fremden Augen und Ohren. Was trieb die DDR dazu, harmlose Sportler mit immensem Aufwand zu verfolgen? Warum nahmen die Ost-Karateka mögliche Repressionen in Kauf? Die Konfrontation der Sportler mit der Staatsmacht führte zu skurrilen bis gefährlichen Verwicklungen.

18:30 Uhr

Hörspiel

Transitraum - Übergang
Radiomontage von Marianne Weil
Regie: die Autorin
Ton: Jean Szymczak
Produktion: DKultur/RB/SR 2012
Länge: 73’32
(Wdh. v. 03.10.2012)

Nach dem 3. Oktober 1990 ist Deutschland ein einziger Transitraum. Im Westen ändert sich scheinbar nichts. Im Osten bricht scheinbar alles zusammen.

Anschließend: Interview mit der Autorin von Sabine Wollowski (14'59)

Nach dem 3. Oktober 1990 ist Deutschland ein einziger Transitraum. Im Westen ändert sich scheinbar nichts. Im Osten bricht scheinbar alles zusammen. Das Radio berichtet kontinuierlich: Erich Honecker flieht nach Moskau, Schalck-Golodkowski lebt am Tegernsee, Detlev Rohwedder wird ermordet. Finanzdebatte im Bundestag, Giftstoffe in der Elbe, Stasiakten, Gewalt gegen Ausländer in Hoyerswerda. Und während die Ölquellen in Kuweit brennen, rufen die Menschen plötzlich nicht mehr "Helmut, Helmut" sondern "Lügner, Lügner". 'Transitraum' ist eine Recherche in unserem Gedächtnis, eine Montage aus Archivmaterial mit Wetter, Musik und Nachrichten.

Marianne Weil, 1947 in Darmstadt geboren, lebt in Berlin. Sezierte, inszenierte und montierte in zahlreichen Stücken die Rhetorik des Kalten Krieges. Zuerst in: 'Dem ...eutschen ...olke' (SR/SFB 1995, ausgezeichnet mit dem Publikumspreis 'Lautsprecher' der Akademie der Künste Berlin). Letzte Produktion: 'Grandhotel für Alle!' (DKultur 2014).

20:00 Uhr

Nachrichten

20:03 Uhr

Konzert

Live aus der Konzerthalle Carl Philipp Emanuel Bach, Frankfurt/Oder

Gedenkkonzert "25 Jahre Mauerfall - 76 Jahre Pogromnacht"

Ansprache Manfred Stolpe, ehemaliger Ministerpräsident von Brandenburg

Felix Mendelssohn Bartholdy
"Die Hebriden" Konzertouvertüre h-Moll op. 26

Hanns Eisler/Tilo Medek
Leipziger Symphonie (1998)

Salomon Jadassohn
Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 101

Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
Leitung: Jürgen Bruns

Im Anschluss:
Konzerthalle Carl Philipp Emanuel Bach, Frankfurt/Oder
Aufzeichnung vom 23.02.2009

Alexandre Tansman
Stele in memoriam Igor Strawinsky

Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
Leitung: Howard Griffiths

22:00 Uhr

Musikfeuilleton

Das Exil endet nie
Zum 50. Todestag des Komponisten Ernst Toch
Von Albrecht Dümling

22:30 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages mit Sport
Moderation: Kerstin Hildebrandt

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Fazit

Kultur vom Tage
Moderation. Andrea Gerk

u.a.
25 Jahre Mauerfall
Lichtgrenze. Eine Lichtinstallation entlang des ehemaligen Mauerverlaufs

Mauerkreuze auf der Flucht

Prosa und Poesie:
Heute gehen die Debütlesungen des Open Mike in Berlin zu Ende

Berlin Hebbel am Ufer
"Good guys only win in movies": Rumänische Kunstpositionen

Consol-Theater Gelsenkirchen
Sibylle Berg schreibt für Kinder: "Mein ziemlich seltsamer Freund Walther" UA

23:30 Kulturnachrichten

November 2014
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